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Reza-Abbasi-Museum

Das Reza-Abbasi-Museum (persisch „موزه رضا عباسی“) ist ein Museum in Teheran mit Exponaten ab dem 2. Jtd. v. Chr. bis zum Ende der Kadscharenregentschaft im 20. Jahrhundert.

Das Reza-Abbasi-Museum (persisch „موزه رضا عباسی“) ist ein Museum in Teheran mit Exponaten ab dem 2. Jtd. v. Chr. bis zum Ende der Kadscharenregentschaft im 20. Jahrhundert.

Neben chronologisch angelegten Galerien zur Archäologie des Iran gibt es weitere zur Persischen Miniaturmalerei und zur Kalligraphie.

Zu den Ausstellungsstücken des Museums zählen Artefakte aus gebranntem Lehm, Metall und Stein aus prähistorischer Zeit sowie Gebrauchs- und Dekorationsstücke aus medischer, achämenidischer und sassanidischer Zeit. Weitere Objekte stammen aus der islamischen Periode von den Bujiden über die Seldschuken, Mongolen, Timuriden, Safawiden bis zur Kadscharenzeit.

Das Museum wurde im September 1977 eröffnet und seitdem mehrmals umstrukturiert und erweitert. Es untersteht der Iranischen Organisation für Kulturerbe (Iranian Cultural Heritage Organization). Benannt ist es nach dem Miniaturmaler Reza Abbasi.

Homepage des Museums

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Das Literaturmuseum Schahryar

Das Literaturmuseum Schahryar ist ein Denkmal für diesen ruhmreichen Dichter. Es befindet sich im Maghsudieh-Viertel in der Altstadt von Täbris.

Das Literaturmuseum Schahryar ist ein Denkmal für diesen ruhmreichen Dichter. Es befindet sich im Maghsudieh-Viertel in der Altstadt von Täbris.

Von der Architektur weist es keine besonderen Merkmale auf, doch ist es ein literarischer Ort vom moralischen Wert.

Denn hier hat Schahryar jahrelang gelebt und gedichtet. Nach seinem Ableben hat die Stadt das Haus gekauft und verwaltet es seither. Auf 250 qm Grundstückfläche sind zwei Stockwerke gebaut worden.

Über 500 Werke und Gegenstände von Schahryar, seine Bücher, Manuskripte und Schriften in seiner Handschrift, persönliche Gegenstände und Fotoalben, seine handgeschriebenen Koranexemplare, in der Naskh-Schrift geschrieben, können von Besuchern besichtigt werden.

Seyyed Mohammad Hossein Behjat-Tabrizi (persisch سید محمدحسین بهجت تبریزی‎), besser bekannt unter seinem Autorennamen Schahriar (persisch شهریار), war ein aserbaidschanisch-iranischer Dichter, der sowohl auf Persisch als auch Aserbaidschanisch schrieb.

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Das Musikmuseum in Teheran

Das Musikmuseum (persisch موزه موسیقی) ist ein Museum in Teheran, das 2009 n.Chr. eröffnet wurde.

Das Musikmuseum (persisch موزه موسیقی) ist ein Museum in Teheran, das 2009 n.Chr. eröffnet wurde.

Das zentrale Ziel des Museums ist das musikalische Erbe des Iran zu bewahren und zwischen historischer und gegenwärtiger Musik eine Brücke zu errichten.

In dem Museum befindet sich unter anderem eine Sammlung der ältesten Schallplattenaufnahmen Irans. Das Museum ist in folgende Abteilungen gegliedert. Instrumentenarchiv (zahlreiche Instrumente aus unterschiedlichen Regionen Irans), Musikarchiv, Konzerthalle, Tonstudio, Fachbibliothek, Werkstatt für den Instrumentenbau bzw. Rekonstruktion.

Seit 2011 besteht eine Kooperation mit dem Center for World Music der Universität Hildesheim.

http://www.musicmuseum.ir/

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Das Teppichmuseum in Teheran

Das Iranische Teppichmuseum, neben dem Laleh-Park in Teheran gelegen, zeigt Perserteppiche aus dem Iran vom 17. Jahrhundert bis heute.

 

Das Iranische Teppichmuseum, neben dem Laleh-Park in Teheran gelegen, zeigt Perserteppiche aus dem Iran vom 17. Jahrhundert bis heute.

1976 wurde die Gründung eines Teppichmuseums in Angriff genommen. Deshalb wurden einige der qualifizierten Experten für Teppiche in verschiedene Städte und Länder gesandt, um einige Stücke von wertvollen Teppichen zu erwerben. Das dauerte selbstverständlich seine Zeit, so dass zur Eröffnung noch nicht die heutige Anzahl vorhanden war. Das Museum wurde am 12. Februar 1978 eröffnet.

Die Ausstellungsfläche des Museums beträgt 3.400 m². Sie besteht aus zwei großen Hallen für handgeknüpfte Teppiche und gewebte Kelims. Üblicherweise befinden sich 200 Teppiche in der Ausstellung, auch die Meisterwerke der Persischen Teppiche, die in den Hauptzentren wie Kashan, Kerman, Isfahan, Tabriz, Khorasan und Kurdistan, hergestellt wurden.

Einer der ältesten und wichtigsten Teppiche, der in diesem Museum ausgestellt ist, stammt aus der Safawidenzeit und wird „Sangeshku“-Teppich genannt. Weiterhin sind sieben Tierteppiche zu sehen, der „Sheikh Safieddin Ardebili“-Teppich, Gartenteppiche sowie Polenteppiche, das sind einige der kostbarsten Teppiche, die zu diesem Museum gehören.

Die Teppiche, die unter dem Namen „Polenteppiche“ bekannt sind, wurden in Isfahan im 17. Jahrhundert im Auftrag eines polnischen Prinzen hergestellt. Die Teppiche wurden dann nach Polen gebracht und erhielten so ihren Namen. Das Material dieser Teppiche war Seide, die mit Naturfarben gefärbt war, und mit Gold- und Silberfäden broschiert wurde. Von dieser Art wurden ca. 300 Teppiche identifiziert, die über die ganze Welt verstreut sind. Von diesen wurden bisher sieben in den Iran zurückgebracht.

Der 1949 in einem Skythengrab in Sibirien gefundene Pasyryk-Teppich, dessen Entstehung auf 500 v. Chr. datiert wurde, und der als der älteste persische Teppich der Welt gilt, befindet sich nur als Nachknüpfung im Teppichmuseum in Teheran – das Original ist in der Eremitage in St. Petersburg.

Einige Teppiche enthalten Bilder aus Schahname und zeigen die Bezüge persischer Teppiche zur persischen Literatur.

Die dem Museum angegliederte Bibliothek enthält über 7.000 Bücher über Teppiche. Es sollte erwähnt werden, dass es eine Sammlung der wertvollsten Bücher, Veröffentlichungen und Forschungsstücke über persische Teppiche in der Bücherei gibt, die sehr kostbar sind. In dem Bestand der Bibliothek finden sich auch Filme und Dias über die Herstellung von Teppichen und Kelime.

Um die Kunst des Webens von Kelims und des Knüpfens von Teppichen zu erhalten, bietet das Museum eine Reihe von Kursen an: vom Teppichweben, Entwerfen von Mustern und Reparatur von beschädigten Teppichen und Kelims. Am Ende dieser Kurse erhalten die Teilnehmer ein anerkanntes Zertifikat. Es gibt auch einen Reparaturladen, der wertvolle Teppiche von deren Besitzern repariert. Dieser Laden wurde auf Wunsch von Sammlern und Besitzern wertvoller Teppiche gegründet.

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Das Nomadenmuseum in Sarab

Das städtische Museum (persischموزه عشایر) in Sarab führt Besucher und Touristen in das schwierige und doch schöne Nomadenleben sowie mehrere tausend Jahre alten Errungenschaft der Nomaden in verschiedenen Bereichen ein.

Das städtische Museum (persischموزه عشایر) in Sarab führt Besucher und Touristen in das schwierige und doch schöne Nomadenleben sowie mehrere tausend Jahre alten Errungenschaft der Nomaden in verschiedenen Bereichen ein.

Das Nomadenmuseum in Aserbaidschan ist das erste seiner Art in der Gruppe anthropologischer Museen.

Diese Museen zeigen kulturelle, traditionelle und ethnische Eigenschaften sowie die kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Werte jener Menschen, die sie praktizieren.

Im Nomadenmuseum von Aserbaidschan sind die Ergebnisse der Forschungen und Studien über Überzeugungen, Sitten, Gebräuche, Sprachen, Lebensunterhalt, Lebensform, Künste und Handwerk, Bekleidung, Nahrung und Kunsthandwerk der Nomadenbevölkerung von Experten zusammengetragen worden.

In den Museumsräumen wird die schöne und auch beschwerliche Geschichte des Nomadenlebens und deren Kampf gegen die Probleme eines solches Lebens vorgeführt. Sie kämpfen um ein besseres Leben.

Das Museum besteht aus unterschiedlichen Abteilungen; zu den anschaulichsten gehört sicherlich der Raum für „Weiden und Hirten“.

Des Weitern kann man sich traditionelle und einheimische Produkte aus Milch, Wolle und Strickereien, Musik, Unterkünfte wie Baldachine, Brotbäckerei, Schmuck, traditionelle Teehäuser und Modelle, Schrifttafeln und Bilder von verschiedenen Aspekten des Nomadenlebens anschauen.

In weiteren Räumen lernt der Besucher mehr über die mehrere Tausend Jahren alten Tradition der Nomaden in wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Bereichen kennen.

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Das Kronjuwelenmuseum in Teheran

Die Iranischen Kronjuwelen sind eine wertvolle Sammlung von Diamanten und Juwelen im Iran.

Die Iranischen Kronjuwelen sind eine wertvolle Sammlung von Diamanten und Juwelen im Iran.

Die Iranischen Kronjuwelen werden im Nationalen Juwelenmuseum in der Zentralbank in Teheran aufbewahrt. Zu den Kronjuwelen gehören, unter anderem, verschiedene Kronen, Zepter, Schwerter, Truhen mit Perlen und Flakons. Zusätzlich werden auch verschiedene Kleidungsstücke, wie die königliche Robe, zu den Kronjuwelen gezählt.

Der größte Teil der Sammlung wurden von der Dynastie der Safawiden (1501–1722) erworben. 1719 wurde Isfahan, die damalige Hauptstadt Persiens, von afghanischen Truppen geplündert, die große Teile der Sammlung mitnahmen. Nadir Schah unternahm 1739 einen Feldzug gegen Afghanistan und Nordindien und plünderte seinerseits Städte wie Kandahar, Kabul und Delhi. So gelangten die Iranischen Kronjuwelen und weitere wertvolle Diamanten und Juwelen aus Nordindien nach Persien, unter anderem die Diamanten Koh-i-Noor, Shah-Diamant und Darya-ye Noor sowie der Pfauenthron und der Samarian Spinel.

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35 neue Museen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich

35 neue Museen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich

In den letzten 12 Monaten wurden im Iran insgesamt 35 neue Museen für die Öffentlichkeit geöffnet. Ungefähr 70 Prozent des Budgets des Tourismusministeriums fließen in den Bereich des kulturellen Erbes. Darüber hinaus wurden Anstrengungen unternommen, den Schutz und die Wiederherstellung des kulturellen Erbes in die soziale Verantwortung der gesamten Gesellschaft zu stellen und die Teilhabe der Menschen zu erhöhen.

Nach Angaben des Tourismusministeriums sind derzeit 740 Museen im ganzen Iran aktiv, und etwa drei Millionen historische Objekte werden in Museen aufbewahrt, die dem Ministerium für Kulturerbe, Kunsthandwerk und Tourismus angegliedert sind.

Der Iran ist die Heimat einer der ältesten zusammenhängenden großen Zivilisationen der Welt, die Siedlungen umfasst, die bis ins Jahr 4000 v. Chr. zurückreichen. Es beherbergt auch einige der ältesten Kulturdenkmäler der Welt, darunter Basare, Museen, Moscheen, Brücken, Badehäuser, Medressen, Gärten, reiche natürliche, ländliche Landschaften sowie 26 UNESCO-Welterbestätten.

Der Name Iran, früher bekannt als Persien, beschwört meist das erste persische Reich herauf, regiert von den Achämeniden (ca. 550 – 330 v. Chr.) und Stätten wie Pasargadae und Persepolis. Es gibt jedoch Dutzende prähistorischer Stätten wie die verbrannte Stadt in Sistan-Belutschistan, Tepe Sialk in Kashan, Susa und Chogha Zanbil in der Provinz Khuzestan und Ecbatana in Hamedan, die vor der Zeit der Achämeniden liegen.

Aus einem breiteren Blickwinkel kann die iranische Geschichte in vorislamische und islamische Epochen unterteilt werden. Die Meder vereinten den Iran 625 v. Chr. als Nation und Reich. Die islamische Eroberung Persiens (633–656), die dem mächtigen Reich der Sassaniden (224–651) ein Ende setzte, war ein Wendepunkt in der Geschichte der Nation.

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Das Blumen- und Vogelmuseum von Schiraz

Das Blumen- und Vogelmuseum von Schiraz

Einer der Orte, der neuerlich zu den beliebten Touristenattraktionen in Schiraz, der Hauptstadt der südiranischen Provinz Fars, wurde, ist das Blumen- und Vogelmuseum von Schiraz. Dieses private Museum hat verschiedene Bereiche wie die Muqarnas-Halle, die Spiegelhalle, das Blumen- und Vogelbecken und die Blumen- und Vogeltafeln.

Die Kunst von Künstlern aus Schiraz wurde bei der Renovierung und Restaurierung des Gebäudes des Blumen- und Vogelmuseums von Schiraz verwendet; Künste wie Fliesenarbeiten, Intarsienarbeiten, Spiegelarbeiten, Blumen- und Vogelmalerei (Gol o Morgh), die von der Schiraz-Kunstschule abstammen.

Die Geschichte des Blumen- und Vogelmuseum

Das Haus wurde 1971 gebaut. Mit der Umsicht und dem Wissen des Investors des Projekts ist es zu einer Umgebung geworden, in der die ursprüngliche Kunst von Schiraz und der Provinz Fars zu sehen ist. Seine Restaurierung begann 2017 und der Ort wurde im Juni 2022 als Blumen- und Vogelmuseum von Schiraz eingeweiht.

Kunst wie Blumen- und Vogelmalerei, Holzarbeiten, Fliesen, Muqarnas, Holzeinlagen, siebenfarbige Fliesen, Miniaturen, Spiegelarbeiten und Künste, die im Land herausragend sind und deren Ursprung in Schiraz und der Provinz Fars liegen, wurden für dieses Haus verwendet. Die Porzellangefäße im Museum stammen aus der Zeit der Safawiden.

Die Türen des Hauses stehen allen Interessierten offen.

Stadtbesichtigung in Schiraz

Schiraz ist die drittälteste Stadt und die fünftgrößte Stadt im Iran. Die Stadt liegt im Südosten des Landes in der Provinz Fars.

Einige der Sehenswürdigkeiten in Schiraz sind das Hafis Mausoleum, Hafeziyeh, Saadiyeh, die Zitadelle von Karim Khan, Persepolis, Pasargad, der Eram-Garten, Naqsh-e Rostam, die Nasir-al-Molk-Moschee, die Vakil-Moschee von Schiraz, der Vakil-Basar, das Vakil-Bad von Schiraz und die Atiq Grand Mosque von Schiraz.

Aufgrund seiner vielen historischen, religiösen, kulturellen und natürlichen Sehenswürdigkeiten zieht Schiraz viele Touristen an.

Die Stadt Schiraz ist zu allen Jahreszeiten und Monaten schön und attraktiv, aber der Frühling ist die schönste Jahreszeit. Tatsächlich ist der Mai die beste Zeit, um nach Schiraz zu reisen, weil im Mai eine einzigartige Atmosphäre herrscht. Der Duft von Bitterorangenblüten in Schiraz liegt im Mai in der Luft.

Der 5. Mai ist im iranischen Nationalkalender als Schiraz-Tag eingetragen und zeigt die große Bedeutung der historischen Stadt.

Dieses historische Haus ist 300 Quadratmeter groß. Das Museum befindet sich in Nr. 77, 15. Alley, Mirzaye Schirazi Blvd., in Schiraz.

Weitere Bilder aus dem Blumen- und Vogelmuseum von Schiraz

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Choy profitiert von Schams Mausoleum

Choy profitiert von Schams Mausoleum

Nach der Fertigstellung des Mausoleums von Schams Tabrizi, dem berühmten persischen Mystiker, der als spiritueller Lehrer von Rumi gilt, floriert der Tourismus in der nordwestiranischen Stadt Choy.

Die antike Stadt Choy ist ein Ziel für Liebhaber der persischen Literatur, die das Mausoleum des Dichters aus dem 13. Jahrhundert besuchen. Umgeben von riesigen Sonnenblumenfarmen und schneebedeckten, hoch aufragenden Bergen ist Choy seit langem ein Ziel für diejenigen, die sich für seine unberührte Natur, echte Kultur und Architektur interessieren.

Die nordwestiranische Stadt beherbergt auch jahrhundertealte Moscheen, Kirchen, Karawansereien, Badehäuser, Festungen und Stadtmauern, die alle von ihrer Geschichte erzählen.

Choy ist vielleicht nicht auf dem Radar jedes Reisenden, aber es ist eine gute Wahl für Ökotouristen, da es neben farbenfrohen geologischen Besonderheiten, auch viele malerische Wanderungen und Panoramablicke bietet. Therapeutische Warmwasser-SPA´s, Salzminen und christliche Zentren gehören zu den weiteren Besonderheiten der Stadt.

https://www.tehrantimes.com/news/480403/Tourism-in-Khoy-to-benefit-from-Shams-mausoleum-minister-says

 

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Teheran Museum zeigt 7.000 Jahre alte Mutter-Kind-Figur

Teheran Museum zeigt 7.000 Jahre alte Mutter-Kind-Figur

Nach Angaben der Organisatoren ist die 7.000 Jahre alte Figur die früheste Darstellung einer Mutter und eines Kindes, die im Iran entdeckt wurde.

Anlässlich des nationalen Frauentags hat das Nationalmuseum des Iran eine 7.000 Jahre alte Tonfigur einer Mutter ausgestellt, die ihr Kind umarmt.

„Diese Figur ist das einzige entdeckte Beispiel iranischer prähistorischer Kunst, das eine Mutter mit einem Kind im Arm zeigt“, sagte der Direktor des renommierten Museums den Besuchern während der Eröffnungszeremonie.

Zeitgleich mit dem Frauentag im Iran am 13. Januar 2023 beschloss das Nationalmuseum des Iran, eines der wichtigsten und einzigartigsten Werke seines Bestandes in Form einer einzigen Ausstellung auszustellen, erklärte Jebrael Nokandeh.

„Archäologen haben diese Figur aus einem gravierten Gebäude namens Niayeshgah („Ort der Anbetung“) ausgegraben, das etwa siebentausend Jahre alt ist, in Tepe Zagheh in der Qazvin-Ebene.“

„Es ist aus gebranntem Ton und zeigt eine Mutter mit einem Kind im Arm. Der Kopf der Mutter ist länglich und fast kegelförmig, und ihre Augen werden durch mehrere Rillen dargestellt. Das Kind wurde separat aus Ton hergestellt und dem Körper hinzugefügt“, erklärte Nokandeh.

„Der Bildhauer hat das Kind in den Armen der Mutter so kunstvoll dargestellt, dass es trotz seiner geringen Größe beim Betrachter die emotionalen Gefühle einer Mutter gegenüber ihrem Kind hervorruft, und vielleicht um dies zu betonen, hat der Künstler mit der Darstellung dieser Mutter kreativ die Grenze des Naturalismus überschritten mit vier Händen“, fügte er hinzu.

„Dieses sehr kleine alte historische Werk erzählt die Geschichte von mehr als siebentausend Jahren reicher Kultur und Zivilisation des Iran“, sagte Nokandeh.

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Der Uhrturm von Täbriz wird in ein Museum umgewandelt

Der Uhrturm von Täbriz wird in ein Museum umgewandelt

Der Uhrturm von Täbriz, eines der bedeutendsten historischen Denkmäler der alten iranischen Stadt, wird in ein Museum für kulturelles Erbe umgewandelt.

Das Denkmal, das der Gemeinde Täbriz gehört, wird restauriert, bevor es zu einem touristischen Ziel umfunktioniert wird, sagte ein lokaler Beamter am Samstag.

Das Denkmal, das von den Einheimischen Bordsch-e Sa’at genannt wird, befindet sich genau im Herzen der Stadt. Einige sagen, es sei unmöglich, Täbris zu besuchen, ohne dieses symbolische Gebäude zu sehen.

Sa’at bedeutet Uhr auf Persisch und der Sa’at-Turm ist Teil eines Gebäudes, das zum Rathaus und Hauptbüro der Stadtverwaltung von Täbriz, der Hauptstadt von Ost-Aserbaidschan, gehört.

In dem Gebäude werden historische Karten und Fotos von Täbriz zusammen mit dem Goldenen Schlüssel von Täbriz aufbewahrt.

Täbriz, die Hauptstadt von Ost-Asarbaidschan, ist seit Jahrtausenden von Geschichte und Kultur durchdrungen und umfasst mehrere historische und religiöse Stätten, darunter die Dschameh-Moschee von Täbriz und Arg von Täbriz sowie den UNESCO-registrierten Historischen Basar von Täbriz, um nur einige zu nennen.

Täbriz, auch Täbris geschrieben, ist die Hauptstadt der Provinz Ost-Aserbaidschan im Iran, größte Stadt des gleichnamigen Landkreises, fünfte der größten Städte des Iran und gilt als eines der größten kulturellen Zentren.

Die Gründungsgeschichte der Stadt ist historisch umstritten: einige Quellen nennen die Zeit der Sassaniden während andere behaupten, Gründerin wäre eine Frau Harun ar-Raschids gewesen. Der Name Täbris bewahrt das Andenken an Tomrus, Königin der Saka, welche Kyros, König der Achämeniden, im Krieg tötete.

Täbriz war Teil des Sassanidenreiches, später, nach der Invasion der Turkvölker, Hauptstadt des Reiches der Ilchane im Iran (1270 bis 1305 n.Chr.), des Reiches der Ak Koyunlu (1469 bis 1502 n.Chr) und der Safawiden (1502 bis 1548 n.Chr.).

Starke Erdbeben zerstörten die meisten historischen Monumente. Bis heute erhalten ist die Zitadelle (Arg-e Täbriz oder Arg-e Alishah), eine Ruine vertikaler buchförmiger Elemente und die Kabud-Moschee (Blaue Moschee), die 1465 n.Chr. erbaut wurde.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören:

  • Alischah Zitadelle
  • Amir Nizam Haus – Qadschar-Museum
  • Aserbaidschan Museum
  • Bazar von Täbriz
  • El Goli
  • Freitagsmoschee
  • Haydarzade Haus
  • Imamzade Hamza
  • Kabud-Moschee (Blaue Moschee)
  • Maqbarat-u-Schuara
  • Muharram-Museum von Täbriz
  • Sahib-ul-Amr Moschee mit dem Qur’an-Museum
  • Salmasi Haus
  • Schoghakat-Kirche

In der Nähe der Stadt liegt auch der Eynali Berg (Rotes Gebirge).

Täbriz ist in der Kunst bekannt für die Täbriz-Schule.

https://www.tehrantimes.com/news/481138/Clock-Tower-of-Tabriz-to-turn-into-museum

http://www.eslam.de/begriffe/t/taebriz.htm

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Ferdows Garden (Cinema Museum of Iran)

Ferdows Garden (Bagh-e Ferdows or Cinema Museum of Iran) is a historical complex located in the district of Tajrish in the northern part of the city of Tehran (Tehran Province)

Ferdows Garden (Bagh-e Ferdows) is a historical complex located in the district of Tajrish in the northern part of the city of Tehran (Tehran Province). The construction of this complex (garden and the palace located in it) dates back to the reign of the Qajar dynasty.

The area of Ferdows Garden is 20,000 square meters and the area of its aristocratic mansion is 1,000 square meters. The mansion comprises three and a half floors, which have exquisite decorations and beautiful plasterworks. There are three halls with separate halls on the first floor while the second floor has four halls. The garden area of the complex houses a pond and bronze statues of Suhrawardi (the famous Iranian philosopher of the sixth century AH/13th century CE) and Ibn Haytham (an Iranian scientist and the first scientist of light physics in the world).

Ferdows Garden has changed several hands (owners) and has undergone changes and repairs, and its mansion has, at times, been used as a school, a center of artistic activities, a film producing training center, and was eventually converted into a cinema museum in the year 2002 with the aim of collecting, preserving, registration and presentation of the heritage of Iranian cinema.


Different parts of the Ferdows Garden (Cinema Museum) include:

- The Blue Hall, which depicts the history of Ferdows Garden, Cinema Museum, the emergence of cinema in the world and Iran, the pioneers of cinema in Iran, and the first filmmaking equipment used in Iran;


- The Middle Hall (contemporaries), which provides information on behind the scene of Iranian films along with portraits of directors, cinematographers, make-up artists, stage and costume designers, and some of the Iranian cinema accessories;


- The International Hall, introducing the visitors to international awards of the Iranian cinema and the Iranian film festivals;


- The Sacred Defense Exhibition, providing information on films made on this issue, their directors, and the main contributors to their making;


- An Exhibition hall introducing the first cinema theaters, the first cinema owners, and the best-selling films of Iranian cinema;


- The Child Exhibition Hall, which provides information on actors, filmmakers, etc. who engaged in child and adolescence cinema;


- Ali Hatami’s Exhibition Hall displaying mementos of Ali Hatami, sculptures of Ezzatollah Entezami and Ali Hatami, costumes used by the Iranian artists in films produced before and after the Islamic Revolution;


- The Exhibition Hall of Celebrities in which pictures of the greats personalities of the Iranian cinema in various fields are at display;


- A Dubbing and Audio Exhibition Hall to introduce old equipment and tools for recording audios and producing record disks of movies, etc.;


- Farhad’s House to display a number of the personal belongings, books, and instruments of Farhad Mehrad (the Iranian singer, composer, and musician - 1944-2002);


- The Hall of History to introduce the first human efforts in the East for recording movements, early theater activities in China and India, the first illustrations made by Iranian to narrate Ferdowsi’s Shahnameh and religious narratives; and


- The Armenian Exhibition, introducing the effective role of Armenians in Iranian cinema.


The Cinema Museum holds 40,000 photographs of Iranian cinema and artists, more than 5,000 volumes of cinema magazines, 3,000 pieces of historical documents, correspondence and contracts, about 350 sets of tools and instruments, 2,500 film announcements, and 4,000 screenplays. The complex also has two cinema halls.

 

 
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Pars Museum

It is known as Shiraz Pavilion and the oldest museum in Fars province. Pars Museum or Nazar Garden is the homage of numerous valuable items and objects from different historical eras, from pre-Islamic to post-Islamic. Let’s take a closer look at this exciting museum.

If you have visited Golestan Palace, you may know that the remaining of Karim Khan Zand has been buried under Karim Khani Nook and was later moved to Shiraz during Pahlavi dynasty. The question is what happened to them after that?
Nazar Garden is one of the beautiful gardens of Shiraz. It is an octagonal mansion that was initially built as a greeting room for guests and had ceremonial arrangements. The mansion has a central hall with four alcoves or Shahneshin on the ground. It was built in 1315 SH by the efforts of Society for the National Heritage of Iran as well as Ali Asghar Hemmat. After the change of its function, it was opened as a museum outside Tehran and is known as Pars Museum of Shiraz.
Pars Museum is where the remaining of Karim Khan Zand was moved to, and today it is also called the Karim Khan Tomb. An interesting point is that the mansion that is now the museum, was built by Karim Khan himself. Relics and artifacts from pre-Islamic and Islamic era are exhibited in this museum.
Pars Museum has in its collection valuable artifacts such as metals and coins that belong to fourth millennium B.C to contemporary history. In addition to pre-Islamic objects, many ten covers of the holy Quran are accompanied with elegant collections of watercolor paintings. Papier-mâché works of artists from Zand era can be seen, too. However, it is a sword known to belong to Karim Khan Zand that attracts the attention of the visitors.
Another unique object of the museum is Haftadman Quran. It was handwritten in Muhaqqaq calligraphy by Ibrahim Sultan, the Timurid prince, in ninth-century AH. This is the same Quran that was at first kept on the portal of Darwazeh Ghor’an and was later moved to Pars Museum in 1316 SH.
However, it feels like Karim Khan Zand Tomb in the center of this complex. Following his will, he was buried in the eastern alcove of the mansion in 1193 AH. His remaining was later moved to Tehran by Agha Mohammad Khan Qajar. He despised Karim Khan Zand so much that buried his remaining in Golestan Palace so that he would disgrace them under his feet every day. Eventually, they were moved back to Nazar Garden where they were buried for the final time.

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Das Anthropologische Museum von Sanandaj

Das Anthropologische Museum von Sanandaj (persisch موزه مردم شناسی سنندج) ist ebenfalls geschichtlich von großer Bedeutung und eine Touristen-Attraktion.

Das Hauptgebäude befindet sich im südlichen Flügel. Es besteht aus einem Unter- und einem Obergeschoss.

Das Untergeschoss ist mit einem Gewölbe überdacht und mit Spiegelarbeiten geschmückt. Ein sechseckiges Steinbassin wurde im Untergeschoss angebracht. Drumherum befinden sich Sitzbänke. Der Hof ist mit Steinen gepflastert, auch da ist ein Bassin angelegt worden.

Das Gebäude ist mit Steinen, Ziegeln und Holz gebaut worden. Der interessanteste Teil des Museums ist das „Ersi“ oder das große Saal-Tor.

Der ist aus Holz mit eingearbeiteten bunten Gläsern gebaut worden: Ein Meisterwerk der Holz- und Tischlerkunst. Es sucht seinesgleichen in Iran.

Im Museum sind Funde aus Dörfern und Städten Kurdistans ausgestellt worden, jeweils ihren Epochen zugeordnet. Im Untergeschoss werden anthropologische Aspekte, Trachten, Werkzeuge, Landwirtschaftsinstrumente und einheimische Kunst präsentiert.

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Wasser-Museum in Yazd

Im Jahre 2000 eröffnete das Wasser-Museum von Yazd (persisch موزه آب یزد). Es zeigt Behälter zur Trinkwasseraufbewahrung sowie historische Technologie, die mit Wasser zu tun hat.

Sehr interessant sind vor allem die Informationen zum Canat-System der Wasserverteilung. Das Gebäude selbst stammt von 1887. Das Wassermuseum ist einzigartig in seiner Art. Es hat fünf Stockwerke, mitten hindurch fließt ein Qanat-Kanal, der Hunderte Jahre alt ist. Drei Stockwerke sind eigentlich unterirdisch, also Untergeschosse.

Das vierte Stockwerk ist das eigentliche Erdgeschoss. Auf dem Dach kann man aus dem Brunnen Wasser ziehen, mit der alten Methode: einem Rad; der Wasserspeicher befand sich im Erdgeschoss und wurde vom Brunnen gespeist.

Heute sind im Museum über 200 historische Gegenstände ausgestellt, die mit dem Bau von Qanaten, der Wasserspeicherung und dem Transport zusammenhängen. Auch Dokumente und Papiere über die wichtigsten Qanate in Yazd kann man hier einsehen.
Das Museum zeigt Behälter zur Trinkwasseraufbewahrung, sowie die historische Technologie, die mit Wasser zu tun hat. Sehr interessant sind vor allem auch die Informationen zum Qanat-System.

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Das Kunstgewerbemuseum Isfahan

Das Kunstgewerbemuseum Isfahan (persisch موزه هنرهای تزئینی اصفهان) wurde 1995 gegründet. Mehr als 3000 Kunstwerke aus der Safawiden- und Kadscharen-Ära werden hier aufbewahrt. Das Museumsgebäude stammt aus der Ära Abbas I.

Während dessen und seiner Nachfolger Zeit, wurde das Gebäude als Stall des Tschehel Sotun-Palastes verwendet und Ausrüstungen für Pferde in ihm gelagert.

Ein mehrstöckiger Turm aus der Kadscharen-Dynastie befindet sich gleich neben dem Museum. Zunächst wurde er als Wachturm genutzt, später in ein Gefängnis umgewandelt. Der Turm weist keinerlei Dekorationen auf, gilt aber als bemerkenswertes Relikt safawidischer Architektur.

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Museum der Konstitution von Täbriz

Museum der Konstitution von Täbriz (persisch موزه مشروطه تبریز) befindet sich im westlichen Flügel vom Täbrizer Basar.

Die Provinz Ost-Aserbaidschan und besonders die Stadt Täbriz spielten eine große Rolle beim Sieg der konstitutionellen Revolution in Iran vor über 100 Jahren.

Mit der Gründung eines Museums im Haus der Konstitution, in dem Dokumente und Werke von den großen Führern dieser Revolution sowie Fotos und Dokumentationen über die Ereignisse rund um die Revolution gesammelt sind, wurde ein notwendiger und sinnvoller Schritt unternommen.

Von 1975 an hat man alle Andenken, Gegenstände und Dokumente zu diesem Thema und diesem Abschnitt der iranischen Geschichte vom Aserbaidschan-Museum, sowie die Geschenke der Bürger von den Führern und Kämpfern dieser Revolution gesammelt und schließlich das Museum der Konstitution eröffent. Neben den erwähnten Dokumenten

Das Gebäude des Museums zählt zu den schönsten in Tabriz. Der erste Besitzer war Hadsch Mahdi Kuze-Kanani. Während der 11-monatigen Auseinandersetzungen war das Gebäude Kommandozentrum der Freiheitskämpfer.

Das Gebäude besitzt eine Fläche von 1200 qm. 1975 wurde es in die Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen.

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Das Wasser-Museum von Yazd: Eine Ausstellung über den menschlichen Kampf um das Überleben

Im Wasser-Museum von Yazd sind verschiedene Geräte zur Gewinnung und Weiterleitung von Wasser ausgestellt – Objekte, die den Einsatz des Menschen für sein Überleben und die Fortführung des Lebens verdeutlichen.

Yazd ist eine Wüstenstadt im Iran, in der Trockenheit und geringer Niederschlag das Leben stark von der Wasserversorgung abhängig machen. Seit frühester Zeit haben die Bewohner dieser Region Methoden zur Wasserweiterleitung entwickelt, um diese kostbare Ressource möglichst effizient zu nutzen und Verluste so gering wie möglich zu halten. Das Wasser-Museum von Yazd, nördlich des historischen Amir-Tschakhmaq-Platzes gelegen, ist ein Zeugnis für die jahrhundertelangen Bemühungen der Wüstenbevölkerung, Zugang zu wertvollen Wasserquellen zu sichern. Dieses Museum wurde im Jahr 2000 (1379 nach iranischem Kalender) im Haus der Kalahduzha (Kolahduzha) eröffnet.

Merkmale des Gebäudes des Wasser-Museums von Yazd

Das Haus der Kalahduzha, in dem sich das Wasser-Museum von Yazd befindet, wurde Ende der Kadscharen-Zeit (19. Jahrhundert) von einem bekannten Kaufmann namens Haj Akbar Kalahduz errichtet. Aus architektonischer Sicht gilt es als ein „Haus mit Sichtschutz“ (Hedschab) und verfügt bei einer Grundfläche von 720 Quadratmetern über einen Innen- (Andaruni) und einen Außenbereich (Biruni). Das Gebäude umfasst fünf Stockwerke.

Jede dieser Etagen hatte spezifische Funktionen und Besonderheiten, die sich wie folgt darstellen:

  1. Erste Etage: Ein Abzweig aus den beiden Kanälen (Qanaten) Rahim-Abad und Zarsch (Zartsch) verläuft durch das erste Stockwerk. Die Qanat von Zarsch ist eine der ältesten in Yazd. Sie wurde vor rund zweitausend Jahren angelegt und führt noch immer Wasser über eine Länge von 75 Kilometern.
  2. Zweite Etage: Diese Etage befindet sich zehn Meter unter der Erdoberfläche und hat eine achteckige Form. Die Temperatur hier ist bis zu 20 Grad niedriger als die Außentemperatur. Aus diesem Grund wurde sie zur Lagerung von Lebensmitteln genutzt. Es gibt ein Becken, das stets mit kühlem Wasser aus der Qanat gefüllt war – ein sogenanntes Payab, also eine Stelle, an der das Wasser nicht zu tief ist, sodass man es leicht entnehmen kann. An der Decke hängt ein hölzerner Korb, in dem früher Lebensmittel wie Käse und Öl aufbewahrt wurden. Außerdem sind mehrere Haken zu sehen, an denen Fleisch aufgehängt wurde.
  3. Dritte Etage: Diese Etage ist das eigentliche Untergeschoss (Keller) des Hauses Kalahduzha und umfasst mehrere Gänge und Räume, die von den Bewohnern des Hauses während der Sommermonate bewohnt wurden.
  4. Vierte Etage: Diese Etage bildet das Erdgeschoss des Hauses. Hier befinden sich ein Fünf-Fenster-Zimmer (Pandsch-Dari), ein Raum mit Windturm (Badgir), der Hauptsaal (Talar), Fenster mit buntem Glas (Orsi), die Küche, ein Wasserreservoir und Unterkünfte für das Personal. Auf dieser Etage gibt es zwei Wasserbecken, und die Wände sind mit Muqarnas-Verzierungen, Gipsarbeiten und Spiegelmosaiken geschmückt. Diese aufwendigen Dekorationen zeigen Pflanzen- und Vogelmotive und sind von hohem künstlerischem Wert.
  5. Fünfte Etage: Diese Etage entspricht im Wesentlichen dem Dach des Hauses und beherbergt ein Brunnenhaus (Tschah-Chane). Mithilfe eines Brunnenrades (Tscharch-e Tschah), das hier installiert war, wurde Wasser aus Brunnen mit dem Namen „Tschehel Gaz“ heraufgezogen und für das Trinken und die Körperpflege genutzt.

Die Umwandlung des Hauses Kalahduzha in das Wasser-Museum von Yazd

Der Gedanke, in Yazd ein spezielles Wasser-Museum einzurichten, wurde erstmals 1999 (1378) geäußert. Ein Jahr später wurde das Haus der Kalahduzha zum Wasser-Museum umgestaltet, um dort verschiedene Gegenstände zur Wassergewinnung und -weiterleitung zu präsentieren.

Die Wahl fiel auf das Haus der Kalahduzha aufgrund einiger besonderer Vorzüge:

  1. Es liegt in der Nähe des Amir-Tschakhmaq-Platzes, eines der Hauptziele von Touristen in Yazd, und zeichnet sich durch eine außergewöhnlich schöne Architektur und einzigartige Verzierungen aus.
  2. In diesem Gebäude fanden sich zahlreiche wasserbezogene Bau- und Versorgungselemente wie Payab, Kühlraum (Sardab), Brunnenhaus, Brunnenrad, Wasserspeicher und Qanat.

Das Wasser-Museum von Yazd und seine Ausstellungsstücke

Das Wasser-Museum von Yazd beherbergt rund 200 Objekte, die mit den verschiedenen Phasen der Wassergewinnung und -weiterleitung in Zusammenhang stehen. Dazu gehören Werkzeuge für den Qanat-Bau, Dokumente über Qanaten, Beleuchtungsmittel und Gefäße zum Transport von Wasser und Verpflegung für die Qanat-Arbeiter – darunter Krüge, Feldflaschen (Mäschrebe), Brunnenräder (Tscharch-e Tschah) und Wasserschläuche (Mäschk) sowie Gegenstände zur Wasserverteilung (Taas und Sarje) und Werkzeuge für die Nutzung der Wasserkraft. Diese Objekte sind aus Kupfer, Messing, Glas, Ton oder Holz gefertigt. Die ältesten Exponate im Museum sind Öllampen, die aus einem Baumwolldocht und einem kleinen Tank bestehen. Daneben gibt es im Museum Karbidlampen, die aus einem weißen Stein ähnlich Kalkstein (Karbid) hergestellt wurden.

Ebenfalls ausgestellt ist eine Wasseruhr, die früher „Sabukeschi“ genannt wurde. Dabei handelt es sich um eine Zeitmessvorrichtung: Ein kleines Kupfergefäß mit einem winzigen Loch im Boden schwamm in einem größeren Wasserbehälter und füllte sich allmählich mit Wasser. Sobald es voll war, bildete dies eine Zeiteinheit namens „Sabu“ und diente zur Regulierung der Wasserzuteilung an die verschiedenen Nutzer.

Die verschiedenen Gegenstände im Wasser-Museum von Yazd verdeutlichen den Einfallsreichtum der Menschen im Iran und insbesondere der Bewohner der Wüstengebiete, wie sie unter schwierigsten Bedingungen Wasservorräte erschlossen und damit das Leben möglich und lebenswert machten.

Museen

Das Iranische Nationalmuseum für Teppiche: Ein Schaufenster der Kunst und Kultur des alten Persiens

Das Iranische Nationalmuseum für Teppiche: Ein Schaufenster der Kunst und Kultur des alten Persiens

Wenn man über iranische Kunst forscht, wird man feststellen, dass der Teppich zu den schönsten und perfektesten Beispielen gehört. Bereits seit der Antike haben die Iraner das Teppichweben erlernt und es im Laufe der Epochen weiterentwickelt. Im gesamten Iran wird in unterschiedlichen Formen gewebt, wobei der Teppich sich jeweils an die Geografie und Kultur der Region anpasst und eine eigene Identität erhält. So wird die Bedeutung des Teppichmuseums für das Verständnis von Kultur und Kunst Irans deutlich.

Im Iranischen Teppichmuseum, das seit 1979 in Betrieb ist, kann man auf einer Fläche von 3400 Quadratmetern verschiedene Arten von iranischen Teppichen sehen. Der Bau dieses Museums begann 1961. Ursprünglich sollte das Gebäude als Teppichgalerie genutzt werden, blieb jedoch 15 Jahre lang ungenutzt, bis es nach umfangreichen Reparaturen und Umbaumaßnahmen schließlich zum „Iranischen Teppichmuseum“ wurde.

Entworfen wurde das Museum von Abdol-Aziz Farmanfarmaian. Die spezielle Architektur lässt die Fassade äußerlich an einen Teppichwebstuhl erinnern – eine intelligente Umsetzung architektonischer Elemente, um den Bau bestmöglich an die im Inneren ausgestellten Werke anzupassen.

Aus welchen Bereichen besteht das Iranische Teppichmuseum?

Das Iranische Teppichmuseum präsentiert im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk handgeknüpfte Teppiche (Farsh), Kelims (Gelim) und Gabbeh. Der Saal im Erdgeschoss dient der Dauerausstellung, während der Saal im ersten Stock für Wechselausstellungen von Teppichen oder teppichbezogenen Objekten genutzt wird. Im Erdgeschoss können bis zu 150 Teppiche gezeigt werden; üblicherweise sind dort 135 Exponate iranischer Teppichkunst zu sehen.

Die meisten älteren Beispiele stammen aus der Safawiden-Zeit, manchmal jedoch auch zeitgenössische Stücke, die in puncto Qualität und Design einzigartig sind. Bei einem Besuch können seltene traditionelle Muster entdeckt werden, etwa Porträtdarstellungen, die „Boteh“-Form (Paisley), das „Zitronendreieck“ (persisch auch als „Seetroni“ bekannt) sowie Tiermotive.

Eine besondere Attraktion sind die sogenannten „Polnischen Teppiche“, die in der Safawiden-Ära für den polnischen Hof in Auftrag gegeben wurden. Darüber hinaus sind wertvolle Bildteppiche (Tablo-Teppiche) aus Täbris und Teppiche mit Motiven aus dem „Baysonghori-Schahnameh“ (einer Ausgabe des Schahnameh) unter den eindrucksvollsten Exponaten.

Ein weiteres Highlight des Museums ist die umfangreiche Bibliothek mit rund 3500 Büchern in verschiedenen Sprachen – darunter Persisch, Englisch, Arabisch, Französisch und Deutsch – über Teppichkunst und iranische Kunst im Allgemeinen. Außerdem gibt es im Iranischen Teppichmuseum ein Kino, in dem Filme zur Teppichwebkunst und zu traditionellen Mustern der Kelimherstellung gezeigt werden.

Die Exponate des Iranischen Teppichmuseums

Grundsätzlich lassen sich alle im Iranischen Teppichmuseum gezeigten Teppiche in zwei Kategorien unterteilen:

  1. Städtische Teppiche (Schahrbaft), die in Städten wie Kaschan, Kerman, Isfahan, Täbris, Khorasan, Kurdistan usw. geknüpft werden und dort zu den wichtigsten Zentren des Teppichhandwerks zählen.
  2. Nomadische Teppiche, die in den verschiedenen Regionen Nordwestirans (Teppiche der Schahsavan), im Westen (Teppiche der Bachtiari, Kurden und Luren), im Nordosten (Teppiche der Turkmenen) sowie im Südosten (Teppiche der Belutschen) entstehen.

Darüber hinaus sind im Museum auch Produkte aus angrenzenden Bereichen der Teppichherstellung zu sehen, etwa Werkzeuge und Hilfsmittel für das Färben (Rangarzi) und die Produktion von Farbstoffen (Rangsazi). Gezeigt werden zudem gefärbte Garne, verschiedene Hilfsmittel des Teppichknüpfens sowie Webstühle, sowohl in senkrechter als auch in liegender Ausführung.

Am Eingang des großen Saals im Erdgeschoss befindet sich eine Karte, die die bekanntesten Zentren der Teppichweberei im Iran zeigt. Besucher des Iranischen Teppichmuseums können sich so auch mit den verschiedenen Techniken des Teppichknüpfens vertraut machen.

Wo befindet sich das Iranische Teppichmuseum?

Die zentrale Lage dieses Museums in der Stadt Teheran ermöglicht eine bequeme Anreise. Das Iranische Teppichmuseum steht im nördlichen Teil des „Park-e Laleh“ (Laleh-Park), einer der größten Parkanlagen Teherans.

Museen

Das Asef-Anwesen oder Haus-e Kord: Das größte ethnografische Museum der iranischen Volksgruppen

Das Asef-Anwesen oder Haus-e Kord: Das größte ethnografische Museum der iranischen Volksgruppen

Das Haus Asef Vaziri, kurz „Asef-Anwesen“ genannt, stammt aus der Kadscharen-Zeit (1796–1925) und liegt in der Stadt Sanandadsch. Heute ist es als ethnografisches Museum von Kordestân („Haus-e Kord“) bekannt. Dieses Gebäude wurde 1996 (1375 nach iranischem Kalender) in die Liste der nationalen Denkmäler des Iran eingetragen und ist ein Symbol der kulturellen Identität des kurdischen Volkes.

In diesem Museum werden wertvolle Zeugnisse zur Kultur und Geschichte Kordestâns der Öffentlichkeit präsentiert. Das Anwesen befindet sich in der Nähe der Freitagsmoschee (Masdschid-e Dschâmeʿ) von Sanandadsch, die neben ihrer historischen Bedeutung auch als eines der Hauptzentren religiöser Rituale in dieser Stadt gilt.

Die Geschichte des Asef-Anwesens

Das Gebäude wurde von Mirza Ali Naqi Khan Laschkarnevis errichtet. Sein Beiname „Asef Aʿzam“ gab dem Bauwerk den Namen. Er begann am Ende der Safawiden-Ära (1501–1736) mit dem Bau dieses Anwesens. In dieser Zeit wurden der nördliche Teil des Bauwerks, darunter der repräsentative Empfangssaal (Talar-e Taschrifat), die Zimmer und Flure an dessen Seiten sowie ein Teil des östlichen Trakts errichtet. In den folgenden Epochen kamen schrittweise weitere Abschnitte hinzu:

  • In der ersten Hälfte der Kadscharen-Herrschaft: Im äußeren Hof (Biruni) entstanden der östliche und westliche Teil sowie das Badehaus (Hammām) des Anwesens.
  • Zwischen 1933 und 1937: Der Innenhof (Andaruni), das halbrunde Portal (Sardari-ye Nim-Hoschti) am Eingang und die Renovierung des westlichen Teils des Empfangssaals wurden durchgeführt.
  • In den Jahren 1999 bis 2003: Sämtliche Teile des Anwesens wurden erneut restauriert. Dabei wurden unter anderem die Pflastersteine im Hof erneuert und der Hof für das Personal in seine heutige Form gebracht.

Die Architektur des Asef-Anwesens

Das Haus-e Kord verfügt über eine Fläche von rund 4000 Quadratmetern. Neben dem äußeren (Biruni) und dem inneren Hof (Andaruni) umfasst das Bauwerk eine Küche (Matbach) und Zimmer für das Personal. Ein halbrundes Eingangsportal (Sardari-ye Nim-Hoschti), ein Eingangsdurchgang (Dâlân) und ein Raum für die Wasserverteilung gehören ebenfalls dazu.

Der äußere Hof des Asef-Anwesens

Der äußere Hof bildet den Haupthof des Gebäudes, ist rechteckig angelegt und verfügt über zwei Iwane (überdachte offene Hallen), ein Wasserbecken und Beete. Sein Entwurf folgt dem Char-Bagh-Stil. An der Nordseite liegt der Hauptsaal, der mit einzigartigen Stuckarbeiten (Gatsch-bari), Muqarnas-Verzierungen und einem schönen Orsi-Fenster (Holzfenster mit buntem Glas) geschmückt ist. An der Ostseite dieses Hofes befinden sich ein Flur, zwei Zimmer und ein Vierfenster-Zimmer (Tschahar-Dari). Auf der Westseite verläuft ein durchgehender Iwan mit Säulen. Dahinter liegt ein Saal mit einem schönen Orsi-Fenster, das kunstvolle arabeske Motive (islāmische Muster) zeigt. Zu beiden Seiten dieses Orsi-Fensters befinden sich zwei Zimmer.

Das Badehaus (Hammām), das sich im äußeren Hof befindet, gilt als das schönste historische Badehaus von Sanandadsch. Seine kunstvoll gearbeiteten Steinsäulen und die dekorativen Kalkreliefs sowie schöne Fliesenarbeiten verleihen ihm einen besonderen Reiz.

Der innere Hof des Asef-Anwesens

Der innere Hof (Andaruni) ist im Vergleich zum Hauptgebäude etwas neuer. Dieser Teil wurde zu Beginn der Pahlavi-Ära (1925–1979) unter Berücksichtigung der regionalen kurdischen Bauweise zweistöckig errichtet und umfasst zudem ein Kellergeschoss sowie einen Iwan mit sechs Holzsäulen und Stuckverzierungen. In der Mitte des Hofes befindet sich ein rautenförmiges Wasserbecken (ábnamâ), umgeben von Beeten.

Der südliche Hof des Asef-Anwesens

Im südlichen Teil des Bauwerks liegt ein kleiner Hof, der als Küchenhof (Hayât-e Matbach) bezeichnet wird und über ein steinernes Wasserbecken verfügt.

Der Raum zur Wasserverteilung

Das Anwesen bezog sein Wasser über einen Qanat-Strang (unterirdischer Wasserversorgungskanal) im Westen von Sanandadsch. Neben dem Eingangsdurchgang (Dâlân) befindet sich der sogenannte Raum zur „Wasserverteilung“ (Taqsim-e Âb). Er diente der Regulierung und angemessenen Zuteilung des Wassers.

Die besondere Architektur des Haus-e Kord im Einklang mit dem Klima von Kordestân

Die Architektur des Haus-e Kord ist an das kalte, gebirgige Klima von Sanandadsch angepasst. Die quadratische Grundform des Gebäudes und die kompakte Anordnung der einzelnen Bereiche reduzieren den Wärmeverlust und halten das Haus wärmer.

Die Ausrichtung nach Norden ermöglicht eine maximale Ausnutzung von Sonnenlicht und Wärme. Das Dach einiger Gebäudeteile, besonders des nördlichen Trakts (Schahneschin – Repräsentationsbereich), ist zweischichtig ausgeführt und daher meist wärmer als andere Bereiche.

Die Umwandlung des Asef-Anwesens in das Haus-e Kord

Nachdem das Asef-Anwesen zu einem ethnografischen Museum für die kurdischen Regionen umgestaltet wurde, trägt es heute auch den Namen „Haus-e Kord“. Es ist das größte ethnografische Museum, das sich ausschließlich einer einzigen Volksgruppe im Iran widmet, und ein Besuch bietet sowohl große Freude als auch lehrreiche Einblicke. Eine Galerie (Negârkhâne), Ausstellungsräume zum städtischen Leben, eine traditionelle Schule (Maktabkhâne), Klöppel- und Häkelarbeiten, Schmuckherstellung, Abteilungen zu Landwirtschaft, Handwerken und Techniken, ein Bereich mit historischen Dokumenten und Fotografien, das Khan-Zimmer, eine Abteilung für Bekleidung, eine Jagdausstellung, ein Bereich für Kunsthandwerk, eine traditionelle Dorfküche sowie Bibliothek und Dokumentationszentrum zählen zu den verschiedenen Abteilungen dieses Museums.

Museen

Der Saadabad-Palast: Ein Komplex mit zehn iranischen Museen

Der Saadabad-Palast: Ein Komplex mit zehn iranischen Museen

Der Saadabad-Palast war zunächst die Sommerresidenz der Qadscharen-Könige (1796–1925). In der Pahlavi-Ära (1925–1979) wurde er nach Erweiterungen und dem Bau zusätzlicher Wohnsitze als einer der Sommerpaläste des Schahs genutzt. Gegenwärtig wird dieser Komplex als Saadabad-Palastmuseum bezeichnet. Er liegt im Norden Teherans, in einer klimatisch bevorzugten Region. Rund um das Gebäude finden sich noch immer alte Residenzen, von denen manche in die Zeit vor der Pahlavi-Ära zurückreichen. Jahrhundertealte Zypressen und Platanen verleihen diesem Palast und seiner Umgebung eine besondere Schönheit.

Die Museen des Saadabad-Palastmuseums

Das Anwesen umfasst 18 Bauwerke mit jeweils unterschiedlicher Architektur. Zehn dieser 18 Gebäude werden als Museen genutzt:

  1. Grüner Palast (Kakh-e Sabz):
  1.  Der erste Palast, den Reza Schah (Regierungszeit 1925–1941) im Saadabad-Komplex errichten ließ, ist der Grüne Palast. Seinen Namen verdankt er der grünen Außenfassade. Vor der Islamischen Revolution (1979) diente dieses Gebäude Mohammad Reza Schah (Regierungszeit 1941–1979) als Privatresidenz, in der er auch vertrauliche Sitzungen abhielt. Im Grünen Palast werden verschiedene Beispiele iranischer Kunst wie Spiegelmosaik, Teppiche, Tazhib-Malerei (Buchmalerei) und Stuckarbeiten (Gachbari) gezeigt.
  1. Palast und Museum Mellat (Kakh-e Mellat):

 Dieser zweistöckige Palast verfügt über große und kleine Zimmer, die als Wohn- und Arbeitsräume der Pahlavi-Könige genutzt wurden. Heute dient er der Ausstellung von Kunstwerken, darunter Skulpturen und Porzellan. Möbel, Kronleuchter und Gemälde sind europäischer Herstellung. In den Sälen finden sich vier großformatige Wandbilder mit Themen aus der iranischen Mythologie.

Das Museum Mellat befindet sich in diesem Palast und zeigt Kunstwerke aus verschiedenen Ländern. Besucher des Saadabad-Palastmuseums können dort Exponate aus unterschiedlichen Zivilisationen entdecken, wie etwa aus dem vorislamischen Persien, Indien, Afrika, dem Fernen Osten, der Maya-Kultur und von den Eskimos.

  1. Museum der Schönen Künste:

 Die meisten Exponate in diesem Museum sind Ölgemälde aus den Dynastien der Safawiden (1501–1736), Afschariden (1736–1796), Zand (1751–1794) und Qadscharen (1796–1925). Diese wurden von Farah, der letzten Ehefrau Mohammad Reza Schahs, bei einem englischen Sammler namens Harold Emmer erworben.

 Das Museum der Schönen Künste umfasst drei Etagen. Im ersten Stockwerk werden „Teestubenbilder“ (Ghahveh-chanehi-Malereien) zeitgenössischer iranischer Künstler ausgestellt. Im zweiten Stockwerk sind iranische Gemälde aus verschiedenen Epochen zu sehen. Das dritte Stockwerk zeigt Werke ausländischer Maler.

  1. Meister-Behzād-Museum:

 Benannt nach Hossein Behzād (1895–1968), der den ursprünglichen iranischen Stil (etwa bei Kamāl ad-Dīn Behzād und Rezā Abbāsi) mit europäischer Kunst verband und so eine Revolution in der iranischen Miniaturkunst auslöste. Behzāds Werke, die auf Papier, Karton oder Faserleinwand entstanden, werden hier präsentiert.

  1. Abkār-Museum:

 Klara Abkār, eine zeitgenössische Malerin armenischer Herkunft aus dem Iran, hatte in ihren Miniaturen einen individuellen Stil. Sie schöpfte Inspiration aus iranischer Literatur und Mystik und verlieh ihren Werken eine harmonisch-musikalische Note.

  1. Mir-Emād-Museum:

 Mir Emād, einer der bedeutendsten Kalligrafen in der iranischen Geschichte, lebte im 18. Jahrhundert. Ihm zu Ehren trägt das Museum für kalligrafische Kunstwerke seinen Namen. Dort können Besucher verschiedene Kunstwerke mit Tazhib (Buchmalerei), Malerei und Kalligrafie bewundern, die auf Papier oder Pergament entstanden sind.

  1. Ethnografisches Museum:

 Wie in vielen Ländern dokumentiert das Ethnografische Museum die Lebensweise der Bevölkerung. Auf zwei Stockwerken präsentiert das Saadabad-Palastmuseum Gegenstände wie Bewässerungs-, Landwirtschafts-, Gartenbau- und Fischereigeräte, Kleidung, Beleuchtungsmittel und Kunsthandwerk.

  1. Wassermuseum:

 Die Iraner haben bemerkenswerte Methoden zur Gewinnung und Weiterleitung von Wasser entwickelt. Ein Teil dieser Errungenschaften wird im Wassermuseum gezeigt – etwa traditionelle Wasserversorgungsanlagen wie Wasserspeicher (Āb-Anbār), historische Eiskeller (Yakhchāl), alte Staudämme und königliche Erlasse zum Thema Wasser.

  1. Militärmuseum:

 Dieses Museum stellt Uniformen und militärische Ausrüstung der Iraner von der Zeit der Achämeniden (550–330 v. Chr.) bis in die Gegenwart aus. Auch ein Teil der Geschichte des Iran-Irak-Krieges (1980–1988) wird hier dokumentiert.

  1. Brüder-Omidwār-Museum:

 Die beiden iranischen Brüder Issa und Abdollah Omidwār reisten innerhalb von zehn Jahren durch 90 Länder. Zahlreiche Objekte und Fotos ihrer Reisen sind in diesem Museum ausgestellt. Ursprünglich handelte es sich um eine kleine Galerie, die jedoch mit der Zeit erweitert wurde und nun ein eigenständiges Museum darstellt. Das Gebäude stammt aus der Qadscharen-Ära und weist entsprechende Verzierungen auf.

Museen

Das Haus von Vahshi Bafaqi – Ehemaliges Zuhause eines großen Dichters, heute ein Museum

Das Haus von Vahshi Bafaqi – Ehemaliges Zuhause eines großen Dichters, heute ein Museum

Der Besuch eines volkskundlichen Museums bietet eine besondere Gelegenheit, sich unmittelbar mit Kultur, Sitten, Bräuchen und dem Alltagsleben der Menschen auseinanderzusetzen. Das Volkskundemuseum von Bafq, eingerichtet im Haus von Vahshi Bafaqi – einem der berühmtesten Dichter Irans – erzählt vom Leben in einer Wüstenstadt und davon, wie ihre Bewohner im Lauf der Jahrhunderte eine reichhaltige, inhaltsreiche Kultur entwickelten.

Wer war Vahshi Bafaqi?

Kamāl ad-Dīn oder Schams ad-Dīn Mohammad Vahshi Bafaqi wurde 1532 in Bafq geboren und starb 1582 in Yazd. In seiner Kindheit erhielt er in seiner Heimatstadt Unterricht, bevor er nach Yazd reiste, um dort von den anwesenden Lehrern zu profitieren. Nach einigen Jahren in Yazd und Kāschān ging er nach Indien und kehrte schließlich, in seinen letzten Lebensjahren, nach Yazd (oder nach Kermān) zurück.

Vahshi Bafaqi verbrachte sein Leben in Armut. Daher ist in seinen Gedichten deutlich eine Melancholie zu spüren. Unerfüllte Liebe, die harten Lebensumstände und die ihn treffenden Widrigkeiten bilden die Hauptthemen seiner Ghazale (Liebesgedichte).

Von Vahshi Bafaqi sind mehrere Dichtwerke überliefert. Das bekannteste ist „Farhad und Schirin“, eine Geschichte über zwei legendäre Verliebte der persischen Literatur. Darüber hinaus existiert ein gesamter Gedichtband (Dīwān) seiner Werke, der Ghazale, Qasīden (Lob- und Preisgedichte) und andere Gedichte umfasst, insgesamt 9076 Verse.

Das Haus von Vahshi Bafaqi

Das Haus von Vahshi Bafaqi befindet sich östlich der Freitagsmoschee (Masdschid-e Jāmeʿ) in Yazd und wurde in rechteckiger Form erbaut. Es wurde 2006 in die Liste der nationalen Denkmäler Irans eingetragen.

Wie viele andere historische Bauten in Yazd besteht auch dieses Haus aus Lehmziegeln (Kischt o gel). Es hat einen großen, schönen Iwān (offene Halle) und sieben kleine, voneinander abgetrennte Zimmer. Diese Zimmer liegen an allen vier Seiten des Innenhofs, wobei jedes – je nach Jahreszeit – von den Hausbewohnern genutzt wurde.

Im östlichen Teil des Hauses befindet sich ein Keller (Untergeschoss), durch den früher ein Wasserkanal floss. Weil dieser Kanal und die abgesenkte Lage des Kellers im Sommer für niedrigere Temperaturen sorgten, bot der Keller einen angenehmen Schutz vor der sengenden Hitze in Yazd. Außerdem diente er aufgrund seiner Kühle als Lager für Lebensmittel.

Für die Beleuchtung der Räume sorgen relativ große Fenster, die aus Holz gefertigt und in einfache, bogenförmige Öffnungen eingesetzt sind.

Früher hielten manche Menschen das Haus für heilig, weil in einer seiner Wände ein alter Grabstein zu sehen war, dem sie Verehrung entgegenbrachten. Inzwischen existiert dieser Stein jedoch nicht mehr.

Vahshi Bafaqi und sein Haus

Aus seinen Gedichten wird deutlich, dass Vahshi Bafaqi sein Zuhause sehr schätzte. Gegen Ende seines Lebens, nachdem er sich in Yazd niedergelassen hatte, verließ er die Stadt nur noch selten und lebte eher zurückgezogen. Berichte alteingesessener Yazder verweisen auf Erzählungen ihrer Vorfahren, wonach Vahshi in seinen letzten Lebensjahren nachmittags in einer Straße namens „Āruk“ saß und sich mit älteren Leuten unterhielt. Er wurde schließlich gegenüber dieser Gasse beigesetzt.

Das volkskundliche Museum

Heute ist das Haus als Volkskundemuseum von Bafq bekannt, in dem Einblicke in das Leben der Einwohner dieser Wüstenregion gegeben werden. Ausgestellt sind alte Schmuckstücke, traditionelle Heil- und Apothekenausrüstung, landwirtschaftliche Geräte, Werkzeuge für Weberei und Schmiedekunst, Keramik- und Metallgefäße, Beleuchtungsgegenstände, regionale Kleidung und Kunsthandwerk.

Auf einem kleinen Iwān dieses Hauses sind beispielsweise ein hölzernes Spinnrad, eine Strohmatte und steinerne Gefäße zu sehen. Im Hof befinden sich mehrere alte Brunnenräder (Tscharch-e Tschāh). Früher nutzte man sie beim Ausheben von Wasserbrunnen und beim Säubern der Qanaten (unterirdische Wasserkanäle), um Erde herauszubefördern.

Museen

Das Sanandadsch-Museum: Eine Ausstellung mit Artefakten von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart

Im Anwesen Salar Said, das heute als Sanandadsch-Museum bekannt ist, werden historische Objekte von der Vorgeschichte bis in die neuere Zeit präsentiert.

Das Salar-Saʿid-Anwesen, heute als Sanandadsch-Museum bekannt, wurde von „Mollā Lotfollah Scheich-ol-Eslām“ erbaut. Nach seinem Tod wurde das Anwesen in zwei Teile geteilt und an die Familien Habibi und Salar Saʿid verkauft. So erhielt jeder Teil den Namen seines neuen Besitzers: Der Innenhof (Andaruni) fiel an die Familie Habibi und der äußere Bereich (Biruni) an „Salar Saʿid“, einen Ehrentitel von ʿAbdolhamid Sanandadschi. Salar Saʿid übergab diesen Teil des Hauses an das Kultusministerium. Bis 1972 wurde das Gebäude als Lehrerseminar, Bibliothek und Pfadfinderhaus genutzt. Anschließend wurde es restauriert und auf Vorschlag des Kultus- und Kunstministeriums in ein Museum umgewandelt.

Architektonische Merkmale des Sanandadsch-Museums

Das Salar-Saʿid-Anwesen besteht ursprünglich aus zwei Etagen: einem Keller (Untergeschoss) und einem Erdgeschoss. Die Decke des Untergeschosses ist kuppelförmig und vereint Stuck- und Spiegelverzierungen (Ayene-kari). In der Mitte des Raumes befindet sich ein sechseckiges Wasserbecken. Im Erdgeschoss hingegen ist die Decke mit einem Schrägdach (schirovāni) versehen. Hier nimmt der Empfangssaal (Talar-e Taschrifat) den größten Teil des Raums ein. An der Nordseite dieses Stockwerks befindet sich ein siebenfenstriger Raum mit Orsi-Fenstern, der zum Hof hin ausgerichtet ist.

Dieses kunstvolle Orsi-Fenster wurde von einem renommierten Meister aus Sanandadsch mit Namen „Habibollah Sanandadschi“ gefertigt, der den Künstlernamen „Ostād Nesā“ trug. Das Orsi im Salar-Saʿid-Anwesen gilt als schönster Bauteil des Hauses.

Das Sanandadsch-Museum

Das Salar-Saʿid-Anwesen, das heute den Namen Sanandadsch-Museum trägt, gliedert sich in zwei Hauptabteilungen: Archäologie und Ethnografie (Volkskunde). Der archäologische Teil umfasst Objekte von der Vorgeschichte bis in die Kadscharen-Zeit (18. Jahrhundert). Einige Exponate wurden aus benachbarten Provinzen zusammengetragen. Manche der hier gezeigten Objekte wurden von Schmugglern beschlagnahmt, die versuchten, sie außer Landes zu bringen.

Im ethnografischen Teil, der zu Beginn als provisorische Ausstellung angelegt wurde, sind verschiedene Aspekte des Lebens in Kordestān zu sehen. Gezeigt werden zum Beispiel landwirtschaftliche Werkzeuge, traditionelle Musikinstrumente und Kleidung.

Abteilungen des Sanandadsch-Museums

Die unterschiedlichen Exponate des Sanandadsch-Museums sind in vier Bereichen zu sehen:

  1. Abteilung Vorgeschichte
  1.  Dieser Bereich liegt im Eingangsflur des Anwesens neben dem Hauptsaal. Hauptsächlich werden hier keramische Funde aus verschiedenen Teilen Kordestāns gezeigt, besonders aus den Kreisen Kangāwar und Bāneh.
  1. Abteilung Historische Zeit

 In diesem Bereich befindet sich der Großteil der Museumsstücke. Zu sehen sind u. a. Fundstücke aus dem historischen Hügel Ziwiye, einer der wichtigsten Ausgrabungsstätten in der Provinz Kordestān. Darunter befinden sich mehrere Stücke aus Goldschmuck für Frauen, keramische Gefäße in den Farben Grau, Rot und Hellbraun, eine kleine Kanne mit Blumenmotiv und Glasur in Türkis, Weiß und Gelb, verschiedene Äxte, Begräbnisspangen, Nähnadeln und Ringe sowie Gegenstände aus Knochen. Daneben sind einige Steinobjekte wie Ringe und Perlen ausgestellt.

Einige Lanzen-, Dolch- und Figurenfunde befinden sich ebenfalls hier, ihr genauer Fundort ist jedoch unbekannt. Zudem besitzt das Museum mehrere Bestattungsurnen, von denen einige so groß sind, dass sie im Freien platziert wurden. Auch Funde aus der Karftu-Höhle werden hier gezeigt.

  1. Abteilung Islamische Zeit

 Dieser Bereich ist in zwei Teile gegliedert, in denen Metall- und Keramikgegenstände aus islamischen Epochen zu sehen sind.

  1. Abteilung Wechselausstellungen

 Das Kellergeschoss (Untergeschoss) des Salar-Saʿid-Anwesens dient der Präsentation wechselnder Exponate wie Bronzefiguren und Glaswaren. Die ausgestellten Objekte ändern sich je nach Programm

des Museums. Im Außenbereich sind Inschriften und Grabsteine zu finden, die ebenfalls von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden.

Museen

Das Volkskundemuseum Abarkuh: Eine Ausstellung über das menschliche Leben im harten Wüstenklima

Das Volkskundemuseum Abarkuh: Eine Ausstellung über das menschliche Leben im harten Wüstenklima

Die Stadt Abarkuh

Abarkuh ist keine große Stadt, verfügt aber über eine lange Geschichte und zahlreiche historische Bauwerke. Einige der alten Funde aus den verschiedenen Bauten dieser Stadt werden heute im Volkskundemuseum Abarkuh aufbewahrt. Dieses Museum ist in einem der alten Häuser der Stadt untergebracht, das den Namen „Haus-e Ṣowlat“ (Haus-e Ṣowlat) trägt. Ein Besuch im Volkskundemuseum Abarkuh bietet nicht nur Einblicke in die Lebensweise und Geschichte der Einwohner, sondern zugleich das Erlebnis, ein historisches Gebäude zu betreten.

 

Geschichte des Haus-e Ṣowlat bzw. des Volkskundemuseums Abarkuh

Die Entstehung des Haus-e Ṣowlat reicht in die späte Zeit der Dynastie der Zand (Ende des 18. Jahrhunderts) und den Beginn der Kadscharenzeit (frühes 19. Jahrhundert) zurück. Dieses alte Gebäude liegt an einem der alten Plätze von Abarkuh, der Darwāze Meydān (Darvāze-ye Meydān) genannt wird und in dessen Umgebung sich mehrere andere historische Wohnhäuser befinden. Im Jahr 1997 (1376 Sonne/Hidschra) wurde das Haus Ṣowlat in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans aufgenommen. Zehn Jahre später, also 2007 (1386 Sonne/Hidschra), wurde das Gebäude als Volkskundemuseum von Abarkuh eröffnet und seither sind dort verschiedene Exponate zu sehen, die größtenteils mit Hilfe der Stadtbewohner zusammengetragen wurden.

 

 

Einige Exponate im Volkskundemuseum Abarkuh

Das Volkskundemuseum Abarkuh zeigt Kultur und Lebensweise der Stadtbevölkerung aus unterschiedlichen Epochen. Zu den präsentierten Objekten zählen Schusswaffen (Pistolen, Gewehre), landwirtschaftliche Geräte, Badeutensilien, historische Dokumente, Münzen aus der Kadscharenzeit, Siegel, Schmuckstücke, gravierte Steine, Petroleumlampen aus Kupfer, Messing und Weißblech (Warschu), ältere Vorhängeschlösser und Stahlschlösser, traditionelle Kleidungsstücke sowie einige handschriftliche Manuskripte verschiedener Bücher. Unter den historischen Dokumenten befinden sich auch Heiratsurkunden (ḳebāle-ye ezdevāǧ), die aufgrund ihres Alters und der Schreibkunst sehr bemerkenswert sind.

Insgesamt umfasst das Museum annähernd 800 wertvolle und historische Exponate aus der Zeit nach der Islamisierung bis in die Gegenwart. Außerdem zeigen verschiedene Bereiche im Museum Handwerkstechniken wie Teppichknüpfen, Näharbeiten für Bettzeug, die Fertigung traditioneller Stoffschuhe (gīve-dūzī), das Filzen (namad-mālī) sowie Webarbeiten. Auch die typische Lokaltracht der Einwohner von Abarkuh wird ausgestellt. Eine Besichtigung dieses Museums vermittelt ein anschauliches Bild davon, wie sich Menschen in einer trockenen und klimatisch herausfordernden Wüstenregion an die dortigen Lebensumstände anpassten.

 

Architektur des Volkskundemuseums Abarkuh

Von außen wirkt das Haus-e Ṣowlat – oder eben das Volkskundemuseum Abarkuh – lediglich wie ein aus Lehmziegeln (ḫešt) errichteter Bau. Wer aber erst einmal eintritt, entdeckt eine Welt voller ästhetischer Verzierungen und Dekorationen. Bereits der Eingangsbereich weist hübsche Gipsarbeiten (gač-borī) und stuckartige Ornamente auf. Von dort führt ein längerer Flur zu einem eher massiven, turmartigen Teil.

Dieses Haus umfasst etwa 1 000 m² Grundfläche und besitzt einen zentralen Innenhof, in dessen Mitte sich ein Bassin mit Springbrunnen und ein kleiner Garten (bāgče) befinden. Die heutigen Steinplatten des Hofes sind das Ergebnis moderner Renovierungen, die vor einigen Jahren durchgeführt wurden. Der Korridor vor dem Hof ist mit Gipsarbeiten verziert, und an den Ecken der verandaartigen Säulen lassen sich Nischen (gūšvar) erkennen. Der Innenhof selbst liegt rund einen Meter tiefer als das umliegende Bodenniveau, sodass ein traditioneller iranischer Iwān (Vordach) vor den Zimmern entsteht.

Wie viele iranische Altbauten ist das Haus-e Ṣowlat in einen äußeren (bīrūnī) und einen inneren Wohnbereich (andarūnī) unterteilt. Der innere Teil war für die Frauen, Mägde und Bediensteten bestimmt, der äußere hingegen für die Männer und Gäste.

Inklusive Keller hat das Gebäude drei Stockwerke. An der Nordseite liegt ein Raum mit fünf kleineren Fenstern, der nach Süden ausgerichtet ist, um möglichst lange das Tageslicht zu erhalten. Hier verweilte man bevorzugt in den kalten Wintermonaten. Dagegen liegt dem gegenüber ein Raum, dessen Fenster nach Norden weisen und der – wegen der geringeren Sonneneinstrahlung – in den heißen Sommermonaten genutzt wurde. Dieser Raum besticht durch Gipsreliefs in floralen oder abstrakten Mustern. Darunter befindet sich ein Wasserzugang (pāyāb), über den man direkt an eine Qanāt (Grundwasserkanal) gelangt. Da Wasser in der kargen Wüstenregion Irans von unschätzbarem Wert war, zeugt ein Haus mit eigenem Qanāt-Zugang von hohem Wohlstand des Hausherrn. Tatsächlich gehörte dieses Anwesen einst dem lokalen Khan namens Ṣowlat, der zu den wohlhabenden Familien der Stadt zählte.

Museen

Der Spiegelpalast (Qasr-e Ayineh) – Ein Museum des Lichts und der Helligkeit

Das Museum Qasr-e Ayineh, auch bekannt als Museum für Licht und Helligkeit, ist eines der Museen in der Stadt Yazd, bei dem die Ausstellung von Beleuchtungsgegenständen im Vordergrund steht.

Die Bedeutung von Licht

In den östlichen Gesellschaften gilt „Licht“ als eines der bedeutendsten Elemente des Lebens. Es ist so bedeutsam, dass einige östliche Religionen das Licht als heilig erachten und ihm zu Ehren bestimmte Riten pflegen. Licht nimmt in der Architektur und Literatur des Ostens eine sinnbildliche, gleichnishafte Rolle ein. All dies verdeutlicht, warum ein Museum, das sich dem Thema Licht und Helligkeit widmet, in dieser Region von besonderem Interesse ist.

Das Gebäude namens Qasr-e Ayineh in Yazd – ehemals ein Privatgästehaus – dient heute als eines von rund 20 aktiven Museen der Stadt. Dieses Anwesen wurde 1999 (1378 nach dem iranischen Sonnenkalender) in die Liste der nationalen Kulturgüter Irans aufgenommen.

 

Historischer Hintergrund des Spiegelpalastes von Yazd

Das Haus wurde 1941 (1320 n. chr.) von einem gewissen Sarrafzāde errichtet, einem in Yazd bekannten Kaufmann, der auch als Abgeordneter im iranischen Parlament aktiv war. Bis zur Islamischen Revolution 1979 (1357 n. chr.) war das Gebäude ein privates Gästehaus. Nach der Revolution wurde es in ein Museum umgewandelt.

 

Architektur des Qasr-e Ayineh

Der „Spiegelpalast“ ist ein Kūšk – ein Pavillon oder Schlösschen, das von einem Garten umgeben ist. Die Gartenfläche beträgt 8174 m², die bebaute Fläche des Museums liegt bei 837 m². Im Zentrum der Gartenanlage erstreckt sich ein großer, rechteckiger Pool mit Springbrunnen, der dem Gelände eine besondere Ästhetik verleiht.

 

 

Merkmale des Innenraums

Das Haupthaus des Anwesens liegt dem großen Becken gegenüber. Genau an dieser Seite befinden sich mehrere Räume, die „Sommer-/Frühjahrs-Wohnbereiche“ (Nishiman-e Bahari) bildeten. Die Gestaltung verbindet iranische mit europäischen Architekturelementen, was sich unter anderem in den langen Fluren äußert – ein Einfluss westlicher Baustile aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zugleich lassen sich in den Räumen das Spiel von Licht und Spiegeln sowie kunstvolle Stuckarbeiten (Gachbori) entdecken, das ganze Können der persischen Architekten und Handwerker.

Sowohl die Türen als auch die Fenster der Räume sind mit bunt gefärbten Scheiben versehen. Diese Art der Fensterdekoration macht von außen einen sehr malerischen Eindruck. Insbesondere die Stuck- und Spiegelarbeiten im Gebäudeinneren, ergänzt durch einige Wandgemälde (u. a. mit Themen aus der iranischen Geschichte und Kultur), vermitteln eine prächtige und elegante Atmosphäre.

 

Giebel- und Deckenverzierungen

In einigen Räumen (wie dem Hauptraum, z. B. dem sogenannten Schahneschin) fallen die reich verzierten Decken mit Malereien und Stuckdetails ins Auge. Das Haus besitzt außerdem einen sogenannten Hūzḫāne, also ein Wasserbecken in einem gekühlten Raum, der traditionell als Ort zur Erholung und als Sommer-Aufenthaltsbereich genutzt wurde. Gerade dieser Raum besticht durch einen kunstvollen Steinbrunnen in der Mitte sowie durch sehr feine Gipsreliefs und Deckenmalereien. Heute dient der Hūzḫāne zeitweilig als Galerie, in der verschiedene Kunstausstellungen stattfinden.

Dieses Gebäude kann als herausragendes Beispiel neuzeitlicher iranischer Baukunst gelten, in dem aufwendige Gipsornamentik, Spiegelmosaik (Ayineh-Kari) und Wandmalereien in Verbindung mit farbigen Holzfenstern eine vollendete Harmonie erschaffen, sowohl im Inneren als auch im äußeren Bereich der Anlage.

 

Wandmalereien im Qasr-e Ayene-Museum

Ausstellungsgegenstände im Qasr-e Ayene-Museum in Yazd

 Im Qasr-e Ayene-Museum werden 124 historische Objekte aus Keramik, Glas, Messing und Kupfer gezeigt. Der interessanteste Teil dieses Museums ist der Bereich, in dem Beleuchtungsgeräte aufbewahrt werden. Hier sind Öllämpchen (Pīeh-sūz), Wandlampen, Hängelampen, Lampen mit Ständer, tragbare Lampen, verschiedene Kerzenhalter für Wand und Hand, Petroleum- und Gaslampen sowie elektrische Leuchten ausgestellt. Die ältesten Exponate in diesem Abschnitt sind die Öllämpchen.

Daneben zählen alte Handschriften, Münzen, Bücher, Briefmarken, Waffen, Schlösser, ein Pferdezaumzeug (eines davon stammt aus dem 2. Jahrtausend vor Christus), einige Bronzegegenstände und verschiedene Spiegelarten zu den weiteren sehenswerten Stücken im Qasr-e Ayene-Museum.

Der Hauptanteil der im Museum präsentierten Objekte bezieht sich somit auf Geräte zur Lichtgewinnung oder auf Beleuchtungszubehör. Die einzelnen Abteilungen des Museums tragen Namen wie Rāvāq-e ‘atīq (die „alte Galerie“), Rāvāq-e ḫamsa (die „Fünfer-Galerie“), Rāvāq-e afranga (die „europäische Galerie“), Rāvāq-e nūr (die „Lichtgalerie“), Rāvāq-e meškāt, Rāvāq-e moḫmal, Rāvāq-e manẓar, Rāvāq-e āyene (die „Spiegelgalerie“) und Rāvāq-e ābgūn (die „gläserne/wasserähnliche Galerie“). Dort zeigt sich eindrucksvoll die harmonische Einheit, die das Gebäude in seinem Inneren wie auch in seiner Gesamtwirkung aufweist.

Museen

Das Münzmuseum von Yazd, Erzählung von iranischen Münzen aus der Antike bis heute

Das Münzmuseum von Yazd, auch bekannt als Münzmuseum Heidarzade, zeigt Münzen von der Antike bis in die Gegenwart.

In alten, geschichtsträchtigen Städten wie Yazd gibt es aufgrund ihrer reichhaltigen kulturellen Vergangenheit ein gutes Potenzial für Museen. Daher finden sich in Yazd zahlreiche Museen, die jeweils das Leben und die Kultur der Einwohner dieser Wüstenstadt aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Das Münz- und Volkskundemuseum von Yazd, das sich im Haus der Familie Arabzāde befindet und auch als Münzmuseum Heidarzade bezeichnet wird, hat sich dabei auf den Bereich Geld – speziell Münzen – konzentriert, einen der Grundpfeiler des wirtschaftlichen Austauschs.

 

Wo befindet sich das Münzmuseum von Yazd?

Das Museum liegt im Viertel Fahādān, einem der ältesten Stadtteile. Ursprünglich als Ort der vornehmen Oberschicht bekannt, finden sich dort viele historische Stätten. Da der größte Teil der Sammlung dieses Museums zwischen 1956 und 2004 (1335–1383 nach dem iranischen Sonnenkalender) durch Hussein Heidarzade zusammengetragen wurde, nennt man es auch „Münzmuseum Heidarzade“. Dieses Gebäude mit etwa 800 Quadratmetern Grundfläche stammt aus der Kadscharenzeit (19. Jahrhundert).

 

Wer war Meister Heidarzade?

Hussein Heidarzade wurde 1934 (1313 n. chr.) in Yazd geboren und war nicht nur Provinzmeister im Ringen (Ringer-Meister der Provinz), sondern auch als Pädagoge für Kinder mit besonderen Bedürfnissen tätig. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitete er als Goldschmied und widmete sein Leben der Sammlung bedeutender Zeugnisse der alten iranischen Zivilisation. Man bezeichnet ihn deshalb auch als „Vater der Museen Irans“. Er verstarb 2021 nach einem Herzleiden.

 

Merkmale des Münzmuseums von Yazd

Das Münz- und Volkskundemuseum befindet sich im sogenannten Arabzāde-Haus. Das Haus, dessen Grundfläche rund 800 m² beträgt, stammt aus der Kadscharenzeit (19. Jh.). Die Exponate sind in zehn Räumen und einem großen Saal untergebracht.

Besonders bemerkenswert ist die Sammlung von fast 5 000 antiken Münzen aus Gold, Silber, Kupfer und Messing, die von der vorislamischen Zeit bis in die Gegenwart reichen.

Neben den Münzen werden im Museum auch einige volkskundliche Objekte gezeigt, etwa Küchen- und Kochgeräte, Utensilien für Feierlichkeiten und Kunsthandwerk. Insgesamt umfasst das Museum rund tausend Objekte aus 42 Epochen (von den Achämeniden bis heute). Auch gibt es hier Schmuck aus Silber, Achat, Bernstein und Messing sowie Dokumente und handgeschriebene Bücher.

Zu den Küchengegenständen gehören beispielsweise steinerne und kupferne Kochgefäße, Urnen, Tontöpfe zum Wassertransport und dergleichen. Außerdem finden sich Achat- und Messingringe, Ketten, Beleuchtungsutensilien wie Öllampen und Petroleumlampen, Pendel- oder Kettenleuchten für Eisenbahnwaggons, mehrere Dutzend Schlösser und diverse Waffen.

Das Arabzāde-Haus in Yazd

Dieses Gebäude ist 2003 (1382 n. chr.) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans aufgenommen worden und wird seit 2004 (1383 n. chr.) als Münzmuseum Yazd oder Münzmuseum Heidarzade genutzt. Es stammt aus der Kadscharenzeit (19. Jh.).

Aufbau und Architektur

  • Eingang: Er liegt an der Südostecke des Baus und führt über einen kleinen Vorraum (ḥoštī) ins Haus. Links der Treppe zum Obergeschoss findet sich ein Stall, rechts vom Vorraum ein Gang, der in den Hof führt.
  • Hof: Der rechteckige Hof ist nach Süden–Norden angelegt, mit einem großen Wasserbecken in der Mitte. Zu allen Räumen um diesen Hof herum führen verzierte Eingänge, wodurch das Haus eine harmonische, ausgewogene Ästhetik erhält.
  • Sommerhalle: Sie liegt im nördlichen Teil des Hauses und besteht aus mehreren Fünf- und Dreitürzimmern. Die Fünf-Tür-Zimmer haben Holzflügel mit farbigen Glaseinsätzen.
  • Oberraum (bālāḫāna): Dieser diente als Gästezimmer. In einer Ecke des Hauses befindet sich eine geräumige Küche, und im Untergeschoss verläuft ein Keller unter den Fünf-Tür-Zimmern.

Dieses Haus präsentiert zugleich die reiche Tradition der Yazder Wohnkultur als auch die vielfältige Sammlung von Münzen und Gegenständen, die Meister Heidarzade gesammelt hat.

Museen

Das Markar-Museum – Ein Einblick in das Leben und die Geschichte der Zoroastrier

Das Markar-Museum – Ein Einblick in das Leben und die Geschichte der Zoroastrier

Entstehung des Markar-Museums

Vor etwa 90 Jahren rief eine Persönlichkeit namens Peschotan-ji Markar in Yazd, auf dem Platz der „Kultur des antiken Iran“, einen Gebäudekomplex ins Leben, der aus einem Waisenhaus, einem Internat, einem Uhrturm und einer Oberschule bestand. Seit dieser Zeit lag das Kellergeschoss dieses Waisenhauses brach. Im Jahr 2015 richtete dort Esfandiyar Ekhtiyari alles her, um daraus ein sehenswertes Museum zu schaffen.

 

Das Gelände des Markar-Museums

Wer war der Stifter der Markar-Anlage?

Peschotan-ji Dossabhai Markar, der Stifter des Komplexes, den wir heute unter seinem Namen kennen, wurde 1871 in Mumbai (Bombay) geboren. Er machte seine Ausbildung am Elphinstone College und danach am Dinshaw-Sylvester-Kolleg, wo er bürotechnische Abläufe erlernte. Er hatte eine große Zuneigung zu Iran und lernte deshalb auch Persisch. Sein Interesse amGolestanSaadis und an FirdausisSchāhnāmewar so groß, dass er beide Werke beinahe auswendig konnte.

 

Das Museumsgebäude Markar

Durch seine intensive Verbindung zu Iran errichtete Markar 1922 ein Waisenhaus für Waisenkinder zoroastrischen Glaubens. Schritt für Schritt entstand der komplette Markar-Komplex, in dem weitere Gebäude wie eine Mädchen- und eine Knabenschule folgten. Zum Ensemble gehört ebenfalls ein altes Bad, das noch älter ist als die Markar-Anlage selbst. Zudem verläuft durch diese Anlage ein historisches Qanat (Wasserkanal), das die Wasserversorgung der Bewohner sicherstellte.

 Nachdem er sein Studium beendet hatte, wandte sich Markar dem Handelsgeschäft zu und erlangte rasch ein ansehnliches Vermögen. 1938 wurde er zum Leiter der Vereinigung der Zoroastrier von Iran und Mumbai gewählt.

 

Bereiche des Markar-Museums

Bei Betreten des Museums fallen zunächst die verschachtelten Gänge auf. Auf den Simsen dieser Gänge liegen diverse Bücher, etwa eine Biographie Peschotan-ji Markars, das heilige Buch Gathas und Schrifttafeln zu Zarathustra.

 

Ein Porträt von Peschotan-ji Markar an einer Wand des Markar-Museums

 

In einem Teil des Museums werden die Feste und Bräuche der Zoroastrier vorgestellt. Daneben sind verschiedene Statuen ausgestellt. Die Präsentation von zoroastrischen Kleidungsstücken nimmt einen weiteren Museumsbereich ein; jedes dieser Gewänder bezieht sich auf eines der Feste und Rituale der Zarathustrer.

Die wichtigsten zoroastrischen Wallfahrtsorte und historischen Bauten ihres Glaubens werden anhand von Bildmaterial dokumentiert. Da Peschotan-ji Markar als eine der prägenden Persönlichkeiten der zoroastrischen Gemeinschaft im vergangenen Jahrhundert gilt, erhält er hier besondere Aufmerksamkeit; an den Wänden des Museums finden sich viele Fotos und Dokumente zu seinem Lebenswerk.

 

Architektur des Markar-Museums

Das Bauwerk besteht aus Mauerwerk und Ziegeln. Bei seiner Konstruktion achtete man auf größtmögliche Nutzung des natürlichen Lichts, wodurch trotz des Kellers eine helle Ausleuchtung erreicht wird.

Besonders reizvoll ist ein Besuch des Markar-Museums in den Abendstunden, wenn die stimmungsvolle Beleuchtung der Anlage und die wohltuende Abendluft von Yazd das Erlebnis noch verschönern.

Museen

Das Museum für Zilu und Keramik in Meybod – eine Ausstellung über die Identität einer Wüstenstadt

Das Museum für Zilu und Keramik in Meybod zeigt Ausschnitte aus Kunst und Geschichte dieser alten Wüstenstadt.

Wo liegt Meybod?

Meybod ist eine Stadt im Norden der Provinz Yazd und gilt laut mancher Nachweise als eines der ersten Zentren sesshafter Lebensweisen im Herzen Irans. Die Narin-Burg (Narīn Qalʿe) in Meybod gehört zu den ältesten historischen Bauwerken dieser Stadt. Meybod blickt auf eine Jahrtausende währende Geschichte zurück und ist heutzutage das zweitgrößte Handelszentrum der Provinz Yazd.

Diese Wüstenstadt weist ein heißtrockenes Klima auf und liegt im mittleren Teil des Sedimentbeckens von Yazd. Das umliegende Gebirge hält die Feuchtigkeit fern und verstärkt die Trockenheit der Region.

Meybod produziert heute über 25 % der Fliesen und Keramik Irans. 2018 wurde die Stadt zur „Welthauptstadt der Zilu-Webkunst“ ernannt.

 

Die Karawanserei von Meybod

Historische Quellen erwähnen, dass die Karawanserei von Meybod von Mirzā Moḥammad Amīn, Sohn von Ḫᾱǧe Moḥammad ʿAlī Yazdī, errichtet wurde. Sie diente einst den Karawanen als Herberge sowie zur Sicherung des Handelsweges.

In der Nähe der Karawanserei steht ein Wasserreservoir, dessen Inschrift auf das Jahr 1070 n. H. (1659 n. Chr.) verweist. Daher lässt sich schließen, dass die Karawanserei in der Safawiden-Dynastie erbaut wurde – sie trägt ja auch die Bezeichnung „Schah-ʿAbbāsī-Karawanserei“. Allerdings ähneln Entwurf und Ausführung eher dem Stil der Kadscharenzeit (18. Jh.), was einige Fachleute vermuten lässt, die Karawanserei stehe womöglich auf den Überresten eines älteren Bauwerks. Im Jahr 2000 (1379 Sonnenkalender) wurde sie ins nationale Kulturerbe Irans aufgenommen.

Architektur der Schah-ʿAbbāsī-Karawanserei in Meybod

Um das Bauwerk herum befinden sich ein Wasserreservoir, ein Posthof (Čāpārḫᾱne) und ein Eishaus. Der Grundriss der Karawanserei besteht aus einem rechteckigen Innenhof, der von vier Iwan-Bögen und einem Kranz von Zellen (Ḥoǧra) umgeben ist. Diesen Bereich nennt man üblicherweise eine „Vier-Iwan-Karawanserei“. Außerdem gibt es eine überdachte Halle, einen zentralen Springbrunnen, vier Eingangsbereiche und insgesamt 100 Zellen nebst Feuerstellen für die Reisenden, auf die man vom Innenhof aus zugreifen kann.

Rund 24 Zellen liegen im Außenbereich. Im Zentrum des Hofes sieht man eine achteckige Plattform (Mehtābī) und einen Brunnen, in dem Quellwasser fließt.

Das Wasserreservoir ist ein imposantes vierwindtürmiges Bauwerk mit einer Kuppel aus Ziegelstein, das die Blicke auf sich zieht. Der Eingang der Karawanserei liegt im Norden, genau gegenüber vom Wasserreservoir, und eine große hölzerne Tür schließt diesen Bereich zur Außenseite hin ab. Zum Schutz der Karawane wurden zwei Wachttürme an den Ecken des Eingangs angelegt.

Der Posthof (Čāpārḫᾱne) befindet sich westlich der Karawanserei. Er war für die Übergabe von Regierungsdokumenten und Geheimbriefen zuständig und bot Versorgung für Pferde und Kuriere. Zwischen dem Posthof und der Schah-ʿAbbāsī-Karawanserei liegen Stallungen für die Last- und Reittiere.

 

Das Museum für Zilu und Keramik in Meybod

Im östlichen Flügel der Karawanserei befindet sich seit 2002 ein Museum, das der Vorstellung zweier zentraler Handwerkskünste dieser Stadt gewidmet ist, nämlich Zilu (Teppichgewebe in Flachwebtechnik) und Keramik. Dieses Museum ist das einzige auf Zilu spezialisierte Museum in Iran und hat zwei Hauptabteilungen für alte und für moderne Zilu-Stücke.

Insgesamt liegen hier 50 Exemplare von Zilus. Das älteste davon stammt auf das Jahr 1405 n. Chr. Dieses Stück ist das Werk von ʿAlī Bīd b. Ḥāǧǧī Meybodī, der drei Farben – Blau, Weiß und Rot – verwendete.

Keramik-Abteilung des Museums

Die Keramik-Abteilung ist in einem achteckigen Gang hinter dem Zilu-Museum untergebracht. Sie umfasst unter anderem Töpferwaren (Kuware) und Steingut, größtenteils aus neuerer Zeit (etwa 100 Jahre alt). Auffällig ist, dass manche dieser Gefäße Motive tragen, die heute kaum noch in Töpferwaren verwendet werden – ein Merkmal, das diese Keramikstücke von heutigen Produkten klar unterscheidet.

Museen

Begegnung mit den antiken Königen Irans im Museum der Berühmtheiten von Fars

Im Museum der Berühmtheiten von Fars ist eine Sammlung von Wachsfiguren der bekanntesten Persönlichkeiten der langen Geschichte von Fars ausgestellt.

Das Haus Zinat-ol-Molk, das Teil des Narenjestan-e-Ghavam in Shiraz ist, dient heute als Museum der Berühmtheiten von Fars und empfängt Besucher. Dieses Museum wurde vor einigen Jahren als temporäre Ausstellung eröffnet, später jedoch in ein permanentes Museum umgewandelt und für Interessierte zugänglich gemacht. Der Narenjestan-e-Ghavam ist ein Garten voller Orangenbäume. Der Besuch dieses Gartens bietet nicht nur die Gelegenheit, einen traditionellen iranischen Garten zu erleben, sondern auch eines der schönsten Gebäude Shiraz zu besichtigen.

Ausstellungsstücke im Museum der Berühmtheiten von Fars

Das erste, was Ihnen beim Betreten des Museums ins Auge fallen wird, ist die Wachsfigur einer Frau. Diese Figur stellt Zinat-ol-Molk dar, die letzte Tochter von Ghavam-ol-Molk, dem Besitzer und Erbauer des Gebäudes.

 

Wachsfigur von Zinat-ol-Molk im Museum der Berühmtheiten von Fars

Im Museum gibt es eine Sammlung von Wachsfiguren berühmter iranischer Persönlichkeiten, mehrere Poster und einige Gipsbilder, die den Besuchern präsentiert werden. Neben jedem Ausstellungsstück befinden sich Erklärungen in Persisch und Englisch.

Welche Persönlichkeiten stellt das Museum der Berühmtheiten von Fars vor?

Da Fars eines der ersten Siedlungsgebiete des persischen Volkes war und das erste iranische Reich dort entstand, gilt diese Provinz als Besitzerin einer langen und einzigartigen Geschichte. Im Museum der Berühmtheiten von Fars sind Statuen von Königen, Herrschern, einflussreichen Politikern sowie sozialen und literarischen Persönlichkeiten ausgestellt. Diese Persönlichkeiten lebten vom ersten Jahrtausend vor Christus bis in die moderne Zeit. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, von denen es im Museum Statuen gibt, gehören:

  • Xerxes I.: Er war ein König der Achämeniden-Dynastie und der Sohn von Dareios dem Großen. Xerxes wurde 521 v. Chr. geboren und eroberte in den frühen Jahren seiner Herrschaft Ägypten und Babylon. Später führte er Krieg gegen die Griechen und besiegte sie. Seine Regierungszeit gilt als eine der glanzvollsten Epochen der iranischen Geschichte. Im Jahr 466 v. Chr. wurde Xerxes durch eine Verschwörung hochrangiger Kommandanten der königlichen Garde ermordet.
  • Schapur I.: Er wird als einer der mächtigsten Könige der Sassaniden-Dynastie betrachtet. Schapur war der Sohn von Ardaschir Babakan, dem Gründer der Sassaniden-Dynastie, und bestieg im Jahr 240 n. Chr. den Thron. Er starb im Jahr 273 n. Chr. Während seiner Herrschaft fanden die Kriege zwischen Iran und Rom statt, in deren Verlauf er den römischen Kaiser Valerian besiegte. Ein Relief, das den Sieg von Schapur I. darstellt, ist in den Bergen von Fars zu sehen. Schapurs Bemühungen um die umfassende Entwicklung Irans in dieser Zeit waren bemerkenswert. Unter seiner Herrschaft wurden viele ausländische Bücher zu Themen wie Medizin, Astronomie und Philosophie ins Persische übersetzt, und auf seine Anweisung wurde Jundishapur, die berühmteste Universität des alten Iran, gegründet.

Wachsfigur von Schapur I. im Museum der Berühmtheiten von Fars

  • Hafis: Unter den iranischen Dichtern gehört Hafis zu den bekanntesten und begabtesten. Er wurde 1306 n. Chr. geboren, verlor in seiner Kindheit seinen Vater und begann bereits in jungen Jahren mit dem Studium und der Rezitation des Korans. Daher nannte er sich „Hafis“, was „jemand, der den Koran vollständig auswendig kann“ bedeutet. Hafis beherrschte die arabische Sprache und studierte Philosophie sowie Literatur. Er pries stets menschliche Werte und nutzte die Sprache der Metapher, um Kritik an der Herrschaft seiner Zeit zu üben. Seine Werke sind die besten Beispiele der persischen Lyrik und haben Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe inspiriert.
  • Saadi: Saadi gilt als einer der herausragendsten Dichter Irans, der die Möglichkeiten der persischen Sprache meisterhaft nutzte. Er wurde 1185 n. Chr. geboren und unternahm, im Gegensatz zu Hafis, der den größten Teil seines Lebens in Shiraz verbrachte, viele Reisen. Saadi besuchte zahlreiche große Städte seiner Zeit und kehrte 1234 n. Chr. nach Shiraz zurück, wo er seine zwei berühmten Werke, „Bustan“ und „Gulistan“, schrieb. In diesen beiden Büchern erwähnt er oft seine Reiseerfahrungen. Neben diesen beiden Büchern verfasste Saadi zahlreiche Gedichte, die als Meisterwerke der persischen Sprache gelten. Er starb 1269 n. Chr. und wurde in Shiraz beigesetzt.

Wachsfigur von Saadi im Museum der Berühmtheiten von Fars

  • Karim Khan Zand: Karim Khan ist als gerechter König bekannt. Er gründete die Zand-Dynastie und schaffte es, ganz Iran (mit Ausnahme von Khorasan) unter seiner Herrschaft zu vereinen. Karim Khan machte Shiraz zu seiner Hauptstadt und ließ in dieser Stadt zahlreiche Bauwerke errichten. Er starb 1779 n. Chr. und wurde in Shiraz begraben.
Museen

Das Badehaus Vakil in Shiraz als Museum – Eine Gelegenheit, iranische Badehäuser und Traditionen kennenzulernen

Das Badehaus Vakil, das heute als Museum genutzt wird, gehört zu den Gebäuden, die Karim Khan Zand gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Shiraz errichten ließ.

Architektur des Badehauses Vakil

Von der vorislamischen Zeit bis in die Zeit der Pahlavi-Dynastie (20. Jahrhundert) wurden iranische Badehäuser im Wesentlichen in drei Bereichen erbaut:  Sarbine (Umkleideraum),  Miyandar (Zwischenraum) und  Khezane oder Garmkhane (der eigentliche Wasch- und Badebereich). Man nannte diese Badehäuser „Chazineh-Bäder“, weil das Wasser in einem großen Becken (Chazineh) gesammelt wurde. Nachdem die Städte flächendeckend mit Wasserleitungen versorgt worden waren, wichen die traditionellen Badehäuser mit Chazineh-Bereich allmählich den „Nomre-Bädern“, in denen es einzelne Duschkabinen statt eines Waschbeckens gab.

 Früher hatten öffentliche Badehäuser in iranischen Städten eine bedeutende Rolle und dienten vielen Menschen als Hauptort für Körperhygiene, während heute, da die meisten Wohnungen über ein eigenes Bad verfügen, nur noch wenige öffentliche Badehäuser existieren.

Sarbine (Umkleideraum)

Die Sarbine oder der Umkleideraum ist der erste Bereich, den die Badegäste beim Eintreten betraten. Unter den alten Badehäusern Irans ist die Sarbine des Badehauses Vakil aufgrund einer bestimmten Zeremonie namens „Vasunak-Khani“ (in der lokalen Mundart) einzigartig.

 Am Eingang zur Sarbine saß der „Hammami“ (Bademeister). Er bewahrte die persönlichen Gegenstände der Badegäste auf und nahm das Badeentgelt ein. Außerdem trug er die Verantwortung für den Betrieb des Bades, etwa für die Warmwasserbereitung und die Brennstoffe. In größeren Badehäusern halfen mehrere Angestellte („Hammami“) bei diesen Aufgaben.

 In der Sarbine des Vakil-Bades gab es mehrere Plattformen oder Sitzecken, die je nach sozialem Rang der Badegäste vergeben wurden.

 Eines der Merkmale der Sarbine war ein kleines Becken mit kaltem Wasser. Dort tauchte man nach dem Baden beim Verlassen des Warmbereichs seine Füße ein, um einer Erkältung oder anderen Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Zudem findet sich in der Mitte der Sarbine ein größeres, eher dekoratives Wasserbecken.

 Im Badehaus Vakil wirkte ein Erzähler namens „Naqqal“, der den Badegästen wichtige Neuigkeiten laut mitteilte. Mitunter kommentierte er auch die Wand- und Deckengemälde (Szenen historischer oder literarischer Erzählungen).

 Anstelle von Gips (Gatsch) verwendete man im Badehaus zur Gestaltung der Decken ein sogenanntes „Ahak-Beri“, also Kalkverzierungen, da Kalk im feuchten Bad eher fest wird als Gips. Die dekorativen Kalkreliefs in der Sarbine, die rund um die Decke zu sehen sind, zeigen literarische und religiöse Erzählungen, darunter:

  • Die Nachtreise des Propheten des Islam (Mi‘radsch)
  • Das Opfer Ismaels durch Ibrahim (Abraham)
  • Die Geschichte von Schirin und Farhad beim Behistun-Felsen
  • Die Liebesgeschichte von Bidschan und Manidsche
  • Schirins Bad in der Quelle und Chosro, der auf der Jagd ist
  • Das Hinabwerfen des Propheten Josef in den Brunnen
  • Die Rettung Josefs aus dem Brunnen
  • Josefs Ernennung zum aziz-e Mesr (Hauptverwalter in Ägypten)
  • Josefs Anwesenheit bei der Zeremonie der Frauen
  • Das Entflammen der Liebe des Scheich-e San‘an für ein christliches Mädchen

Miyandar (Zwischenraum)

Der Zwischenraum (Miyandar) verbindet die Sarbine mit dem Khezane (Garmkhane). Verschiedene Hochzeitsrituale, wie etwa die Hennazeremonie, wurden traditionell hier abgehalten. Während Hochzeiten nutzten entweder die Familie des Bräutigams oder der Braut diesen Bereich auf exklusive Weise (sogenanntes „Qarq-Kardan“, also Absperren für Außenstehende). Ähnliche Rituale fanden auch anlässlich von Geburten und anderen festlichen Ereignissen statt.

Khezane (Warmbereich)

Über einen kurzen Gang erreicht man den Warmbereich, die sogenannte „Chazineh“ oder „Garmkhane“. In diesem Gang sollte der Körper der Badegäste sich an die Temperatur anpassen, um bei Betreten des heißen oder kalten Raums keinen Kreislaufschock zu riskieren.

 Der eigentliche Badevorgang erfolgte in der Garmkhane. Dort war der „Dallak“ tätig, der den Leuten half, sich zu waschen. Zu seinen Dienstleistungen gehörten etwa das Massieren, das Peeling mit einem Kese (rauer Stoffhandschuh), das Einseifen und mitunter sogar das Zahnziehen oder das Schröpfen/Hijama.

Das Vakil-Bad als Museum

Ähnlich wie viele andere alte iranische Badehäuser hat auch das Vakil-Bad seinen eigentlichen Verwendungszweck verloren und dient heute als Museum. In den verschiedenen Bereichen des Bades wurden Wachsfiguren aufgestellt, die die typischen Vorgänge in einem traditionellen Badehaus zeigen. Im Miyandar sind weitere Figuren in traditioneller Schiraz-Kleidung zu sehen, die symbolisch an alten Zeremonien teilnehmen.

 Ein Besuch dieses Museums ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern, sich ein Bild von der Funktionsweise und Rolle früherer iranischer Badehäuser zu machen und etwas über die Rituale und Bräuche der iranischen Gesellschaft zu erfahren.

 

Museen

Museum für Volkskunde von Evaz: Darstellung der Identität der Menschen Südirans

Das Museum für Volkskunde von Evaz zeigt verschiedene Aspekte des Lebens der Menschen dieser Stadt und spiegelt damit ein Stück der Identität der Bewohner Südirans wider.

Die Bedeutung des Museums

Die Herausforderungen des modernen Lebens haben dazu geführt, dass Traditionen in Vergessenheit geraten und viele Menschen ihre Vergangenheit und Rituale nicht mehr kennen. Daher sind volkskundliche Museen von großer Bedeutung, um die kulturelle Identität der verschiedenen Regionen zu bewahren. Das Museum für Volkskunde von Evaz wurde genau aus diesem Grund mit Hilfe der lokalen Bevölkerung ins Leben gerufen, die besorgt war, dass ihre historische Identität verloren gehen könnte.

 

Standort des Museums

Die Stadt Evaz liegt im Süden der iranischen Provinz Fars und hat eine Bevölkerung von etwa 50.000 Menschen. Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises und befindet sich 340 Kilometer südöstlich von Schiras, eingebettet in ein Tal zwischen zwei Ausläufern des südlichen Zagrosgebirges. Die Stadt liegt 986 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Entstehung von Evaz wird auf die Zeit der Sassaniden (224–651 n. Chr.) zurückgeführt. Die jüngere Geschichte der Stadt begann jedoch nach dem Sturz der Safawiden im Jahr 1736, als viele Menschen aus verschiedenen Teilen der Provinz Fars und Südirans nach Evaz auswanderten, um der Unsicherheit durch Angriffe afghanischer Stämme zu entkommen.

Das Museum für Volkskunde befindet sich im historischen Badehaus „Hammam-e Soudagar“ von Evaz, dem einzigen erhaltenen Badehaus aus der Kadscharen-Zeit (19. Jahrhundert). Das Badehaus beeindruckt durch ein einzigartiges Wassersystem und dekorative Steinmetzarbeiten und wurde in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans aufgenommen. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2012 wurde das Museum vollständig mit von der örtlichen Bevölkerung gestifteten Gegenständen ausgestattet.

 

Exponate des Museums

Wie in anderen volkskundlichen Museen bewahrt das Museum in Evaz Objekte auf, die das Leben der Bewohner der Stadt in Vergangenheit und Gegenwart dokumentieren. Ein herausragendes Ausstellungsstück ist ein über 250 Jahre altes Pulverhorn, das aus der Haut einer Waranechse gefertigt wurde. Es diente Jägern und Kriegern zur Aufbewahrung und zum Transport von Schießpulver. Interessanterweise gab es in Evaz einst Werkstätten zur Herstellung von Vorderladergewehren und eine lange Tradition der Schießpulverherstellung.

Ein weiteres bemerkenswertes Dokument im Museum ist die älteste Fahrradfahrerlaubnis, die im Jahr 1947 (1326 nach iranischem Kalender) für einen damals 14-jährigen Jungen ausgestellt wurde. Die Genehmigung hat die Maße 12 x 9,5 cm und besteht aus mehreren Seiten, auf denen Verkehrsverstöße des Fahrradfahrers vermerkt wurden. Zwei Seiten waren sogar für positive Verhaltensbewertungen vorgesehen! Zu jener Zeit war das Radfahren nur nach Absolvierung eines Kurses und Erhalt einer entsprechenden Fahrerlaubnis erlaubt. Der Besitzer dieser Fahrerlaubnis wurde später Zahnarzt und lebte viele Jahre in Deutschland.

Ein Teil des Museums ist den handgefertigten Produkten der Evazer Kunst des „Chus-Bafis“ gewidmet. „Chus“ ist ein schmaler Zierstreifen, der aus Baumwollfasern gewebt wird und zur Verzierung von Gebetsteppichen, Kopftüchern, Hochzeitsdecken, Stoffbeuteln und traditionellen Kleidungsstücken verwendet wird. Besonders häufig wird Chus zur Verzierung des unteren Hosenrandes traditioneller Frauenbekleidung in der Region Bandar genutzt. Die Nähe zur Küstenregion Hormozgan hat dazu geführt, dass auch die Frauen von Evaz diese Kunstfertigkeit erlernt und meisterhaft beherrschen.

Weitere Exponate des Museums umfassen traditionelle Kleidung, landwirtschaftliche Geräte, Haushaltsgegenstände, Keramiken und Werkzeuge verschiedener Berufe. Insgesamt umfasst die Sammlung des Museums mehr als 1.100 historische Objekte.

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Das Noor Sea Museum von Shiraz: Ein faszinierender Glanz iranischer Edelsteine

Das Noor Sea Museum, oder genauer gesagt das Museum für Steine und Edelsteine des Noor Sea, befindet sich im Eram-Garten in Shiraz. Hier werden außergewöhnliche Steine und Edelsteine ausgestellt.

Der Eram-Garten ist einer der bekanntesten Gärten in Shiraz und gilt als Wahrzeichen der Stadt. In diesem Garten gibt es zwei Gebäude, von denen eines heute als Museum für Steine und Edelsteine des Noor Sea bekannt ist. In diesem Museum können Besucher eine Sammlung der schönsten und außergewöhnlichsten Edelsteine der Welt bewundern. Der Ruhm des Noor Sea Museums hat dank der Schönheit der ausgestellten Steine und Edelsteine die Grenzen Irans überschritten, sodass jedes Jahr viele Touristen aus der ganzen Welt nach Shiraz reisen, um das Museum zu besichtigen. Das Noor Sea Museum erstreckt sich über eine Fläche von 300 Quadratmetern und wird von der Universität Shiraz verwaltet.

Wo befindet sich das Noor Sea Museum?

Der Eram-Garten wurde als einer der „Persischen Gärten“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Auch in die Liste des iranischen Kulturerbes wurde er im Jahr 1974 (1353 nach iranischem Kalender) eingetragen. Der Eram-Garten liegt im nordöstlichen Ende von Shiraz und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 9 Hektar. Der Garten wurde auf einem Gelände angelegt, das von Norden nach Süden abfällt. Der Haupteingang des Gartens befindet sich am tiefsten Punkt, in der südöstlichen Ecke, etwa 15 Meter unterhalb des höchsten Punktes des Gartens. Zypressen- und Orangenbäume bilden den Großteil der Vegetation des Gartens. Einige Baumarten, die im Eram-Garten zu finden sind, gibt es nirgendwo sonst in Shiraz.

Das Noor Sea Museum befindet sich im Kuschk (Pavillon) des Eram-Gartens. Dieser Pavillon wurde am nördlichen Ende des Gartens errichtet. In der Mitte des Pavillons gibt es einen Innenhof, in dem Zypressen, Orangenbäume und verschiedene Zierblumen zu sehen sind. Ein großer Brunnen vor dem Pavillon erhöht zusätzlich dessen Schönheit. Die dekorativen Fliesen des Pavillons, die mit Motiven aus historischen iranischen Geschichten verziert sind, verleihen dem Gebäude zusätzlichen Charme. Tatsächlich stehen Besucher dieses Gebäudes oft vor der Wahl, sich entweder an den wunderschönen Edelsteinen oder der beeindruckenden Architektur des Gebäudes zu erfreuen! Der Architekt dieses Pavillons war Haj Mohammad Hassan Khan, einer der bekanntesten Architekten in der Geschichte von Shiraz.

Merkmale des Noor Sea Museums

Das Noor Sea Museum, das seit 2009 besteht, zeigt eine Vielzahl an wertvollen Edelsteinen. Vor der Gründung des Noor Sea Museums wurde ein ähnliches Museum in Teheran unter dem Namen „Museum für Steine und Edelsteine“ eröffnet. Das Noor Sea Museum in Shiraz, das als zweites Museum dieser Art in Iran gilt, stellt 140 wunderschöne Steine und Edelsteine aus.

Die meisten Steine des Museums stammen aus Minen und Gebieten innerhalb Irans, doch es werden auch Steine aus anderen Ländern ausgestellt.

Exponate im Noor Sea Museum

Einige der im Noor Sea Museum ausgestellten Edelsteine sind äußerst selten. Zu den Exponaten gehören Bernstein, Diamanten, Rubine, Smaragde, Türkise, Achate und Jaspis.

Im Museum werden auch kunstvolle Handarbeiten aus Steinen ausgestellt, die als Schmuck verwendet werden. Besucher können sich auch über die verschiedenen Methoden der Edelsteinbearbeitung informieren und die feinen Techniken der Stein- und Schmuckschleifkunst bewundern. In den verschiedenen Vitrinen des Museums sind Ohrringe, Ringe, Halsketten und farbenfrohe Armbänder zu sehen, sodass man für die Besichtigung des gesamten Museums viel Zeit einplanen sollte.

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Das Pars-Museum von Shiraz: Eine Ausstellung mit Artefakten aus 5000 Jahren iranischer Geschichte

Das Pars-Museum von Shiraz beherbergt Artefakte aus fünftausend Jahren iranischer Geschichte.

Das Pars-Museum von Shiraz beeindruckt trotz seiner geringen Größe sowohl durch seine Architektur als auch durch die ausgestellten Objekte. Das Gebäude dieses Museums wurde im 18. Jahrhundert im sogenannten „Bagh-e Nazar“ (Garten der Sicht) errichtet. Der Bau dieses Gebäudes war Teil eines Bauplans von Karim Khan Zand, der Gebäude für die Öffentlichkeit errichten ließ. Rund um den Bagh-e Nazar wurden in dieser Zeit bedeutende Bauwerke wie die Zitadelle von Karim Khan, die Vakil-Moschee, der Vakil-Basar und das Vakil-Bad errichtet.

Lage und Merkmale des Pars-Museums von Shiraz

Der Bagh-e Nazar wurde während der Zand-Ära gegenüber der Zitadelle von Karim Khan angelegt. Die Fläche des Gartens war früher größer, und das Pars-Museum befindet sich in einem Gebäude, das als „Kolāh Farangi“ (Pavillon) bekannt ist.

Von außen betrachtet hat das Museumsgebäude eine achteckige Form. Die Fliesen mit Blumen- und Baummotiven an der Außenseite des Pars-Museums schaffen eine angenehme Harmonie und ziehen die Aufmerksamkeit jedes Betrachters auf sich. Obwohl das Gebäude von außen den Grabbauten jener Zeit ähnelt, vermitteln die lebendigen Verzierungen und Fliesenarbeiten der Fassade die Frische und Lebendigkeit des Gartens. Karim Khan Zand nutzte dieses Gebäude während seiner Herrschaft, um offizielle Gäste und wichtige Persönlichkeiten zu empfangen.

Seit 1934 befindet sich das Pars-Museum in diesem Gebäude. Es beherbergt eine Sammlung der wertvollsten Artefakte der alten Geschichte. Die Innenwände des Museums sind mit Gemälden aus der Zand-Ära dekoriert, die aus einer Kombination von dunklen Rottönen und Gold bestehen – ein Stil, der auch in der Zitadelle von Karim Khan zu finden ist. Der Kontrast zwischen dieser Dekoration und den antiken Exponaten im Museum schafft ein unvergleichliches Erlebnis für die Besucher.

Der Innenraum des Pars-Museums hat die Form eines Kreuzes, und in jeder Seite des Raums sind Vitrinen mit Artefakten aufgestellt. Vier Wasserbecken befinden sich um das Gebäude herum. Das nördliche Wasserbecken, das früher an die Straße angrenzte, wurde zerstört. Im Inneren gibt es vier seitliche königliche Sitzbereiche.

Sehenswürdigkeiten im Pars-Museum von Shiraz

Das Pars-Museum ist das älteste Museum der Provinz Fars und beherbergt wertvolle Metall- und Keramikobjekte sowie verschiedene Münzen und Siegel. Die Artefakte des Museums stammen aus der Zeit vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die Moderne.

Artefakte aus der vorislamischen Ära

Ein Tongefäß aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., ein rotes Kruggefäß mit Schnabelausguss aus dem 2. Jahrtausend v. Chr., eine Büste aus der sassanidischen Ära, die in Hajiabad Darab gefunden wurde, sowie bronzezeitliche Gefäße und Objekte aus Lorestan, die aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. stammen, sind im Museum ausgestellt.

Kostbare Koranausgaben im Pars-Museum

Das Museum bewahrt 30 Bände des Korans, die von Yahya al-Jamali al-Sufi im 14. Jahrhundert (8. Jahrhundert nach islamischem Kalender) geschrieben wurden. Zu den herausragenden Exponaten gehört der sogenannte „Siebzehn-Mann-Koran“, der einst am Tor von Shiraz aufbewahrt wurde. Dieser Koran wurde von Sultan Ibrahim ibn Shahrukh Timuri im Stil des „Muhaqqaq“ geschrieben. Der Koran wiegt 40 Kilogramm und hat ein Format von 48 x 72 Zentimetern.

Gemälde im Museum

Im Museum befinden sich einige Aquarelle von Lotf Ali Surathgar, einem zeitgenössischen iranischen Maler. Ein bekanntes Gemälde zeigt Karim Khan beim Rauchen einer Wasserpfeife, das von einem Künstler namens Jafar gemalt wurde. Das Museum beherbergt außerdem weitere Gemälde, von denen einige bekannte Motive darstellen, die in verschiedenen Epochen zur Dekoration von Häusern und Kaffeehäusern verwendet wurden.

Das Grab von Karim Khan

Karim Khan Zand starb im Jahr 1779 (1193 nach islamischem Kalender). In seinem Testament wünschte er, dass sein Leichnam in der östlichen königlichen Sitzhalle dieses Gebäudes begraben wird. Dreizehn Jahre später ließ Agha Mohammad Khan Qajar, der Gründer der Qajar-Dynastie und ein erbitterter Feind der Zand-Familie, die Gebeine von Karim Khan aus dem Grab entfernen und in den Golestan-Palast bringen. Dort wurden die Überreste respektlos unter einer Treppe begraben. Später ließ Reza Shah Pahlavi (Regierungszeit von 1925 bis 1941) die Gebeine aus ihrem unwürdigen Grab holen und zurück nach Shiraz bringen, wo sie mit Würde an ihrem ursprünglichen Ort beigesetzt wurden.

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Die Museen im Afif-Abad-Garten: Eine Ausstellung wertvoller militärischer Ausrüstung Irans

Im Afif-Abad-Garten, in dem auch als „Golshan-Garten“ bekannten Areal, werden wertvolle militärische Gegenstände wie Waffen ehemaliger iranischer Könige und Freiheitskämpfer aufbewahrt.

Der Afif-Abad-Garten, einer der historischen Gärten von Shiraz, weist Merkmale der achämenidischen, sassanidischen und kadscharischen Architektur auf. Was den Besuch jedoch noch interessanter macht, sind die Museen in diesem Garten. Die Museen des Afif-Abad-Gartens beherbergen eine Sammlung historischer Objekte Irans im Bereich Militär und erzählen einen Teil der Geschichte dieses Landes. Im Jahr 1972 (1351 nach iranischem Kalender) wurde dieser Garten in die Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen. Der Garten, der in einer gleichnamigen Straße liegt, beherbergt eines der größten Militärmuseen Westasiens. An verschiedenen Stellen sind alte Kriegsgeräte und Kanonen zu sehen. Die gesamte Fläche des Gartens beträgt 127.000 Quadratmeter.

 

Geschichte des Afif-Abad-Gartens

Im Vergleich zu vielen anderen Gärten in Shiraz ist der Afif-Abad-Garten älter. Er wurde in der Safawiden-Ära (16. Jahrhundert) angelegt und war einer der Hauptausflugsorte der iranischen Könige. Ya’qub Khan Zolghadr, der unter Schah Abbas I. (reg. 1587–1629) der Gouverneur der Provinz Fars war, errichtete in einem Teil dieses Gartens eine starke Festung. Nach dem Ende der Safawidenherrschaft (18. Jahrhundert) verfiel diese Festung, und der Garten verlor seine Bedeutung. In der Kadscharen-Zeit (19. Jahrhundert) kaufte Ali Khan Qavam al-Molk den Afif-Abad-Garten und begann mit dessen Renovierung. Er errichtete in der Mitte des Gartens ein großes Gebäude mit zwei Stockwerken. Dieses Gebäude ist noch immer im Afif-Abad-Garten zu sehen und wird von der Armee der Islamischen Republik Iran als Standort für zwei Museen genutzt: das Militärwaffen-Museum und das Ibrat-Museum („Museum der Lehre“).

Ali Khan Qavam al-Molk kaufte zur Bewässerung des Gartens den Limak-Kanal von der Gegend um Qasr-Qomsheh. Nach seinem Tod ging der Garten an seine Nichte Afifeh Khanom über. Sie veranlasste zahlreiche Veränderungen im Garten, weshalb er als „Afif-Abad“ bekannt wurde. Nachdem die Pahlavi-Dynastie an die Macht kam, wurde dieser Garten in den 1960er-Jahren (1340er nach iranischem Kalender) Farah, der Ehefrau von Mohammad Reza Pahlavi, geschenkt. Im Jahr 1991 (1370 nach iranischem Kalender) wurde der Garten in das „Militärmuseum Nummer 2“ des Iran umgewandelt.

 

Bau und Architektur des Afif-Abad-Gartens

Der königliche Palast, das Bad, das traditionelle Teehaus und der iranische Garten bilden die Bestandteile des Afif-Abad-Gartens. Der Eingang zum Garten liegt im Norden und wird von vier Gips-Säulen getragen. Die Stuckarbeiten an den Kapitellen der Eingangssäulen wurden von Motiven aus der achämenidischen Epoche in Persepolis inspiriert. Ein Durchgang verbindet den Eingang mit dem Hauptbereich des Gartens. Zu beiden Seiten dieses Korridors befinden sich Räume, die einst als Unterkünfte für die Bediensteten dienten.

Der königliche Palast

Der Hauptteil des Gartengebäudes ist der königliche Palast in der Mitte des Gartens. Der Zugang zum Gebäude erfolgt von Norden aus. Über eine Treppe gelangen die Besucher in einen überdachten Saal. Vor der Treppe befindet sich eine Kutsche, in der der Leichnam von Reza Pahlavi, dem ersten Schah der Pahlavi-Dynastie (reg. 1925–1941), überführt wurde. Ebenfalls fällt hier eine Kriegskanone ins Auge, die von Fath Ali Schah Qajar (reg. 1797–1834) genutzt wurde.

Die Hauptfassade des Gebäudes, in dem sich die Museen des Afif-Abad-Gartens befinden, ist nach Osten gerichtet. An der Vorderseite verläuft eine Veranda mit vier hohen Säulen und einem hölzernen Dach, das mit Ölgemälden verziert ist. Auf dem Giebel des Gebäudes ist eine Szene zu sehen, die die Krönung eines sassanidischen Königs darstellt.

Das Gebäude hat zwei Etagen und insgesamt fast 30 Räume. Die Westfassade ist im Vergleich zur Ostfassade schlichter, und die Südfassade ähnelt der Nordfassade.

Die Museen im Afif-Abad-Garten

Das Erdgeschoss des Gebäudes ist als Militärmuseum gestaltet, in dem Kriegsgeräte und Waffen verschiedener Epochen ausgestellt sind. Zu den interessanten Stücken des Museums zählen unter anderem Gewehre, die einst iranischen Königen (Fath Ali Schah, Naser ad-Din Schah, Reza Schah und Mohammad Reza Schah) gehörten, sowie Waffen von Kämpfern der Dschungelbewegung und das Maschinengewehr von Rais Ali Delvari.

Ein weiteres Museum in diesem Ensemble heißt „Museum der Lehre“ (Muze-ye Ebrat). Es befindet sich im Obergeschoss. Der obere Stock verfügt über einen langen Flur, zu dessen beiden Seiten sich Konferenzräume, Umkleideräume, Wohn- und Studierzimmer sowie Empfangsräume befinden. In der Mitte des Flurs liegt ein großer Saal, dessen Wände mit Stuck und Holzschnitzereien geschmückt sind. Die hölzerne Decke ist mit schönen Blumen- und Rankenmotiven bemalt. Zu den bemerkenswerten Objekten im Museum gehört das persönliche Klavier von Farah Pahlavi, das ihr anlässlich der 2500-Jahr-Feierlichkeiten geschenkt wurde.

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Das Khatam-Museum von Shiraz: Ein Einblick in die Entwicklung einer authentischen iranischen Kunst

Viele Fachleute sind der Ansicht, dass Shiraz der Ursprung der schönen Kunst des Khatam-Handwerks ist. In dieser Stadt gibt es ein Museum namens Khatam-Museum, das Besucher mit dieser Kunst vertraut macht.

Khatam-Kunst ist eine filigrane iranische Kunst, bei der Holzgegenstände mit kleinen dreieckigen Mosaikstücken verziert werden. Um die Entwicklung dieser Kunst und ihre besten Werke zu zeigen, wurde in einem der ältesten Viertel von Shiraz ein Museum namens „Khatam-Museum“ gegründet.

Shiraz, die Stadt des Khatam

Holz, Elfenbein, Knochen, Messing und Gold sind die Hauptmaterialien für das Khatam-Handwerk. Je feiner die Ausführung beim Khatam, desto höher ist der Wert des fertigen Produkts. Das Khatam aus Shiraz gilt als eines der hochwertigsten und authentischsten Khatam-Kunstwerke im Iran und hat eine über zehn Jahrhunderte lange Geschichte. Die mit Khatam verzierte Kanzel in der Atiq-Freitagsmoschee mit einem Alter von tausend Jahren gehört zu den wertvollsten Khatam-Werken aus Shiraz. Auch wenn sich dies nicht zweifelsfrei belegen lässt, gehen viele Experten davon aus, dass Shiraz der Ursprungsort der Khatam-Kunst ist.

Ihre Blütezeit erreichte die Khatam-Kunst während der Safawiden-Dynastie (1501 bis 1736). In dieser Epoche versammelten sich die Khatam-Künstler in Isfahan, und viele Schüler aus verschiedenen Landesteilen kamen zu ihnen, um diese Kunst zu erlernen. Während der Kadscharen-Zeit (19. Jahrhundert) wurde Khatam-Handwerk jedoch weniger beachtet, bis im 20. Jahrhundert mit der Gründung der Schule für angewandte Künste neue Meister in dieser Kunst ausgebildet wurden und die Khatam-Kunst wieder auflebte. Heute ist Khatam-Kunst eine der bekanntesten iranischen Kunsthandwerke, und viele ausländische Touristen nehmen bei ihrer Reise in den Iran meist ein Stück Khatam-Kunst als Andenken mit nach Hause.

Geschichte des Khatam-Museums in Shiraz

Das Khatam-Museum wurde in einem alten Haus namens „Khane-ye Saadat“ (Haus Saadat) eingerichtet. Das Haus trägt diesen Namen, weil es von einer Person namens Ali Akbar Saadat erbaut wurde. Saadat war ein angesehener Kaufmann aus Shiraz und errichtete dieses Haus in einem alten Viertel namens „Sang-e Siyah“ (Schwarzer Stein). Der Name „Haus Saadat“ wurde im Jahr 2003 (1382 nach iranischem Kalender) in die Liste der nationalen Denkmäler des Iran eingetragen. Anschließend wurde das Gebäude 2005 (1384 nach iranischem Kalender) renoviert und teilweise wiederhergestellt.

Merkmale und Architektur des Khatam-Museums von Shiraz

Das Khatam-Museum von Shiraz erregt wegen seiner Architektur und der kunstvollen, ansprechenden Verzierungen großes Interesse. Das Haus verfügt über mehrere, große Zimmer, deren jeweilige Dekorationen sehr schön und harmonisch sind. Aufgrund dieser Besonderheiten wurde das Haus Saadat zum Khatam-Museum umfunktioniert und zeigt dort wertvolle Werke der authentischen Khatam-Kunst von Shiraz.

Überall im Haus wurden Fliesenarbeiten, Ziegelarbeiten, Gittermuster aus Holz und kunstvoll behauene Steine für die Verzierung eingesetzt. Die Verwendung von Holz zur Gestaltung der Decken verleiht dem Ganzen eine besondere Note. An den Säulen und Wänden finden sich Darstellungen von Königen und berühmten Persönlichkeiten, die mithilfe von Fliesenarbeit oder Malerei angefertigt wurden.

Das Khatam-Museum von Shiraz befindet sich in der Nachbarschaft des Sibuyeh-Mausoleums. Die Zimmer des Hauses sind um den zentralen Innenhof herum angeordnet. Dieser stimmungvolle Innenhof verfügt, wie viele alte iranische Häuser, über ein kleines Wasserbecken, umgeben von vier kleinen Beeten. Die Drei-Fenster- und Fünf-Fenster-Zimmer (se-deri und panj-deri) säumen den Innenhof. Der Grundriss des Innenhofs ist viereckig, während das Becken in der Mitte eine ovale Form hat. Das Anlegen eines ovalen Beckens in einem Haus aus der Kadscharen-Zeit ist eher ungewöhnlich und kann als ein besonderes Merkmal des Hauses Saadat im Vergleich zu anderen historischen Häusern in Shiraz angesehen werden.

An der Nordseite des Gebäudes befinden sich die Fünf-Fenster-Zimmer. Die hölzerne Decke und die bunten Glasfenster dieser Räume ergeben eine reizvolle Kombination. Vor diesen Zimmern steht eine Veranda mit acht Säulen, die alle mit Stuckarbeiten verziert sind.

Auf der Westseite des Gebäudes liegen die Drei-Fenster-Zimmer und ebenerdige Räume. Dieser Teil diente als Winterquartier für die Bewohner.

Das Haus verfügt über zwei Eingänge: Der Haupteingang befindet sich im Süden, der zweite liegt in der Verlängerung des Haupteingangs an der Ostseite. Obwohl Häuser aus dieser Zeit meist eine Vorhalle (Hashti) am Eingang haben, wurde hier darauf verzichtet. Der Eingang führt lediglich durch einen kurzen Flur in den Innenhof.

Exponate im Khatam-Museum von Shiraz

Im Museum sind historische Werkzeuge und Khatam-Produkte von früher bis heute ausgestellt. Außerdem können Besucher Bilder berühmter Meister dieses Kunsthandwerks betrachten. Die Museumsbesucher haben die Möglichkeit, die verschiedenen Schritte der Anfertigung von Khatam-Werken zu verfolgen und sich so ein Bild vom Herstellungsprozess dieser traditionellen iranischen Kunst zu machen.

Museen

Das MeshkinFam Kunstmuseum: Eine Reise in die Geschichte in einem historischen Haus

Das MeshkinFam Kunstmuseum beherbergt eine Sammlung von Werken zeitgenössischer Künstler, die in einem der historischen Häuser von Shiraz zusammengetragen wurde.

Der Name Shiraz ist jedem vertraut, der sich mit der Geschichte Irans beschäftigt hat. Manche historischen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sind über 2500 Jahre alt, und auch aus späteren Epochen gibt es in Shiraz reichlich zu entdecken. Von großer Bedeutung sind dabei insbesondere die Museen dieser Stadt, die einen Teil ihrer Geschichte und Kultur erzählen – besonders dann, wenn sie inmitten eines historischen Bauwerks untergebracht sind. All diese Merkmale vereint das MeshkinFam Kunstmuseum in Shiraz. Bei einem Besuch dieses Museums erlebt man nicht nur wunderschöne, faszinierende Kunstwerke, sondern befindet sich auch in einem alten, sehenswerten Haus: dem Haus Forough-ol-Molk, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Der Name dieses Gebäudes wurde 1998 (1377 nach iranischem Kalender) in die Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen.

 

Die Geschichte des MeshkinFam Kunstmuseums in Shiraz

Das Haus Forough-ol-Molk, das heute als MeshkinFam Kunstmuseum bekannt ist, hat eine Geschichte von rund 100 Jahren. Die Bauarbeiten wurden 1931 (1320 nach iranischem Kalender) abgeschlossen, und das Gebäude umfasst eine Gesamtfläche von 1020 Quadratmetern. Ursprünglich war es als Wohnhaus konzipiert, doch im Laufe seiner Geschichte wurde es mehrfach zweckentfremdet. Von 1948 (1337) bis Mitte der 1970er-Jahre (1350er) diente es als Grundschule, bevor es 2002 (1381) in das Museum für zeitgenössische Kunst von Fars umgewandelt wurde. Heute ist es als MeshkinFam Kunstmuseum bekannt.

Derzeit sind in den Räumen dieses Museums neben den Werken aus drei Generationen der Familie MeshkinFam auch Arbeiten von Künstlern aus der Provinz Fars zu sehen. Einige dieser Werke wurden von ihren Besitzern dem Museum gestiftet, andere haben Sammler dem Museum übereignet.

 

Die Architektur des MeshkinFam Kunstmuseums

In diesem Gebäude wurden verschiedene Bereiche wie eine Wächterstube, eine Küche, ein Stall und zwei Wohnhäuser errichtet. Das Haus verfügt über drei Stockwerke mit einem äußeren (biruni) und einem inneren (andaruni) Bereich. Zwei getrennte Höfe, ein königlicher Wohntrakt (Schahneschin) und ein Bad gehören ebenfalls zu diesem Anwesen.

Im Norden und Süden des Gebäudes gibt es jeweils zwei Fünf-Fenster-Zimmer (panj-deri). Im Nordwesten befinden sich der Hauptsaal und ein Raum namens „Schahneschin“, der mit Fenstern mit kunstvollen Gitterverzierungen ausgestattet ist. Über ein achteckiges Wasserbeckenhaus (Hozkhane) ist der Schahneschin mit dem inneren Wohnbereich verbunden.

Ziegel und Gips bilden die Hauptmaterialien des Bauwerks. Zur Dekoration wurden Ziegelverzierungen, Kachelarbeiten, verschiedenartige Malereien und Gravuren in Stein genutzt. Die Deckenmalereien sind von der Kunst aus der Zand-Ära (Mitte des 18. Jahrhunderts) inspiriert. In der alten Möblierung des Hauses findet sich eine besondere Form der Spiegelkunst (Aine-kari). Diese Möbelstücke – darunter Tisch, Ofen, Truhe, Vitrine, alte Teller, geschnitzte Holzkästchen und mehrere Vasen – sind in einem historischen Zimmer untergebracht.

 

Exponate im MeshkinFam Kunstmuseum

Die Exponate des Museums wurden mehr als ein halbes Jahrhundert lang von Hassan MeshkinFam, dem Besitzer des Museums, zusammengetragen. Das Museum verfügt über zwei Galerien: „Kunstwerke der Familie MeshkinFam“ und „Werke zeitgenössischer Künstler aus der Provinz Fars“. Die Ausstellungsstücke werden je nach Werktyp, Technik und Entstehungszeit in den Bereichen Steinschnitt und Relief, Kalligraphie, Malerei und bildende Kunst präsentiert.

Im Abschnitt für Steinschnitt und Relief sind Werke von Habib MeshkinFam (1915–2001) auf verschiedenen Steinen, darunter Marmor, zu sehen. Diese Gravuren wurden in zwei Techniken – vertieft und erhaben – kalligraphisch ausgeführt. Im Bereich Malerei sind Arbeiten von 30 Künstlern ausgestellt, die in drei unterschiedlichen Generationen ausgebildet wurden.

In der Museumsbibliothek stehen Hunderte von Büchern und Fachzeitschriften, Zeitungsausschnitte über künstlerische Aktivitäten, zahlreiche Karten, Broschüren, Poster und Kataloge zu Kunstveranstaltungen sowie ein Archiv aus Ton- und Filmaufnahmen und Dokumenten zur Verfügung. Dazu gehören Interviews mit namhaften Künstlern aus Fars und dem Iran, filmische Berichte über Ausstellungen und künstlerische Ereignisse, Aufzeichnungen von Kunst- und Literaturtreffen sowie Filme über das Leben und Werk großer Künstler in aller Welt, über Museen und bedeutende Kunstzentren. Diese stehen Interessierten offen.

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Das Qajar-Museum von Tabriz: Ein Blick auf historische Objekte in einem einzigartigen historischen Haus

Das Qajar-Museum von Tabriz: Ein Blick auf historische Objekte in einem einzigartigen historischen Haus

Das Qajar-Museum von Tabriz wurde in einem alten Stadthaus errichtet, das Amir Nezam Grossi, einem Politiker und Schriftsteller, gehörte und als eines der schönsten Häuser der Stadt bekannt war. Nachdem er das Ministeramt angetreten hatte, war er eine Zeit lang als iranischer Botschafter in England, Frankreich und im Osmanischen Reich tätig. Grossi importierte später als Außenminister Irans Maschinen, die zu ihrer Zeit zu den fortschrittlichsten Geräten gehörten und bei der Münzprägung sowie im Druck zum Einsatz kamen. Außerdem war er an der Gründung der Schulen „Mozaffariyyeh“ und „Roshdiyeh“ beteiligt – zwei alte Lehranstalten in Tabriz – und hatte großen Einfluss auf die wissenschaftliche und bildungspolitische Entwicklung dieser Stadt. Die Mozaffariyyeh-Schule, auch „Dar-ol-Fonoun Tabriz“ genannt, galt in ihrer Zeit als eine der bedeutendsten Schulen in Aserbaidschan.

 

Geschichte der Entstehung des Qajar-Museums von Tabriz

Das Qajar-Museum von Tabriz befindet sich im Haus von Amir Nezam Grossi. Dieses Haus wurde in der Nähe des Maqbarat-o-Shora (Mausoleum der Dichter), einem der alten und berühmten Friedhöfe von Tabriz, errichtet. Auf diesem Friedhof sind die Überreste von rund 400 Dichtern aus verschiedenen Epochen beigesetzt, darunter der zeitgenössische iranische Dichter Shahryar, einer der bekanntesten von ihnen.

Der Bau dieses Gebäudes fällt in die Regierungszeit von Nasreddin Schah (Regentschaft von 1848 bis 1896 – 1227 bis 1275 nach iranischem Kalender). Als Amir Nezam Grossi ein Amt in Aserbaidschan innehatte, ließ er dieses Haus als seine Residenz erbauen. Nach seinem Tod wohnten die Gouverneure Aserbaidschans in diesem Haus. Doch nach dem Sturz der Qajar-Dynastie im Jahr 1925 (1304 nach iranischem Kalender) und der Machtübernahme durch die Pahlavi-Dynastie ging das Haus in Staatsbesitz über. In den folgenden Jahren verfiel ein Großteil des Gebäudes aufgrund mangelnder Pflege. Im Jahr 1991 (1370 nach iranischem Kalender) änderte sich die Besitzverhältnisse erneut, und schließlich wurde es 2006 (1385 nach iranischem Kalender) nach einer umfassenden Restaurierung – dank seiner traditionellen Elemente und seiner einzigartigen Merkmale – als Qajar-Museum umfunktioniert.

Das Haus von Amir Nezam Grossi, auch als Qajar-Museum von Tabriz bekannt, wurde 1996 (1375 nach iranischem Kalender) in die Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen.

 

Architektur des Qajar-Museums von Tabriz

Das Grundstück, auf dem das Haus von Amir Nezam Grossi errichtet wurde, umfasst insgesamt 3000 Quadratmeter. Das Gebäude selbst hat zwei Stockwerke mit einer Grundfläche von etwa 1500 Quadratmetern. Im Keller des Hauses befindet sich ein geräumiger Wasserbeckenraum (Hozkhane), der unter den einzelnen Bereichen des Gebäudes für seine besondere Schönheit bekannt ist. Über mehrere Gänge ist dieser Wasserbeckenraum mit dem Hof und den Zimmern verbunden. Die dekorativen Ziegelmuster an der Decke des Kellers machen diesen Teil des Gebäudes einzigartig.

Gegenüber dem Eingang des Museums ist eine Tafel mit dem Stammbaum der Qajar-Familie sowie einem Abschnitt zur Geschichte der Qajar-Stammeskonföderation zu sehen. Dieses Haus verfügt über zwei Höfe – einen inneren (Andaruni) und einen äußeren (Biruni). Jeder dieser Höfe ist mit mehreren kleinen Gärten und Wasserbecken gestaltet. Eine Veranda mit 16 schön gestalteten Säulen und kunstvoll dekorierten Kapitellen ist ebenfalls Teil des Hauses. Besonders sehenswert sind die Ziergitter-Fenster (Orosi) mit buntem Glas, die Stuckarbeiten (Gachbari) an der Nord- und Südfassade sowie die kunstvollen Spiegel- und Stuckarbeiten im Inneren. All dies macht den Besuch der Anlage für jeden Gast zu einem einzigartigen Erlebnis.

 

Verschiedene Bereiche des Qajar-Museums von Tabriz

Das Museum verfügt über zahlreiche Säle: Im Erdgeschoss befinden sich der Münzsaal, der Textilien-Saal, der Porzellansaal, der Glassaal, der Metalle-Saal, der Musiksaal sowie der Khatam-Saal (eine Einlegearbeiten-Kunst). Im Keller sind der Steinsaal, der Waffensaal, der Saal für Persönlichkeiten und Erlasse, der Architektur- und Stadtplanungssaal, der Schlüsselsaal sowie der Laternen-Saal untergebracht. In jedem dieser Säle werden unterschiedliche Objekte präsentiert.

Zu den beachtenswerten Exponaten gehören Khatam-Arbeiten (Einlegearbeiten), Metallgegenstände, Musikinstrumente sowie Glas- und Porzellangefäße. Ein Teil des Museums ist auch den ersten in Iran aufgenommenen Fotografien gewidmet, die nach der Einführung der ersten Kameras unter Nasreddin Schah entstanden. Ferner sind Skulpturen bekannter Persönlichkeiten aus der Qajar-Zeit ausgestellt, darunter Mirza Issa Qaem-Maqam Farahani, Mirza Abolqasem Qaem-Maqam Farahani, Amir Nezam Zanganeh, Amir Nezam Grossi und Amir Kabir.

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Die Geschichte des Hauses von Ali Monsieur und seine Umwandlung in ein Museum

Das Haus von Ali Monsieur war einst der Treffpunkt der bekanntesten Persönlichkeiten der konstitutionellen Bewegung (Mashruteh) in Iran – ein Haus, das heute in ein Museum umgewandelt wurde.

Das Haus von Ali Monsieur, das heute als Museum dient, ist eines der historischen Häuser der Stadt Tabriz. Sein Ursprung reicht in die Qajar-Zeit (spätes 18. Jahrhundert) zurück. In seiner Nachbarschaft befindet sich das historische Khataei-Haus, was Besuchern die Möglichkeit bietet, beide Sehenswürdigkeiten gleichzeitig zu besichtigen. In früheren Zeiten diente dieses Haus als Versammlungsort der Verfassungsbefürworter (Mashruteh-Anhänger) in Tabriz, wo sie Sitzungen abhielten und Entscheidungen trafen.

Wer war Ali Monsieur?

Karbala’i Ali Tabrizi war einer der Aktiven in der Mashruteh-Bewegung in der Stadt Tabriz. Sein Vater, Haj Mohammad Baqer Tabrizi, war eine angesehene Persönlichkeit in Tabriz, weshalb auch Ali Monsieur zu großem Wohlstand gelangt war und mehrfach nach Frankreich gereist war. Genau diese Reisen führten dazu, dass die Leute ihn „Monsieur“ nannten. Durch seine Reisen nach Frankreich lernte er die Revolution dieses Landes kennen und entwickelte eine konstitutionelle Gesinnung. Ali Monsieur hatte sich nicht nur mit der Französischen Revolution, sondern auch mit anderen großen Revolutionen der Welt intensiv befasst und besaß fundierte Kenntnisse über die Gegebenheiten in den Gesellschaften, in denen es zu Revolutionen gekommen war. Dieses Wissen hatte großen Einfluss auf die Ansichten der Verfassungsanhänger in Tabriz.

Verschiedenen Quellen zufolge verstarb Ali Monsieur im Jahr 1910 (1289 nach iranischem Kalender) im Alter von 44 Jahren. Die Todesursache liegt im Dunkeln.

Merkmale des Hauses von Ali Monsieur

Vergleicht man das Haus von Ali Monsieur mit den Häusern anderer wohlhabender Bewohner Tabriz’, so stellt man fest, dass es eine geringere Fläche besitzt. Die unruhigen Zeiten während seiner Bauphase führten dazu, dass verschiedene Fluchtwege für die Bewohner angelegt wurden. Möglicherweise war eben diese Bauweise einer der Gründe dafür, dass das Haus von Ali Monsieur als Versammlungsort der Verfassungsanhänger in Tabriz diente. Im Keller des Hauses wurden Durchgänge zu den umliegenden Häusern angelegt. Bei der Restaurierung des Hauses wurde zudem ein versteckter Stall im Keller entdeckt, in dem vermutlich Reittiere gehalten wurden, um bei einer Flucht schnell zur Verfügung zu stehen.

Wie der Rest des Gebäudes ist auch der Eingang des Hauses nicht besonders groß, und der Weg hinein unterscheidet sich vom Weg hinaus. Gleich beim Betreten des Hauses fällt dem Besucher das verschachtelte Arrangement der Räume auf – sie sind relativ klein und meist durch Türen miteinander verbunden. Die Anordnung der Zimmer ist so verwinkelt, dass sich Besucher leicht darin verirren können.

Auch die Art, wie der innere (Andaruni) und der äußere Hof (Biruni) miteinander verbunden sind, unterscheidet sich von anderen Häusern jener Zeit. Obwohl die Wahrung der Symmetrie eines der Grundprinzipien beim Bau iranischer Häuser ist, wurde dieses Haus zweistöckig und asymmetrisch gebaut. An drei Seiten des Innenhofs befinden sich Zimmer. Die Gipsverzierungen an der Außenfassade des Hauses von Ali Monsieur stellen eine seiner schönsten Seiten dar.

Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften und Bauweise vermutet man, dass dieses Haus als zweiter Wohnsitz von Ali Monsieur gedient haben könnte und in erster Linie für Zusammenkünfte und Sitzungen der Verfassungsanhänger genutzt wurde.

Die Umwandlung des Hauses von Ali Monsieur in ein Museum

Nachdem das Haus von Ali Monsieur im Jahr 2003 (1382 nach iranischem Kalender) in die Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen wurde, verwandelte die Stadtverwaltung von Tabriz dieses Gebäude in ein Museum. In dem Museum werden Exponate und Bilder gezeigt, die von der Mashruteh-Bewegung in Tabriz erzählen. Außerdem sind einige Kriegsgeräte und Waffen der Verfassungsanhänger hier zu sehen. Ein Besuch dieses Museums in einem Haus, in dem einst einige der bedeutendsten Führungsfiguren der konstitutionellen Bewegung in Iran zusammenkamen und diskutierten, bietet ein einzigartiges Erlebnis, das einen in die Atmosphäre eines der wichtigsten Ereignisse der neueren iranischen Geschichte eintauchen lässt.

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Das Nomadenmuseum von Aserbaidschan: Ein Einblick in eine der einflussreichsten Bevölkerungsgruppen Irans

Das Nomadenmuseum von Aserbaidschan: Ein Einblick in eine der einflussreichsten Bevölkerungsgruppen Irans

Viele Touristen planen ihre Reisen so, dass sie hauptsächlich die großen, bekannten Städte besuchen. Dadurch entgehen ihnen jedoch oft zahlreiche unverfälschte und ursprüngliche Sehenswürdigkeiten, die in kleineren Städten entlang der Reiseroute liegen. Im Nordwesten Irans gilt die Strecke von Täbris über Sarein, Ardabil und Astara als eine der meistbefahrenen Routen von Reisenden. Doch die meisten Touristen konzentrieren sich auf Start- und Zielort und durchqueren Orte wie Sarab, ohne dort anzuhalten – und verpassen so die atemberaubenden Landschaften und historischen Stätten dieser schönen Stadt.

Unter den historischen Sehenswürdigkeiten von Sarab zeichnet sich das Nomadenmuseum von Aserbaidschan dadurch aus, dass es Facetten des Nomadenlebens zeigt und somit eine besondere und interessante Attraktion darstellt.

 

Die Bedeutung der Nomaden in der Geschichte Irans

Die Nomaden spielten in der politischen und sozialen Geschichte Irans eine wichtige Rolle. Viele der iranischen Dynastien haben ihren Ursprung in nomadischen Stämmen. Zu diesen gehören unter anderem die Ghaznawiden, Seldschuken, Choresm-Schahs, Ilchane, Qara Qoyunlu, Aq Qoyunlu, Afscharen, Zand und Kadscharen – all diese Regime beruhen auf einer nomadischen Stammesorganisation.

In Aserbaidschan hat sich in den letzten Jahrzehnten die Tendenz verstärkt, den Nomadenalltag hinter sich zu lassen und in Städten und Dörfern sesshaft zu werden, um den Schwierigkeiten des Lebens als Wanderhirten zu entgehen. Daher besteht die Gefahr, dass diese Lebensweise in naher Zukunft in Vergessenheit gerät. Die Gründung des Nomadenmuseums von Aserbaidschan dient dazu, das nomadische Erbe der Region zu bewahren und lebendig zu halten.

 

Die Nomaden Aserbaidschans

Die Nomaden der Provinz Ost-Aserbaidschan ziehen zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – um. Ab Mitte Mai, wenn es allmählich wärmer wird, begeben sich die Nomaden in die Sommerweiden (Yaylak) in den Landkreisen Kaleybar, Ahar, Heris, Sarab, Mianeh, Maragha, Charavimaq sowie in die Höhenzüge von Sahand, Sabalan und Bozghoosh. 2022 machten sie rund zwei Prozent der Bevölkerung von Ost-Aserbaidschan aus, versorgen aber dennoch 20 Prozent des Kleinviehs (Schafe und Ziegen) in der Provinz.

Die Nomaden Aserbaidschans setzen sich aus zwei großen Stammesverbänden – Arasbaran und Schahsavan – sowie zehn weiteren Stämmen zusammen. Sie bewegen sich zwischen den Provinzen Ost-Aserbaidschan, Ardabil, Zanjan und West-Aserbaidschan. Die nomadische Lebensweise ist auf die Natur abgestimmt, sodass die Menschen hier täglich die unberührten Berg- und Steppenlandschaften vor Augen haben.

 

Merkmale und Architektur des Nomadenmuseums von Aserbaidschan

Dieses Museum ist das erste seiner Art im Iran, das sich mit dem Leben der Nomaden befasst. Das Gebäude des Museums war zuvor als „Hammam Jalal“ (Jalal-Bad) bekannt. Dieses Bad mit einer Fläche von etwa 650 Quadratmetern stammt noch aus den letzten Jahren der Kadscharen-Ära (frühes 20. Jahrhundert). Das Hammam, das einem Mann namens „Jalal“ gehörte, wurde bis vor einigen Jahrzehnten als öffentliches Bad genutzt und war in zwei getrennte Bereiche für Frauen und Männer unterteilt, wobei seine Architektur dem üblichen Aufbau iranischer Bäder entsprach.

1993 (1372 nach iranischem Kalender) wechselte das Bad aus Privatbesitz in den Besitz der Stadtverwaltung Sarab, woraufhin Restaurierungsarbeiten begannen. Schließlich wurde es in ein Nomadenmuseum umgewandelt.

Das Museum ist als ethnologisches Museum konzipiert und zeigt Bräuche, Sprache, Lebensunterhalt, Wohnformen, Kunst, Handwerk, Esskultur, Kleidung und Kunsthandwerk der Nomadengemeinschaften. Mehrere Wachsfiguren in traditioneller Nomadentracht sowie aufgestellte Zelte vermitteln den Besuchern den Eindruck, das Nomadenleben sei hier noch immer präsent. Die ausgestellten Objekte stammen größtenteils aus den Provinzen Ost-Aserbaidschan und Ardabil.

Zum Museum gehört zudem eine Fachbibliothek über die Nomaden, in der verschiedene Bücher Interessierten zur Verfügung stehen. Einblicke in Weideland und Hirtenalltag, traditionelle und heimische Methoden der Milch- und Wollverarbeitung, nomadische Webarbeiten, Musik, Kleidung, Schmuck, Wohnformen, Brotbacken, ein traditionelles Teehaus sowie Teppichkunst bilden die verschiedenen Bereiche des Museums.

 

Wo befindet sich das Nomadenmuseum von Aserbaidschan?

Um das ethnologische Museum der Nomaden Aserbaidschans zu besichtigen, sollte man in die Stadt Sarab reisen. Sie liegt 130 Kilometer von Täbris entfernt; das Museum befindet sich neben dem Gebäude der Stadtverwaltung von Sarab.

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Das Konstitutionshaus von Tabriz: Das Hauptquartier der iranischen Verfassungsbewegung

Das Konstitutionshaus von Tabriz: Das Hauptquartier der iranischen Verfassungsbewegung

Die Konstitutionelle Revolution zählt zu den bedeutendsten politischen Ereignissen der jüngeren iranischen Geschichte. Sie mündete 1906 (1285 nach iranischem Kalender) mit der Erlangung der Verfassung und dem entsprechenden Dekret von Mozaffar ad-Din Schah Qajar, dem damaligen Schah von Iran, in einen Sieg. Tabriz, als eine der größten Städte Irans, spielte dabei eine wesentliche Rolle. Zu jener Zeit gehörte Tabriz zu den Hauptzentren der Verfassungsanhänger. Heute gibt es in Tabriz zahlreiche historische Gebäude, die von den Geschehnissen rund um die Konstitutionelle Revolution erzählen. Eines dieser Gebäude ist das Konstitutionshaus von Tabriz, das seinerzeit ein Treffpunkt angesehener Persönlichkeiten Aserbaidschans und ein Ort zum Austausch über die Konstitutionelle Bewegung war. Neben seiner großen Bedeutung für die moderne iranische Geschichte zeichnet sich dieses Haus durch unverwechselbare ästhetische Elemente aus, sodass es 1975 (1354 nach iranischem Kalender) in die Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen wurde.

Die Geschichte des Konstitutionshauses von Tabriz

Das Konstitutionshaus von Tabriz war einst im Besitz eines bekannten Tabrizer Kaufmanns namens „Mehdi Kouzeh-Kenani“. Er begann 1868 (1247 nach iranischem Kalender) mit dem Bau des Hauses. Jahre später, während der Kämpfe der Konstitutionellen Revolution, wurde dieses Anwesen als „Konstitutionshaus“ bekannt.

Während der elfmonatigen Belagerung von Tabriz durch die Regierungstruppen diente dieses Haus als Kommandostand der Tabrizer Kämpfer. Trotz des großen Drucks, dem die Verfassungsanhänger ausgesetzt waren, gelang es ihnen schließlich, die Regierungseinheiten zurückzudrängen und einen großen Aufschwung für die gesamte iranische Verfassungsbewegung zu bewirken. So spielte das Konstitutionshaus von Tabriz eine wichtige Rolle in der Geschichte der Freiheits- und Reformbewegungen im Iran. Aus diesem Grund genießt dieses Gebäude besondere Wertschätzung seitens der Tabrizer Bevölkerung.

1996 (1375 nach iranischem Kalender), in Anerkennung der Bedeutung dieses Ortes für die Konstitutionelle Revolution und auf Grundlage der hier vorliegenden Dokumente und Unterlagen, wurde das Gebäude als „Konstitutionshaus von Tabriz“ in ein Museum umgewandelt.

 

Ausstellungsstücke im Konstitutionshaus von Tabriz

Ein Hauptteil dieses Museums sind die Büsten großer Persönlichkeiten der Verfassungsbewegung. Darunter befinden sich Statuen von Hossein Khan Baghban, Haj Ali Davachi, Thaqat-ol-Islam Tabrizi, Haj Ali Khataei, Howard Baskerville, Karbala’i Ali Monsieur, Scheich Ali Asghar Leilavai, Akhund Khorasani, Ali Akbar Dehkhoda und Zeynab Pasha (die einzige Frau in den Reihen der Verfassungsanhänger).

Zudem findet man in verschiedenen Teilen des Museums Ausrüstungsgegenstände und Utensilien, die von den Tabrizer Verfassungsanhängern benutzt wurden. Zu den sehenswerten Objekten zählen unter anderem Settar Khans Pistole, ein „Mashruteh“-Teppich, persönliche Gegenstände von Anführern der Konstitutionellen Bewegung sowie Dokumente über ihre Aktivitäten.

Merkmale und Baustil des Konstitutionshauses von Tabriz

Unabhängig von den Ausstellungsstücken, die im Konstitutionshaus von Tabriz gezeigt werden, ist auch seine Architektur bemerkenswert. Das Konstitutionshaus hat eine Fläche von 1300 Quadratmetern und wurde auf zwei Stockwerken errichtet. Stein, Ziegel und Lehmziegel sind die Hauptmaterialien des Baus, bei den Decken mancher Räume wurde außerdem viel Holz verwendet.

Kennzeichnend sind die Orosi-Fenster (Fenster mit Holzgitter und buntem Glas), holzgeschnitzte Türen, der Kola-Farangi-Pavillon (eine Art Erker- oder Türmchenanbau) sowie Oberlichter, die dem Bauwerk einen beeindruckenden Charme verleihen. In den Fenstern dieses Hauses sind rote und grüne Gläser eingesetzt, die beim Lichteinfall ein schönes Farbspiel erzeugen.

Am Haupteingang des Hauses steht neben einer Kanone auch eine Skulptur von Settar Khan und Baqer Khan, den Anführern der Konstitutionellen Bewegung von Tabriz. Das erste und zweite Stockwerk verfügen jeweils über sechs Zimmer. In der Mitte des zweiten Stocks befindet sich ein großer Saal (6 x 9 Meter), in dem die allgemeinen Versammlungen stattfanden. Das Zimmer mit Blick auf den Hof im zweiten Stock, ausgestattet mit vergitterten Türen und Fenstern und buntem Glas, ist einer der schönsten Teile des Gebäudes.

Die Eingangshalle (Sarsara) des Konstitutionshauses von Tabriz besitzt vier Säulen mit aufwendig verzierten Stuckkapitellen. Über jeder dieser Säulen befindet sich ein Oberlicht mit farbigem Glas.

Die seitlichen Räume der Eingangshalle haben Holzbögen (Taq), die mit achteckigen, plastischen Motiven verziert sind.

Wo befindet sich das Konstitutionshaus von Tabriz?

Dieses Museum liegt in einem der historischen Häuser der Stadt Tabriz, im Stadtteil Rasteh-Kucheh, westlich des Tabrizer Basars.

Museen

Das Museum für Literatur und Mystik in Ahar: Eine Ausstellung einiger Facetten der iranischen Kultur

Das Museum für Literatur und Mystik in Ahar: Eine Ausstellung einiger Facetten der iranischen Kultur

Zivilisationen und authentische Kulturen hinterlassen während ihres Bestehens zahlreiche Schätze, die sich keineswegs nur auf historische Artefakte beschränken. Kulturelle Ressourcen einer Zivilisation können oftmals wertvoller und schöner sein als ihre Bauwerke und antiken Überreste. Da diese Ressourcen jedoch in den Alltag einer Gesellschaft eingebettet sind und nicht immer direkt sichtbar oder greifbar, finden sie bisweilen weniger Beachtung. In den vergangenen Jahrzehnten entstanden weltweit Museen, um kulturelle Objekte und Ausprägungen dieses immateriellen Erbes zu präsentieren. Auch im Iran – mit seiner Jahrtausende währenden Zivilisation und unverwechselbaren Kultur – ist der Bedarf an solchen Museen deutlich zu spüren. Unter den iranischen Museen nimmt das Museum für Literatur und Mystik in Ahar als eines der Fachmuseen im Kulturbereich eine herausragende Stellung ein. Mit seinen erlesenen Schätzen der iranischen Zivilisation trägt es nicht nur zu deren Erhaltung bei, sondern macht Besucher auch mit der Kultur dieses Landes vertraut.

 

Geschichte und Merkmale des Museums für Literatur und Mystik in Ahar

Das Museum für Literatur und Mystik in Ahar wurde 1995 (1374 nach iranischem Kalender) gegründet. Es verfügt über drei Ausstellungssäle, in denen verschiedenste kulturelle Schätze Irans zu sehen sind. Die ausgestellten Objekte stammen aus dem Zeitraum vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Zu den Exponaten zählen handgeschriebene Koranausgaben aus der Safawiden-Zeit (16.–18. Jahrhundert) und der Kadscharen-Ära (19. Jahrhundert), ein mit Koransuren besticktes Stoffbanner, ein antikes Paar Pantoffeln mit Fersenriemen (aus einer Imamzadeh-Gruft), Gebetsteppiche, Gebetssteine (Mohr), Gebetskompasse (Qibleh-Nama), Gemälde aus der Kadscharen-Zeit sowie kalligraphisch gestaltete Texte islamischer Bittgebete.

 

Wo befindet sich das Museum für Literatur und Mystik in Ahar?

Das Museum befindet sich in der Stadt Ahar, im nördlichen Bereich des Grabmals von Scheich Schihab ad-Din Mahmud Ahari. Scheich Schihab ad-Din Mahmud Ahari, Sohn von Ahmad Ahari, wurde am 28. November 1184 (Mitte Scha’ban 580 nach islamischem Kalender) geboren. Er erlernte die Grundlagen der islamischen Wissenschaften zunächst in seiner Heimatstadt, reiste danach nach Bagdad und kehrte nach erfolgreichem Studium wieder nach Ahar zurück, um den Glauben zu verbreiten und die Menschen zu unterweisen. Sein schriftliches Werk Aschq-Name („Buch der Liebe“) enthält seine mystischen Überzeugungen. Schihab ad-Din Ahari starb im Jahr 1267 (665 nach islamischem Kalender) in Ahar und wurde im Hof seines Sufi-Klosters (Chaneghah) beigesetzt.

Ahar ist die viertgrößte Stadt der Provinz Ost-Aserbaidschan und dank ihres Klimas eines der Hauptziele für Touristen in dieser Region. Mit einer Höhenlage von etwa 1360 Metern über dem Meeresspiegel fallen dort jährlich zwischen 310 und 450 Millimetern Niederschlag. Zahlreiche Flüsse durchziehen das Gebiet und schaffen eindrucksvolle Landschaften; zu den bekanntesten zählen Kichik-Chay, Ahar-Chay und Rangul-Chay. Neben den Naturschönheiten bietet die Stadt – bedingt durch ihre lange Geschichte – auch zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten, wobei das Grabmal von Scheich Schihab ad-Din Ahari zu den bekanntesten zählt.

Dieses Grabmal umfasst ein Sufi-Kloster (Chaneghah), eine Moschee, eine hohe Iwan-Halle, ein Minarett und mehrere kleine Räume. Das genaue Erbauungsdatum ist nicht sicher überliefert. Es scheint jedoch noch vor dem Tod von Scheich Schihab ad-Din Ahari errichtet worden zu sein. Manche Experten datieren das Bauwerk auf die Safawiden-Zeit (16. Jahrhundert). Der große Raum unter der Kuppel wird als Chaneghah bezeichnet – ein Ort, an dem Sufis lebten, lehrten und zusammenkamen. Gewöhnlich wohnte der Meister (Pir) eines Ordens in der Chaneghah und fand nach seinem Tod dort seine letzte Ruhestätte, damit sein Grab wiederum zum Versammlungsort seiner Anhänger werden konnte. Der Teil des Grabmals von Scheich Schihab ad-Din Ahari, in dem sich die Chaneghah befindet, bildet einen quadratischen Saal mit einer Seitenlänge von elf Metern und Wänden, die 1,3 Meter dick sind. Die Moschee liegt im östlichen Bereich des Mausoleums; ihre Gestaltung wurde durch Stuckarbeiten und Malereien aufgewertet. Insgesamt ist das Innere dieses Sufi-Klosters jedoch eher schlicht und weist nicht so viele Verzierungen auf wie vergleichbare Bauwerke. Ursprünglich umgab eine Lehmziegelmauer – mit einer Ausdehnung von elf Hektar – das Gelände. Aufgrund des Stadtausbaus und neuer Gebäude ist der größte Teil dieser Umfriedung inzwischen zerstört worden. Die Reste zeigen jedoch, dass die Mauer einst rund sechs Meter hoch war.

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Eine Reise von der Vorgeschichte in die Moderne im Aserbaidschan-Museum

Unter den Museen Irans zählt das Aserbaidschan-Museum zu den herausragendsten. In diesem Museum wurden Exponate aus vorgeschichtlicher Zeit bis in die Gegenwart zusammengetragen.

Das Aserbaidschan-Museum befindet sich im Zentrum der Stadt Täbris und ist eines der ältesten Museen im Iran. Was die Größe betrifft, ist es nach dem Nationalmuseum des Iran das zweitgrößte archäologische Museum des Landes. Im Aserbaidschan-Museum sind vielfältige, sehenswerte Objekte aus verschiedenen historischen Epochen Irans versammelt.

 

Geschichte des Aserbaidschan-Museums

Im Iran sind viele Museen in historischen Häusern oder Gebäuden untergebracht, die früher andere Nutzungen hatten. Das Gebäude des Aserbaidschan-Museums hingegen wurde von Anfang an speziell für die Einrichtung eines Museums entworfen und erhielt eine entsprechende Bauweise und Architektur.

Den Entwurf für das Aserbaidschan-Museum erstellte André Godard (1881–1965), ein bekannter französischer Archäologe. Er lebte fast ein Vierteljahrhundert in Iran und war eine Zeit lang Direktor der Fakultät der Schönen Künste an der Universität Teheran. Während seines Aufenthalts in Iran plante Godard viele Gebäude, die heute zu den sehenswerten Bauwerken des Landes zählen.

Die Idee zur Errichtung dieses Museums entstand parallel zu einer Ausstellung, die 1928 (1306/1307 nach iranischem Kalender) im Lesesaal der Tärbiyat-Bibliothek in Täbris stattfand. Dort waren einige alte Münzen ausgestellt, die in Täbris gefunden worden waren. Daraufhin beschlossen einige Kulturinteressierte aus Täbris, einen Ort zu schaffen, an dem die in dieser Stadt entdeckten historischen Objekte dauerhaft gezeigt werden konnten. Die Umsetzung dieser Idee dauerte mehrere Jahre. Schließlich begann 1962 (1341) der Bau des Museums.

 

Merkmale und Architektur des Aserbaidschan-Museums

Das Gebäude des Museums umfasst etwa 2400 Quadratmeter. Es verfügt über drei Stockwerke, in denen jeweils ein Ausstellungsraum mit einer Fläche von 800 Quadratmetern für die Präsentation verschiedener Objekte eingerichtet ist.

Im Aserbaidschan-Museum werden Exponate aus der vorislamischen Epoche bis zur islamischen Zeit gezeigt. Insgesamt sind etwa 12.000 Objekte vorhanden, von denen 2300 in die nationale Denkmalliste Irans eingetragen sind.

 

Erdgeschoss und Untergeschoss des Aserbaidschan-Museums

In diesem Bereich werden Objekte von der Vorgeschichte bis zum Beginn des Islam in Iran präsentiert. Hierzu zählen Keramikfunde aus Tepe Esma‘ilabad mit einem Alter von sieben Jahrtausenden und Serpentinfels (Speckstein) aus Dschiroft, auf dem Pflanzen- und Tiermotive eingraviert sind. Diese Stücke stellen einige der bemerkenswertesten Objekte aus der vorgeschichtlichen Zeit in diesem Teil des Museums dar. Darüber hinaus sind eine Frauenskulptur aus der Zeit vor dreitausend Jahren sowie Gefäße aus vorchristlichen Epochen zu sehen.

Eine der interessantesten Attraktionen des Museums sind die Überreste eines Mannes und einer Frau, die 1999 (1378) bei Ausgrabungen rund um die Blaue Moschee entdeckt wurden und in das 1. Jahrtausend v. Chr. datiert werden.

An der nördlichen Wand dieses Museumsteils ist ein Stein angebracht, der „Bismillah“ genannt wird. Dieses Werk ist ein großartiges Kunstwerk eines zeitgenössischen iranischen Künstlers und als moderne Inschrift anzusehen.

 

Erstes Obergeschoss des Aserbaidschan-Museums

Um Objekte aus der nachislamischen Zeit zu sehen, sollte man das erste Obergeschoss besuchen. Die ältesten Exponate in diesem Bereich stammen aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. und wurden in der Umgebung von Neyschabur entdeckt. Sie zeichnen sich durch weiße Glasur und islamische, kufische Verzierungen aus. Man kann die Entwicklung dieser Verzierungstechniken bis in die Kadscharen-Ära (19. Jahrhundert) an den Dekorationen der Keramik nachvollziehen. Außerdem sind hier Münzen verschiedener Epochen iranischer Dynastien von der Vorgeschichte bis zur Kadscharen-Zeit zu sehen. Weitere Exponate in diesem Teil des Museums sind Keramikobjekte aus unterschiedlichen Epochen, alte Siegel, mehrere Grabsteine, Statuen und menschliche Figuren sowie einige mit Inschriften versehene Steintafeln. Zu den bemerkenswerten Stücken zählt ein Zahlenschloss (Kombinationsschloss) aus dem späten 11. Jahrhundert n. Chr. Die darin verwendete Technik ist fast 900 Jahre alt und zeugt von erstaunlichem Erfindungsreichtum.

Museen

Das Ilchaneh-Museum von Maragha – ein Zeugnis einer Epoche, als Maragha seine Blütezeit erlebte

Die Ilchaneh-Zeit war für Maragha von großer Bedeutung. Deshalb wurde das Ilchaneh-Museum in Maragha eingerichtet, um die aus dieser Ära erhaltenen Werke und Objekte zu präsentieren.

Museen spiegeln die Kultur und Lebensweise der Menschen eines Landes wider und beherbergen die erlesensten Zeugnisse der jeweiligen Zivilisation. In Maragha, einer der wichtigsten Städte in der Provinz Ost-Aserbaidschan, entstand das Ilchaneh-Museum neben dem Mausoleum von Ohadi Maragha’i, einem der bekanntesten Literaten der Stadt. Das Gebäude für das Museum und das Mausoleum wurde zwischen 1974 und 1978 (1353 bis 1357 nach iranischem Kalender) errichtet.

Die Herrschaft der mongolischen Ilchane (13. bis 14. Jahrhundert) war für Maragha von besonderer Bedeutung, da die Stadt in jener Zeit aufblühte und zur Hauptstadt Irans erhoben wurde. Viele der historischen Bauwerke in Maragha, von denen einige zu den bedeutendsten Kulturerbestätten Irans zählen, stammen aus dieser Epoche.

 

Gründung und Funktion des Ilchaneh-Museums von Maragha

Das Ilchaneh-Museum wurde 1984 (1363 nach iranischem Kalender) gegründet. 1996 (1375) erhielt es aufgrund der Bedeutung der Ilchane-Dynastie für die Geschichte von Maragha den Status eines „Fachmuseums für die Ilchaneh-Zeit“. Heute sind in diesem Museum wertvolle Exponate aus jener Epoche zu sehen, darunter mehrere Stücke aus Keramik, Fliesen und Geschirr, Münzen aus der Ilchaneh-Zeit, Glas- und Metallgegenstände sowie einige Handschriften. In einem Bereich, der als „Kitabat-Abteilung“ (Schreibkunst) bekannt ist, werden Exemplare mehrerer Jahrhunderte alter Koranausgaben ausgestellt. Eine dieser Ausgaben gehört zu den ersten Koranausgaben mit Übersetzung. Diese Ausgabe ist mit Goldmalerei verziert und auf Papier geschrieben, das aus China stammt.

Allerdings finden sich im Ilchaneh-Museum auch Objekte aus anderen Phasen der iranischen Geschichte. Einige Exponate datieren in die Zeit der Sassaniden und Parther (vor Christus) sowie in die Safawiden-Ära (17. Jahrhundert). Die Inschriften und Säulen der timuridischen Scheich-Baba-Moschee, eine Kanonenkugel aus der Zeit der Afschariden (18. Jahrhundert), Fundstücke aus der Sternwarte (Observatorium) und den berühmten Kuppelbauten von Maragha, einige vorgeschichtliche Objekte sowie Münzen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. gehören zu den herausragenden Stücken des Museums.

 

Die Münzsammlung des Ilchaneh-Museums von Maragha

Das Ilchaneh-Museum beherbergt eine der größten und umfassendsten Sammlungen ilchanischer Münzen. Unter den Ilchaneh wurden Münzen teils aus Anlass bestimmter Feierlichkeiten oder Feste geprägt, während Kupfermünzen (Fulus) im Alltagsverkehr verwendet wurden. In jener Zeit gab es in Maragha, Täbris und Soltaniyeh die wichtigsten staatlichen Münzprägestätten. Auf den meisten Münzen aus der Ilchaneh-Ära finden sich islamische Motive wie Koranverse, die Namen der rechtgeleiteten Kalifen oder der schiitischen Imame.

 

Die Keramiksammlung des Ilchaneh-Museums von Maragha

Die Töpferei gehörte in der Ilchaneh-Zeit zu den bedeutendsten und meistgenutzten Kunsthandwerken. Das handwerkliche Niveau war so hoch, dass man von einem „goldenen Zeitalter“ der Keramikkunst sprechen kann. In dieser Periode wurden mehr Ziertechniken und Methoden in der Töpferei eingesetzt. Die Keramiken aus der Ilchaneh-Zeit zeigen geometrische Muster, florale Ornamente, arabeske Motive, Darstellungen von Menschen bei Jagdszenen oder Festen, Abbildungen von Gazellen, Fischen und Vögeln sowie kalligrafische Verse und Sprichwörter auf Persisch. Unter den bemerkenswerten Objekten findet sich glasiertes Geschirr, auf dem das Bild eines Wesens mit menschlichem Kopf und tierischem Körper zu sehen ist. Dieses Stück verweist darauf, dass in der Ilchaneh-Zeit bestimmte Symbole und Motive der vorislamischen Zeit Irans wieder aufgegriffen wurden.

 

Die Glassammlung des Ilchaneh-Museums von Maragha

In manchen Epochen fand das Glashandwerk im Iran so große Beachtung, dass neue Techniken zur Anwendung kamen und iranische Glasmacher ihrer Zeit voraus waren. Während der Ilchaneh-Ära jedoch wanderten viele iranische Glasmeister nach Ägypten und Syrien ab, weshalb das Glashandwerk an Bedeutung verlor. Im Ilchaneh-Museum von Maragha werden einige seltene Beispiele von gläsernen Gefäßen und dekorativen Gegenständen aus dieser Zeit ausgestellt.

 

Die Metallabteilung des Ilchaneh-Museums von Maragha

In diesem Teil des Ilchaneh-Museums sind Objekte zu sehen, die auf den Fortschritt der Metallkunst in der Ilchaneh-Zeit hinweisen. Verschiedene bronzene Öllampen sowie Bronzekerzenhalter, die im Gussverfahren hergestellt und durch Gravur (Qalamzani) sowie Vergoldung (Talakubi) verziert wurden, sind hier zu bestaunen.

 

Museen

Das „Measurement Museum“ (Museum Sanjesh) von Tabriz: Ein Besuch bei den faszinierendsten menschlichen Messinstrumenten

Eine Reihe besonders interessanter Geräte zur Messung und zum Wiegen ist im „Measurement Museum“ (Museum Sanjesh) von Tabriz zu sehen.

Hintergrund

Tabriz hatte aufgrund seiner geographischen Lage stets rascheren Zugang zu moderner Technologie. Viele neue Apparate – vor allem aus Europa und Russland – gelangten zuerst nach Tabriz und dann erst in den übrigen Iran. So wurde Tabriz in der Geschichte der iranischen Technik und Wissenschaft in vielen Bereichen zur „Ersten“. Das Measurement Museum (Museum Sanjesh) von Tabriz, untergebracht in einem alten Bürgerhaus, zeigt Werkzeuge aus alten Zeiten zur Messung und Wägung. Man findet dort beispielsweise erste europäische Uhren, die in Tabriz zum Einsatz kamen, ehe sie ins restliche Land verbreitet wurden.

 

Das Haus Salmasi und seine Umwandlung zum Measurement Museum

Das Measurement Museum befindet sich im historischen Haus Salmasi (Ḫāne-ye Salmāsī). Dieses Bauwerk stammt aus der späten Kadscharenzeit (1874 n. Chr. / 1253 n. H.) und liegt im alten Stadtteil Maqṣūdīyeh, einem historischen Viertel im Stadtzentrum von Tabriz mit zahlreichen historischen Bauten. Nicht weit entfernt befindet sich das Rathaus (auch „Saat-Gebäude“ genannt), dessen Turmuhr von allen Seiten sichtbar ist und alle 15 Minuten ertönt.

Das Haus Salmasi wurde 1995 (1374 nach iranischem Kalender) restauriert und sechs Jahre später (2001 / 1380) zum Measurement Museum (Museum Sanjesh) erklärt. Das Museum verteilt sich auf drei Flügel – Westen, Osten und Norden – mit einer gesamten Ausstellungsfläche von 875 Quadratmetern.

 

Bereiche des Measurement Museum Tabriz

Messen und Wiegen ist untrennbar mit dem menschlichen Leben verbunden. Seit jeher schufen Menschen Instrumente, um Zeit, Gewicht, Längen, Volumen und Temperaturen zu bestimmen. In der Antike war Messkunde teils hochentwickelt und erforderte komplexe Mechaniken und Feinmechanik.

Hauptsäle im Obergeschoss

  1. Zeitmessung
  1.  Im ersten Saal sind unter anderem Astrolabien und eine astronomische Messkugel aus Metall zu sehen – vorwiegend aus der Kadscharenzeit. Solche Instrumente setzten Astronomen ein, um Kalender, Entfernungen zwischen Erde und Himmelskörpern oder Gebetszeiten zu berechnen.
  1. Astronomische Geräte

 Hier finden sich Teleskope verschiedener Herkunft (z. B. aus Frankreich importiert). Erklärende Tafeln bieten Infos zur Astronomie und Geschichte der Himmelsbeobachtung.

  1. Weitere Säle mit historischen Uhren

 Sie stammen zum großen Teil aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Viele sind aus Bronze oder Messing gefertigt, teils vergoldet oder mit Holz verkleidet. Manche sind mit Email und Keramik verziert. Einige Stücke sind über 200 Jahre alt.

Untergeschoss des Measurement Museum

 Hier werden eher neuzeitliche Waagen und Messgeräte gezeigt: filigrane Goldwaagen, russische Tischwaagen aus Gusseisen, medizinische Labor- und Säuglingswaagen, Schapp- und Seidenwaagen, große Stahlwaagen für schwere Lasten, sämtliche Arten von Gewichtsteinen, Zeiger- oder Federwaagen, Gefäße für Flüssigkeiten und Ölprodukte, handbetriebene Benzinpumpen und weiteres Handwerksgerät für Berufe wie Kolonial- oder Stoffhändler.

Westflügel

 In diesem Bereich, einst Frühlingszimmer der Hausbewohner, werden meteorologische und geologische Messinstrumente ausgestellt: verschiedene Thermometer, Regenmesser, Messstäbe, Winkelmesser, Zirkel, Kompasse sowie Öl- und Wassermesser, Tachometer, klappbare Meterstäbe, frühe Taschenrechner etc.

Im Hof des Museums liegt ein etwa vier Millionen Jahre altes fossiles Holz, das in den Ebenen von Moghān entdeckt wurde. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass dieser Baum im Pliozän (Känozoikum) lebte und nach seiner Einbettung zu Stein wurde.

Museen

Das Ostad Schahriar-Museum: Leben und Werk eines großen modernen Dichters Irans

Das Schahriār-Museum befindet sich im Viertel Maqsudīyeh von Tabriz. In ihm sind persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke des berühmten zeitgenössischen Dichters Schahriār ausgestellt.

Dichterverehrung im Iran

In vielen Kulturen werden Dichter und Literaten als Hüter und Erneuerer der jeweiligen Kultur betrachtet. Auch im Iran genießen sie traditionell großes Ansehen. Für viele prominente Dichter gibt es eigens Gedenktage im iranischen Kalender, an denen sich die Menschen an deren Gräbern versammeln und ihrer Werke und Verdienste gedenken.

 Auch unter den modernen Dichtern Irans haben sich etliche Personen einen großen Namen gemacht. Einer von ihnen ist Ostad Schahriār (Ustād Schahriār). Neben einem Denkmal zu seinen Ehren in der „Maqbarat-ol-Schoʿarā“ von Tabriz, wo auch andere Dichter aus Tabriz beigesetzt sind, gibt es Schahriār zu Ehren sogar ein eigenes Museum.

Wer war Schahriār?

Sayyed Mohammad Hossein Behdschat-e Tabrizī wurde 1906 (1285 nach dem iranischen Kalender) in Tabriz geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt und Meister der Kalligrafie; er selbst wählte den Dichternamen („takhallos“) Schahriār. Schahriārs Vater engagierte sich in der konstitutionellen Bewegung (Engelāb-e Mashrūṭeh) gegen die damalige Regierung.

1921 (1300) beendete Schahriār seine Schulausbildung und ging nach Teheran. Dort studierte er drei Jahre an der Dār-ol-Fonūn. Anschließend wechselte er auf eine Medizinhochschule, die er jedoch kurz vor Abschluss aus Liebeskummer abbrach, als ihm die Geliebte einen Korb gab. Dieses Erlebnis erschütterte Schahriār so sehr, dass er das Studium aufgab und sich komplett der Dichtkunst widmete.

Er blieb Zeit seines Lebens ein Liebeslyriker und wurde einer der bekanntesten modernen Dichter Irans. Sein Werk “Ḥaydar Bābā-ye Salām“ – ein auf Aserbaidschanisch-Türkisch geschriebenes Meisterstück – gilt als einer der Höhepunkte der aserbaidschanischen Literatur und ist als immaterielles Kulturerbe Irans anerkannt. Gleichzeitig schrieb Schahriār aber auch in vielen Formen der klassischen persischen Lyrik.

 Schahriār starb am 18. September 1988 (27. Schahrīwar 1367) in seinem Haus in Tabriz. Auf seinen eigenen Wunsch wurde er in der Dichtergruft (Maqbarat-ol-Schoʿarā) dieser Stadt, neben anderen Dichtern aus Tabriz, begraben.

Das Schahriār-Museum

Das heutige Museumsgebäude war das dritte Wohnhaus Schahriārs. Er erwarb es 1968 (1347) und lebte dort die letzten 20 Jahre bis zu seinem Tod. In diesem Haus schrieb er viele seiner Gedichte und empfing regelmäßig Schriftsteller und Künstler aus ganz Iran. Nach Schahriārs Tod erwarb die Stadtverwaltung Tabriz das Gebäude und richtete darin ein Museum ein.

 Der Großteil der Ausstellungsobjekte stammt aus dem persönlichen Besitz Schahriārs und wurde von seiner Familie dem Museum überlassen. 1991 (1370) rief man zudem öffentlich dazu auf, Dokumente aus Schahriārs Nachlass einzusenden. Viele Menschen gaben daraufhin Gegenstände und Dokumente an das Museum ab.

 Insgesamt können Besucher dort über 500 persönliche Dinge aus Schahriārs Alltag sehen: Bücher, Taschen, Gehstöcke, Druckausgaben seiner Werke, Gedichtbände und handschriftliche Notizen, ein vom Dichter selbst in Naskh-Schrift abgeschriebenes Koranexemplar, Schreibutensilien, Fotoalben sowie einige ihm zu Lebzeiten geschenkte Objekte.

Im Untergeschoss des Hauses sind Fotos aus verschiedenen Stationen seines Lebens ausgestellt. In diesem Teil des Hauses befindet sich auch ein kleiner Brunnen, der für eine poetische Atmosphäre sorgt. Schahriār spielte zu Lebzeiten Setār, und seine berühmte, ihm sehr vertraute Setār kann man ebenfalls im Keller des Museums bestaunen.

Das Haus Schahriārs stammt aus den 1950er-Jahren (1330 nach dem iranischen Kalender) und umfasst eine Fläche von rund 250 Quadratmetern auf zwei Etagen. 2007 (1386) wurde es als nationales Kulturerbe Irans eingetragen.

Wo befindet sich das Schahriār-Museum?

Das Museum liegt im historischen Stadtteil Maqṣūdīye in Tabriz. In der Nähe gibt es zahlreiche sehenswerte Gebäude, etwa das Behnām-Haus, das Museum der Messtechnik (Mūze-ye Sanǧeš), das „Rathausgebäude mit Uhrturm“ (Emarat-e Sāʿat) sowie das Qodakī-Haus. Besucher können den Abstecher zum Schahriār-Museum also sehr gut mit einer Besichtigung weiterer historischer Stätten in der Umgebung verbinden.

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Naturhistorisches Museum Tabriz: Ein Ort zum Kennenlernen der Natur im Nordosten Irans

Der Besuch des Naturhistorischen Museums Tabriz (Muze-ye Tarik-e tabi-ye Tabriz) ist eine gute Möglichkeit, die Tierwelt und Natur der Provinz Ost-Aserbaidschan kennenzulernen.

 

Naturhistorische Museen und ihre Bedeutung

In naturkundlichen Museen wird die biologische Vielfalt und Tierwelt einer Region präsentiert, was sie besonders interessant und sehenswert macht. In Iran gibt es mehrere naturkundliche Museen, darunter das Naturhistorische Museum in Tabriz, eines der eindrucksvollsten. Es umfasst 200 Quadratmeter und zeigt in diesem relativ kleinen Raum eine Vielzahl an Tierpräparaten.

Naturhistorische Museen dienen dazu, Beispiele und Belege aus der Natur zu sammeln, zu klassifizieren und für Besucher zugänglich zu machen. Da der Mensch heute nur noch selten Zeit hat, sich in der Natur aufzuhalten, können naturkundliche Museen als Brücke fungieren, die Menschen das Erlebnis und Bewusstsein für die Natur näherbringen. In diesen Museen wird versucht, die Tiere so zu zeigen, wie sie in ihrer natürlichen Umgebung existierten, damit das Publikum die Vielfalt und Schönheit der Schöpfung wahrnimmt.

Die Hauptziele naturhistorischer Museen sind es, den Menschen die Natur näherzubringen, die Kenntnisse über die Bedeutung der Tier- und Pflanzenwelt für den Menschen zu erweitern, einen ökologischen Blick auf ihre Umwelt zu entwickeln sowie das Naturerbe zu dokumentieren und einzuordnen. Eine wichtige Technik dafür ist die „Taxidermie“ oder „Präparation“, mit der sich Tierkörper über lange Zeit erhalten und ausstellen lassen. Fälschlicherweise glaubt man manchmal, dass dabei Strom durch lebende Tiere geleitet wird; in Wahrheit wird das Fell eines toten Tieres abgelöst, von Fett und Fleischresten gereinigt, gegerbt und schließlich auf einer passenden Form angebracht. Augen und andere Körperteile, die entfernt wurden, werden am Ende hinzugefügt, sodass eine vollständige Tierfigur (oder nur Kopf, Hals oder ein beliebiger Körperteil) entsteht. Auch im Naturhistorischen Museum Tabriz kommen derartige Präparate zum Einsatz.

 

Geschichte und Besonderheiten des Naturhistorischen Museums Tabriz

Das Museum wurde 1993 (1372 nach iranischem Kalender) in Tabriz eröffnet. Die Innenräume sind so gestaltet, dass Besucher nicht nur das Erscheinungsbild eines Tiers sehen, sondern auch dessen Lebensraum – soweit es der Museumsrahmen zulässt.

In einer Abteilung des Museums finden sich Modelle von ausgestorbenen Tierarten, sodass man bei einem Rundgang durch das Naturhistorische Museum von Tabriz gewissermaßen Millionen Jahre zurückreist, in die Zeit der Dinosaurier. Hier gibt es außerdem einige präparierte Vögel – sowohl Haustier- als auch Greifvogelarten – und Skelette seltener Tierarten.

Der zweite (und größere) Teil des Museums zeigt Präparate von Säugetieren, Reptilien, Vögeln und Wasserbewohnern. Zu jedem Exponat werden ausführliche Informationen über Art und Habitat gegeben.

Insgesamt beherbergt das Naturhistorische Museum Tabriz 60 Säugetierarten, 92 Vogelarten, 15 Reptilienarten, sieben Wasserlebewesen, zwei Fossilien, vier Tierskelette und etliche Beispiele von Krebstieren sowie Gliederfüßern. Außerdem werden Modelle von Dinosauriern aus dem Mesozoikum (vor etwa 50 Millionen Jahren) gezeigt. Aufgrund reicher fossiler Funde in Ost-Aserbaidschan, insbesondere bei Marāghe, Tabriz, Varzaqān und Schabestar, könnte dieser Sammlungszweig in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.

Im Museum lassen sich unter anderem Exemplare der Weißkopfruderente (Netta rufina), des Stelzenläufers (Himantopus himantopus), der Singschwäne (Cygnus cygnus), Flamingos, Rosapelikanen (Pelecanus onocrotalus), Rostgänsen, Spießenten und weiterer Vogel- und Tierarten aus Feuchtgebieten von Ost-Aserbaidschan bestaunen. Unter den heimischen Tierarten der Provinz befinden sich zudem Taxidermie-Präparate des Kaukasus-Auerhahns (als Symbolart des Ökosystems Arasbarān), des Arasbarān-Fasans, der Rebhühner (Kabk & Tīlī), der Francolinus und weitere Artgenossen.

Museen

Das Rathausmuseum von Tabriz: Ein Einblick in die Geschichte der „Stadt der Ersten“

Tabriz ist als „Stadt der Ersten“ bekannt, und das Rathausmuseum (Mūze-ye Schahrdārī-ye Tabrīz) wurde gegründet, um einige dieser „Ersten“ zu präsentieren.

Hintergrund

Tabriz zählt zu den fortschrittlichsten Städten Irans, in der zahlreiche administrative und gesellschaftliche Einrichtungen zum ersten Mal gegründet wurden. Eines dieser „Ersten“ ist das Rathausmuseum von Tabriz, das als erstes Rathausmuseum Irans in einem Gebäude untergebracht ist, das als „Rathaus-Turm“ oder „Uhrenturm“ bekannt ist. Das Rathaus-Gebäude liegt am Schahrdārī-Platz bzw. Saat-Platz, inmitten des historischen Zentrums von Tabriz.

 

Entstehungsgeschichte des Rathausgebäudes und Museums

Im Jahr 1935 (1314 nach iranischem Kalender) wurde beschlossen, ein neues Gebäude für das Rathaus von Tabriz zu errichten. Man wählte dafür den baufälligen Friedhof „Nobar“ im Stadtzentrum. Der Bau des Gebäudes erfolgte unter der Leitung deutscher Ingenieure und dauerte sechs Jahre. Anschließend wurde eines der wichtigsten Verwaltungsgebäude von Tabriz in Betrieb genommen.

 Noch heute wird das Haus für wichtige Konferenzen städtischer Amtsträger genutzt; allerdings wurden etliche Bereiche in ein Museum umgewandelt, vor allem das Untergeschoss des Baus, das nun als Rathausmuseum von Tabriz dient. Dieses Museum existiert seit 2007 (1386) und umfasst eine Ausstellungsfläche von etwa 800 Quadratmetern. Das Museum präsentiert nicht nur Gegenstände aus dem Besitz der Stadtverwaltung Tabriz, sondern auch kulturgeschichtlich bedeutsame Zeugnisse aus der Geschichte der Stadt.

 

Abteilungen des Rathausmuseums von Tabriz

Um den Besuch für Gäste möglichst klar zu strukturieren, hat man im Rathausmuseum Tabriz mehrere Säle eingerichtet, in denen Geschenke, Dokumente und Gegenstände rund um die Geschichte der Stadt und ihrer Bürgermeister ausgestellt sind. Einige wichtige Bereiche:

  1. Saal der alten Kameras ( talare dorbin haye ghadimi )
  1.  Die ersten Foto- und Filmkameras gelangten über Tabriz nach Iran. Verschiedene Modelle von Kameras sind hier ausgestellt. Viele Exponate dieses Saals sind Schenkungen eines Sammlers und Fotografen aus Tabriz.
  1. Teppichsaal ( talare farsh )

 Der Ruf des Teppichs aus Tabriz reicht weltweit. In diesem Saal gibt es eine erlesene Kollektion von Teppichen und Wandteppichen. Einige dieser Stücke sind über 80 Jahre alt. Unter anderem sieht man den größten Teppich Irans mit 111 Quadratmetern sowie zwei sehr kostbare Stücke aus den Jahren 1923 (1302) und 1941 (1320), die wegen ihrer Ähnlichkeit „Zwillings-Teppiche“ genannt werden. Ebenso werden zwölf Teppichstücke gezeigt, deren Herstellung in Bezug zum Bau des Tabrizer Rathauses steht.

  1. Dokumentensaal ( talare asnad )

 Hier finden Besucher seltene historische Dokumente zur Stadtverwaltung von Tabriz: Bücher, Handschriften und amtliche Schriftstücke, die vieles über die Aktivitäten der Stadtverwaltung belegen.

  1. Ton- und Klangsaal ( talare seda )

 Dieser Bereich ist eine der attraktivsten Abteilungen im Rathausmuseum Tabriz. Er zeigt eine Privatsammlung eines Künstlers aus Tabriz mit diversen klassischen, nationalen und regionalen Musikinstrumenten sowie alten Radios, Fernsehern und Telefonen.

  1. Saal der Märtyrer ( talare shohada )

 Die Invasion Saddam Husseins gegen Iran führte zu einem achtjährigen Krieg, in dem viele junge Iraner ihr Leben ließen, um dem Angriff standzuhalten. Dieser Raum ist den Gefallenen aus Tabriz gewidmet und enthält persönliche Unterlagen, Fotos und Aufzeichnungen der Kriegsopfer.

  1. Saal der Gelehrten (talare hekmat )

 Tabriz hat im Laufe seiner Geschichte viele bedeutende religiöse und akademische Persönlichkeiten hervorgebracht. Drei herausragende Geistliche aus Tabriz sind Allāme Amini, Allāme Tabātabāʾī und Allāme Dschafarī. Ein Saal stellt diese Gelehrten vor und würdigt ihre Verdienste.

  1. Druckerei-Saal ( talare sanate chap )

 Die erste Druckerei Irans wurde in Tabriz gegründet. Deswegen informiert ein spezieller Bereich über die Geschichte des Buchdrucks in Iran und zeigt, welche Rolle Tabriz in der Entwicklung dieser Branche gespielt hat.

  1. Feuerwehr-Saal ( talare etfanieh )

 Auch Irans erster Feuerwehrstützpunkt entstand in Tabriz, weshalb man im Rathausmuseum einen Saal zur ersten Feuerschutzausrüstung und den ältesten Löschfahrzeugen Irans eingerichtet hat.

Museen

Das „Eisenzeit-Museum von Tabriz“: Reise durch eine uralte Grabstätte

Bei Ausgrabungen wurden in Tabriz 38 Gräber entdeckt, die heute als „Eisenzeit-Museum von Tabriz“ bekannt sind.

Archäologische Museen in Tabriz

In Tabriz gibt es Museen, die verschiedene Aspekte der jahrtausendealten Geschichte dieser Region zeigen. Eines davon ist das „Eisenzeit-Museum“, in dem eine Gruppe uralter Gräber erhalten geblieben ist. Der Besuch vermittelt ein ganz besonderes Gefühl, weil man gewissermaßen in einer Atmosphäre längst vergangener Zeiten wandelt. Das Eisenzeit-Museum liegt in der Nähe der Blauen Moschee (Masdschid-e Kabūd) von Tabriz. Die dort gezeigten Gräber und Objekte sind etwa 3.500 Jahre alt und gehören in die Epoche der Eisenzeit. Deshalb trägt das Museum den Namen „Eisenzeit-Museum“. Im Jahr 2000 (1379 nach iranischem Kalender) wurde das Areal als nationales Kulturgut registriert. Die Epoche der Eisenzeit erstreckt sich etwa von 1500 bis 500 v. Chr.

 

Eisenzeit und ihre historische Bedeutung

Die Eisenzeit ist die dritte und letzte Phase der üblichen Einteilung vorgeschichtlicher Epochen, grob zwischen 1500 und 500 v. Chr. Die Gewinnung von Roheisen aus Eisenerz war komplex, da es meist viele Verunreinigungen hatte. Die Beherrschung der Eisenverarbeitung war nicht nur für den Haus- und Waffenbau entscheidend, sondern auch ein Machtfaktor in alten Reichen.

 

Entdeckung und Erscheinungsbild des Eisenzeit-Museums Tabriz

1997 (1376) stieß man bei Erdarbeiten auf ein Ensemble von 38 antiken Gräbern. 2006 (1385) begannen die Bauarbeiten für das Eisenzeit-Museum als erstes „Freilichtmuseum“ (Mūze-ye Ṣaḥrāʾī) in Iran. Schon ein Jahr später wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Diese Grabstätte liegt auf einer Art Hügel, weshalb die Grabtiefe variiert. Die Museumswege verlaufen unterhalb des Gräberniveaus, damit die Besucher die Knochenreste besser sehen können.

Am Eingang führt eine kleine Tür hinein, gefolgt von einigen Treppen, die ins Hauptareal des Museums führen. In rund acht Metern Tiefe herrscht eine kellerartige Dunkelheit, unterbrochen durch kleinere Holzstege und Wände, die an Lehm- und Stroharchitektur erinnern. Die Luft ist – da das Museum in der Nähe eines Flusslaufs liegt – relativ feucht. Mehrere Belüftungsanlagen reduzieren diese Feuchtigkeit.

 

Abteilungen des Eisenzeit-Museums Tabriz

Der erste Teil des Museums besteht aus den gefundenen Gräbern. Fachleute haben für jedes Skelett Alter und Geschlecht bestimmt und diese Angaben direkt neben den Grabstellen vermerkt. Auffällig ist die Lage der Körper: Man glaubte damals, man müsse den Menschen so bestatten, wie er geboren wurde – in Embryohaltung. Nur ein Skelett ist nicht so beigesetzt worden; man nimmt an, dass es sich nicht gut genug anziehen ließ. Kinderskelette liegen in kleinen, einfachen Gräbern; jugendliche Verstorbene eher in quadratischen Gräbern. Ein Großteil der Gräber gehört jungen Menschen.

Im zweiten Abschnitt des Museums sind die bei den Ausgrabungen entdeckten Beigaben der Gräber ausgestellt. Hauptsächlich handelt es sich um Keramik, die mit den Toten beigesetzt wurde. Je nach Status und Geschlecht verfügten die Gräber über spezifische Objekte: Kinder bekamen Spielzeug, Frauen Schmuck, Männer Waffen. Reichere Personen hatten mehr Grabbeigaben.

Obwohl Frauen auf ihrer linken Seite und Männer auf der rechten Seite beigesetzt wurden, schauen alle Gesichter nach Norden. Diese Bestattungsweise hängt mit dem Mithraismus (Mithra-Kult) jener Zeit zusammen. Die seitlichen Grabwände wurden in einer bestimmten Steinformation errichtet, möglicherweise als Symbol für den Mutterleib. Aus den Knochenfunden schließen die Forscher, dass mindestens manche Verstorbenen Nomaden waren. Wahrscheinlich wurde ihr Leichnam zuerst an einem anderen Ort beigesetzt und später hierher verlegt. Einige Skelette sind stark beschädigt, doch man vermutet, dass die Menschen dieser Kultur diese Grabstätte äußerst verehrten, was die Umbettung der Toten an diesen Ort erklärt.

Museen

Das Moharram-Museum von Tabriz: Ein Ort zum Kennenlernen der Bräuche der Menschen in Aserbaidschan

Moharram ist einer der wichtigsten Bereiche der volkstümlichen Kultur im Iran, und das Moharram-Museum in Tabriz bietet die Möglichkeit, Spannendes über die Traditionen der Aserbaidschaner während des Moharram-Monats zu erfahren.

Moharram – ein bedeutender Monat

Moharram ist der erste Monat des islamischen Mondkalenders. Der zehnte Tag dieses Monats (ʿAschura) gilt als Jahrestag des Martyriums von Imam Hussain(a), dem dritten Imam der Schiiten, und seiner Gefährten in Karbala. Imam Hussain verkörpert das Ideal der Freiheitsliebe und den Widerstand gegen Unterdrückung. Er lehnte jede Form des Arrangements mit Yazid, dem damaligen tyrannischen Herrscher, ab. Als Imam Husain auf Einladung der Menschen von Kufa dorthin aufbrechen wollte, stellte sich ihm auf dem Weg ein riesiges Heer in den Weg, das ihn in einer ungleichen Schlacht tötete und seine Angehörigen gefangen nahm. Heute ist Moharram ein Gedenken an diese große Opferbereitschaft. In der ganzen Welt finden spezielle Zeremonien zu Ehren dieses Ereignisses statt.

Im Iran sind die Moharram-Trauerrituale Bestandteil der Kultur jedes Volks und jeder Region – mit jeweils ganz eigenen Symbolen und Bräuchen, um an Imam Hussain und seine Gefährten zu erinnern. Bei den aserbaidschanischen Iranern haben diese Rituale besonders ausgeprägte, einzigartige Formen, die im ganzen Land bekannt sind. Deshalb gibt es in Tabriz ein Moharram-Museum, das einen Teil dieser Bräuche und Sitten sammelt und Interessierten präsentiert.

 

Das Moharram-Museum von Tabriz: Merkmale

Das Moharram-Museum lässt sich als ein volkskundliches Museum (Mūze-ye mardom-šenāsī) einstufen, das versucht, einen Ausschnitt der Volksfrömmigkeit im Monat Moharram zu zeigen. Ein Teil der Objekte bildet Symbole und Riten aus Ost-Aserbaidschan ab: Eine Statue von Ḏu l-ǧanāḥ (das Reittier Imam Hussains), verschiedene Touq (Standarten), Fahnen, kleine Wiegen, Lampen, Kerzen, Inschriften zu Trauer- und Theateraufführungen (Taʿziye), alte Gemälde und Fahnen mit Bildnissen. All diese Dinge werden dort ausgestellt.

 

Abteilungen des Moharram-Museums Tabriz

Beim Betreten des Museums fällt zuerst die Figur von Ḏu l-ǧanāḥ, dem Pferd Imam Hussains, ins Auge. Das Erdgeschoss zeigt Fahnen und einige symbolische Gegenstände für die Trauerrituale, wie Wiegen und Laternen. Eines der ausgestellten Objekte ist ein sogenannterTouq, eine besondere Standarte mit einer langen Stahlspitze. Das Museum besitzt zehn alte Touq aus verschiedenen Dörfern der Provinz Ost-Aserbaidschan, darunter einen ʿAlam aus dem Dorf Esfenǧān (bei Osku), einen Touq des Dorfes Ḵoškenāb (bei Herīs), einen Touq aus Tāze-kenḏ (Herīs), einen ʿAlam aus Liwārǧān (Dscholfā) und zwei als „Ḥazrat-e ʿAbbas“ bezeichnete ʿAlams aus den Dörfern Zāwiye und Siye-sarān (im Kreis Dscholfā). Schon die Vielfalt dieser Standarten zeigt, wie unterschiedliche Formen und Arten von Trauerritualen man hier findet. Das älteste vorhandene Touq stammt aus dem Stadtteil Bazar von Ahar, datiert auf das Jahr 1243 nach Hidschra (1827 n. Chr.).

Im oberen Stockwerk werden weitere Requisiten für Taʿziye- und Pardeh-ḵāni (Szenentheater und Vorführungen) gezeigt. Hier befinden sich auch mehrere Waschschüsseln (tašt), die für eine Zeremonie namens Tašt-goḏārī benötigt wurden. In dieser Zeremonie wurden die Schüsseln mit Wasser gefüllt, das sinnbildlich an den Durst der Kinder Imam Hussains am Tag ʿĀschūrā erinnern sollte. Nach dem Zeremoniell verteilte man das Wasser unter den Trauernden. Außerdem stehen dort diverse Holzkohle-Samoware, die jahrelang genutzt wurden, um die Gäste während der Muharram-Trauern zu bewirten, sowie Instrumente wie Qara-nay (eine Art Blasinstrument), Sensch (Becken) und Trommeln.

 

Wo liegt das Moharram-Museum?

Das Haus des Arztes Dr. Seḥatī – ein bekannter Arzt in der späten Qājār- und frühen Pahlawī-Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts) – dient als Moharram-Museum. Dr. ʿAbd al-Qasem Seḥati war ein äußerst erfahrener Mediziner und zollte Imam Husain hohe Ehrerbietung, indem er in den Tagen von Moharram sein Haus für Trauerveranstaltungen öffnete. Nach seinem Tod setzten seine Kinder diesen Brauch fort. Heute trägt das Gebäude den Titel „Moharram-Museum“, doch werden in den ersten zehn Tagen des Moharram hier weiterhin Trauerzeremonien abgehalten.

Das Haus Dr. Seḥatis umfasst 409 Quadratmeter und entstand in der Endphase der Qājār-Dynastie. Die markante Backstein-Fassade mit ihrem dekorativen Eingangsportal ist das Erste, was Besucher beim Eintreffen wahrnehmen. Ein Ḥoštī (Portalhalle) und einige altmodische Wendeltreppen verbinden den Eingangsbereich mit dem Innenhof. Das Gebäude besitzt ein Untergeschoss und zwei Stockwerke. Der Keller (zur Lagerung, als Wasserspeicher, teils auch als kühler Aufenthaltsraum) ist großzügig bemessen. Im zweiten Stockwerk liegt ein großer Saal, dem beidseitig kleinere Privatgemächer angehören. Dieser Teil des Hauses diente einst zur Bewirtung von Gästen.

Das Gebäude wurde 1999 (1378) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans eingetragen und 2008 (1387) als Museum für Volkskunde zum Thema Muharram eröffnet.

Museen

Das Steinrelief-Museum von Maragha: Eine Sammlung historischer Grabsteine

Im Steinrelief-Museum von Maragha, das sich im Mausoleum „Āqālār“ befindet, ist eine wertvolle Kollektion an Steininschriften und historischen Grabsteinen zu sehen.

Das Mausoleum „Aqalar“ wird zum Steinrelief-Museum

Das Mausoleum Aqalar ist heute als Steinrelief-Museum von Maragha (Mūze-ye Sang-negarahā-ye Marāghe) bekannt. Im Sommer 2021 (1400 nach dem iranischen Kalender) führten Ausgrabungen auf dem Gelände des Mausoleums zur Entdeckung mehrerer Gräber aus verschiedensten islamischen Epochen. Damit gilt dieses Mausoleum als einer der umfangreichsten islamischen Friedhöfe in Maragha. Das Bauwerk steht seit 1998 (1377) auf der Liste der nationalen Denkmäler Irans.

Maragha, eine geschichtsträchtige und reizvolle Stadt

Maragha ist eine der wichtigen Städte in der Provinz Ost-Aserbaidschan. Aufgrund ihrer schönen Natur und ihrer wertvollen historischen Bauten ist sie ein beliebtes Reiseziel. Die Stadt war zu verschiedenen Zeiten in der iranischen Geschichte sogar Hauptstadt des Landes; so entstand beispielsweise die Sternwarte von Maragha in ihrer Blütezeit. Diese Sternwarte war einst ein bedeutendes wissenschaftliches Zentrum, in dem Gelehrte und Studenten aus den zivilisierten Regionen jener Epoche zusammenkamen.

Geschichte des Steinrelief-Museums von Maragha

Das Museum befindet sich im Mausoleum Aqalar. Dieses wurde 1761 n. Chr. (1175 n. H.) errichtet – als Gedenkstätte für Mir-Fattaḥ Mūsawī, einen Dichter und Mystiker aus der Zeit der Zand-Dynastie (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts). Laut Experten geht der Ursprung des Baus in die Epoche der Zandiden zurück. 1831 (1247 n. H.) wurde das Bauwerk von einer Person namens Hāǧ ʿAbbāsʿAlī Banāʾī restauriert, der später ebenfalls im Mausoleum beigesetzt wurde. Trotz dieser Wiederherstellung verfiel das Gebäude über Jahrzehnte weitgehend und war stark beschädigt, bis es in den Jahren 1996 bis 2002 (1375–1381) erneut renoviert wurde. Seitdem fungiert das Mausoleum als „Steinrelief-Museum von Maragha“.

Benennung und Besonderheiten des Steinrelief-Museums

Der Name „Aqalar“ (bzw. Âghalar) geht darauf zurück, dass hier mehrere einflussreiche Persönlichkeiten aus Maragha beerdigt wurden. Einer von ihnen war Schahzade Mirza, genannt „Madschnūn ʿAlī-Šāh“, ein bekannter Dichter aus Maragha. Das bekannteste Grab innerhalb des Mausoleums ist allerdings das von Salar Yaḥyāpūr, dem Gouverneur von Maragha, der 1945 (1324) unter ungeklärten Umständen ermordet wurde. Für ihn wurde 1953 (1332) eine Gedenkstätte errichtet. Das Mausoleum besitzt einen quadratischen Grundriss (16×16 Meter) und etwa fünf Meter hohe Mauern. Die zentrale Kuppel ruht auf vier Säulen, der Haupteingang liegt an der Nordseite, während die anderen Seiten jeweils über symmetrische Fenster Licht erhalten.

Die Ausstellungsstücke im Steinrelief-Museum von Maragha

Ziel der Einrichtung dieses Museums war es, die historischen Inschriften und Grabsteine dieser Nekropole zu bewahren. Hauptsächlich handelt es sich um wertvolle Grabsteine aus Marmor, die im Verlauf mehrerer Jahrhunderte auf dem Friedhof aufgestellt wurden. Manche Steine stammen aus den umliegenden Regionen von Maragha und sind als Wiegen-, Kasten- oder flache Grabsteine gestaltet.

Eines der bedeutendsten Stücke des Museums ist der sogenannte „Sang-e Ṣalawat“ – ein zweiteiliges Steinrelief in Form eines Spitzbogens (Qaus-e ǧanāġī). Auf diesem Objekt finden sich Inschriften in der Schreibweise des Nesḵ-Stils. Die kunstvoll gearbeitete Umrandung deutet darauf hin, dass dieser Stein einst als Portalelement eines öffentlichen Gebäudes – vermutlich einer traditionellen Sporthalle (Zurḫāne) – diente.

Die Vielfalt an Grabsteinen im Museum demonstriert, wie unterschiedlich die kulturellen und künstlerischen Ausprägungen in verschiedenen Epochen waren. Ausgehend von den Überresten in den Gräbern schlussfolgern Forscher, dass zumindest einige Verstorbene Nomaden waren und ihre Gebeine offenbar von einem anderen Friedhof hierher umgebettet wurden. Darauf weisen Spuren von Beschädigungen an manchen Knochen hin. Eine solche Verlegung deutet wiederum auf die große Bedeutung dieses Ortes für die Menschen jener Zeit hin.

Museen

Das Museum von Khoda Afarin: Ein Streifzug durch 7000 Jahre menschliche Besiedlung am Aras-Ufer

Weil Khoda Afarin über ausreichend Wasserressourcen und fruchtbare Böden verfügt, war dieses Gebiet bereits vor Jahrtausenden ein Ort menschlicher Ansiedlungen.

Hintergrund und Lage

Die Provinz Ost-Aserbaidschan verfügt über eine beeindruckende Natur und eine lange Geschichte und ist daher ein attraktives Reiseziel. In dieser Provinz gibt es mehrere Museen, darunter das Museum von Khoda Afarin in der Stadt Khomarlu (Chomārlū). Die hier präsentierten Funde zeugen von einer Jahrtausende währenden Geschichte menschlicher Präsenz in der Region.

Khoda Afarin ist ein nördlicher Landkreis (shahrestān) der Provinz Ost-Aserbaidschan; er grenzt im Norden an den Fluss Aras und liegt somit im iranischen Grenzgebiet. Er umfasst etwa 1525 Quadratkilometer, was rund 3,3 Prozent der Provinzfläche ausmacht. Seit 2010 (1389 iranischer Zeitrechnung) ist Khoda Afarin vom Kreis Kalibar (Kaleybar) getrennt und eigenständig; die Stadt Khomarlu ist sein Verwaltungszentrum.

Dank seiner Lage zwischen dem Qaradagh- und dem Kaukasus-Gebirge sowie reichhaltigen Wasserressourcen ist Khoda Afarin ein landwirtschaftlich bedeutendes Gebiet. Der große Staudamm von Khoda Afarin ist ein Erdschüttdamm mit Lehmkern. Er versorgt weite Agrarflächen mit Wasser: Mit seinen 61 Metern Höhe (64 Meter ab Sohle) und einer Kronenlänge von 390 Metern ist er außerdem ein wichtiger Stromlieferant für die Region. Da Khoda Afarin Teil der Freihandelszone Aras ist, spielt es zudem eine bedeutende Rolle im grenzübergreifenden Handel.

Historisch wurde Khoda Afarin schon lange besiedelt. Die historischen Khoda-Afarin-Brücken (pol-hā-ye Khoda Afarin) über den Fluss Aras belegen, dass hier seit jeher ein wichtiger Übergang genutzt wurde. Nach manchen Überlieferungen lebte an diesem Ort einst das Volk „Rass“, das im Koran kurz erwähnt wird: Es heißt, es habe seinen Propheten in einen Brunnen geworfen und daraufhin eine göttliche Strafe erlitten.

 Fundstücke deuten darauf hin, dass bereits die Urartäer (1. Jahrtausend v. Chr.) in dieser Region lebten. Zu den wichtigsten historischen und touristischen Sehenswürdigkeiten Khoda Afarins zählen die Festung Qarludscha (Qārlūǧa), das Naturschutzgebiet mit dem Anwesen Aynalū (Āynālū), die Vayqan-Höhle (vayqān), das Dorf Mardanqom (mardānqam), die Tumenjans-Kirche sowie die bereits erwähnten historischen Brücken von Khoda Afarin. Zugleich wurde das Museum von Khoda Afarin als Sammelstelle für archäologische Funde aus dem Kreis errichtet.

 

Das Museum von Khoda Afarin

Die Gründung des Museums geht auf das Jahr 2012 (1391 iranischer Kalender) zurück. Darin werden vorrangig Gegenstände präsentiert, die in archäologischen Ausgrabungen der Gegend entdeckt wurden – insbesondere aus der Kupfer- und Bronzezeit sowie anderen vorgeschichtlichen Epochen. Viele Exponate sind aus Bronze oder Keramik und stammen meist aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. Die Keramiken sind überwiegend grau oder in hellem Sandton gehalten. Häufig sind Schüsseln, Krüge und Kannen, was auf die Töpferkunst in jener Ära verweist.

 Zudem besitzt das Museum Schmuckstücke aus Muschel, Glasmasse oder Ziersteinen und diverse Waffen oder Jagdgeräte wie Kessel, Dolche, Pfeilspitzen und Werkzeuge.

 Aus den ausgestellten Objekten wird deutlich, dass die Menschen hier nicht allein nomadisch lebten: Es gab schon vor Jahrtausenden feste Siedlungen. In den Überresten von Pasgah-Tepe und Kohna-Tepe-si nahe dem Dorf Shojaʿilu (Shoǧāʿīlū) wurden sogar Hinweise auf 7000 Jahre kontinuierlicher Besiedlung entdeckt. Weitere Funde belegen, dass diese Region nicht nur im Chalkolithikum (Kupfersteinzeit), sondern auch in späteren Bronzeepochen kontinuierlich bewohnt war.

Museen

Das Safawiden-Museum von Bonab: Eine Sammlung historischer Objekte in einem alten Herrenhaus

Der Hof und die beiden Stockwerke des Hauses Seif-ol-Olama beherbergen das Safawiden-Museum von Bonab.

Die Stadt Bonab

Unter den Städten der Provinz Ost-Aserbaidschan nimmt Bonab aufgrund seiner historischen Denkmäler und touristischen Attraktionen einen besonderen Platz ein. Die Stadt liegt östlich des Urmiasees, am Fuß des Sahand-Gebirges, rund 120 Kilometer südwestlich von Tabriz. Dank der günstigen geographischen Lage und fruchtbaren Böden war Bonab schon immer gut besiedelt. Grabungsfunde an den südlichen Anhöhen des Friedhofs Qarah-Qeschun (Qaraqeşun) deuten darauf hin, dass Bonab in der Safawidenzeit (16. Jahrhundert) ein blühendes Zentrum war. Allerdings existieren auch Spuren prähistorischen Lebens. Das Safawiden-Museum von Bonab zählt zu den sehenswerten Höhepunkten der Stadt. Dort werden Objekte und Dokumente aus unterschiedlichen Epochen ausgestellt.

 

Lage des Safawiden-Museums

Das Museum befindet sich im Altstadtviertel Gazarvasht (Gazausht), in der Beheschti-Straße, im Stadtzentrum von Bonab. Dass es im Haus Seif-ol-Olama – einem historischen Gebäude aus der Kadscharenzeit (19. Jahrhundert) – untergebracht ist, macht einen Besuch des Museums noch interessanter. Dieses Haus ist rund 150 Jahre alt und gehörte Scheich Ali Qadi, einem bekannten Gelehrten von Bonab. Er trug vom persischen König Naser ad-Din Schah (Regentschaft 1831–1896) den Titel „Seif-ol-Olama“ („Schwert der Gelehrten“), nachdem er eine Rebellion um einen gewissen Scheich Ubeidollah Schamsini niedergeschlagen hatte.

Das Museum erstreckt sich über etwa 490 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Das Haus wurde zweistöckig aus Lehmziegeln und Backsteinen errichtet. Die imposante Veranda mit vier hohen Holzsäulen verschafft dem Gebäude einen besonderen Glanz. Unter den historischen Bauwerken von Bonab ähnelt dieses Haus der Ismail-Beyk-Moschee, die auf die Safawidenzeit zurückgeht.

 Die Fassade ist reich mit geometrischen Ziegelmustern verziert, der Grundriss symmetrisch angelegt. Typisch für alte iranische Wohnhäuser rahmt ein großer Hof mit einem zentralen Wasserbecken und kleinen Grünflächen das Gebäude ein. Das Haus Seif-ol-Olama wurde 2001 (1380 iranischer Kalender) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans eingetragen. Nach umfassender Restaurierung erfolgte 2011 (1390) die Umwidmung zum „Safawiden-Museum“.

 

Das Safawiden-Museum Bonab: Merkmale und Exponate

Im Erdgeschoss des Museums zeigt man archäologische Funde aus Grabungen in Bonab und Umgebung – unterteilt in drei Epochen: Vorgeschichte, Vorislamische Zeit und Islamische Zeit. Zu den ältesten Fundstücken zählen Tongefäße und Obsidian-Steine; im vorislamischen Abschnitt sind Öllämpchen, Kannen, Becher und Gefäße aus grauer Keramik zu sehen. In der islamischen Abteilung erkennt man u. a. kufische Gipsreliefs, Inschriften, Schalen sowie verschiedene Keramiken.

Im Obergeschoss des Museums werden Exponate aus der Zeit der Safawiden in acht Themenbereichen vorgestellt:

  1. Handschriften, Kalligrafie und Buchkunst
  2. Holzarbeiten und Holzverzierungen
  3. Bildseiten des Schahnameh von Tahmasp
  4. Kalligrafische Arbeiten der Hofkalligrafen aus der Safawidenzeit, darunter ʿAlireza ʿAbbasi, Mir ʿEmad und Mohammad-Reza Tabrizi
  5. Münzen
  6. Töpfer- und Fayence-Werke
  7. Metallgegenstände
  8. Historische Grabsteine, Steininschriften, Löwen- und Widderfiguren sowie Säulenbasen

Ein Teil des Museums widmet sich einzelnen Seiten aus dem Tahmasp-Schahnameh – einer kostbaren Handschrift des Schahnameh von Ferdowsi, die im 16. Jahrhundert illustriert wurde. Das Werk umfasst 258 Miniaturen und zählt laut Kunsthistorikern zu den zehn wertvollsten Buchkunstwerken der Welt. Teile dieses Manuskripts sind auf verschiedene Museen in Iran, den USA, Kanada und Katar verteilt.

Doch auch der Hof des Museums bietet Sehenswertes: Dort stehen Statuen von Soldaten aus der Safawidenzeit sowie eine Reiterfigur von Schah Ismail I. (Regierungszeit 1501–1524), dem Gründer der Safawidendynastie, der mit gezogenem Schwert auf einem Pferd dargestellt ist.

 

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Das Koran- und Schriftkunst-Museum von Tabriz: Eine Ausstellung, wie Kunst dem Glauben dient

Im Korān- und Schriftkunst-Museum von Tabriz sind zahlreiche handschriftliche und kostbare alte Koranexemplare zu sehen.

Kunst nach dem Einzug des Islams in Iran

Nach der Ankunft des Islam in Iran setzten iranische Künstler ihr künstlerisches Erbe ein, um es in den Dienst ihrer Überzeugungen zu stellen. Das Ergebnis war die Entstehung zahlloser, unvergleichlich schöner Kunstwerke, die bis heute zu den Meilensteinen islamischer Kunst zählen. Eine dieser Künste, die sich nach der Islamisierung Irans stark entwickelte, war die Buchkunst (ketābat). Da der Koran eine heilige Schrift ist, gaben iranische Künstler sich besondere Mühe, ihren gesamten Kunstsinn in dessen Abschrift einzubringen. So verschmolzen Buchkunst, Kalligraphie und Verzierungen (etwa in Keramik und Kacheln) zu einem eigenen Ausdruck iranischer Kunst. In Tabriz existiert ein Museum namens „Korān- und Schriftkunst-Museum“, in dem alte Koranhandschriften und weitere Erzeugnisse der Buchkunst präsentiert werden. Die meisten Exponate sind wertvolle alte Koranausgaben.

 

Lage des Koran- und Schriftkunst-Museums von Tabriz

Dieses Museum befindet sich in der Moschee Sāheb-ol-Amr der Stadt Tabriz. Diese Moschee, auch bekannt als Moschee von Schah Tahmasp (Safawidenzeit), zählt zu den älteren Sakralbauten der Stadt. Auffällig sind die Gipsverzierungen, die Architektur und die künstlerisch ansprechende Kuppel mit zwei Minaretten. Das Eingangsportal ziert eine reiche Muqarnas-Stuckdekoration. In Bauform und Minaretten unterscheidet sich diese Moschee von vielen anderen.

 Die Saheb-ol-Amr-Moschee steht im Zentrum Tabriz‘ am Ufer des Mehrāne-rūd und soll auf Schah Tahmasp (Regierungszeit 1514–1567 n. Chr.) zurückgehen. Man sagt, sie war zu Beginn eine königliche Moschee, die dem Hof von Schāh Tahmāsp diente.

 Berichten zufolge wurde sie nach dem osmanischen Einfall zerstört und in der Zeit Schāh Soltān Hoseins (1668–1726) – des letzten Safawidenherrschers – wiederaufgebaut. Später richtete das verheerende Erdbeben von 1779 (1193 n. H.) erneut starke Schäden an. Rund siebzig Jahre danach folgte eine weitere Instandsetzung. Gegenwärtig sind nur zwei Marmorportale vom Ursprungsbau erhalten. An einem dieser Portale findet sich eine Marmorinschrift, am anderen die Verse der Sure Dschinn. Das Bauwerk wurde 2001 (1380 nach iranischem Kalender) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans eingetragen.

 

Das Koran- und Schriftkunst-Museum von Tabriz: Merkmale und Exponate

Das Museum wurde im Jahr 2001 (1380) gegründet. Dort sieht man 190 Koranexemplare älteren Datums und in Handschrift. Besonders bemerkenswert sind der kleinste goldverzierte Koran Irans (sechs mal vier Zentimeter) und eine handschriftliche Seite, die als „Koran-e Imam-Reza“ bekannt ist. Diese Seite stammt von einem auf Gazellenhaut geschriebenen Koran aus dem 3. Jahrhundert nach Hidschra (9.–10. Jahrhundert n. Chr.). Ein anderes ausgesprochen wertvolles Koranexemplar – in Nesḵ-Kalligrafie – stammt aus der Zeit der Timuriden (14.–16. Jahrhundert). Das Museum zeigt auch Werke großer iranischer Kalligraphen wie Mir ʿEmad Hasani, Molla ʿAbd al-Baqi Tabrizi, Mirza Taher Chosch-Nevis, Moḥammad-Ḥossein Tabrizi, ʿAlireza ʿAbbāsi, ʿAlāʾ od-Din Beyk Tabrizi, Darwisch ʿAbd al-Maǧid und Mirza Moḥammad-Schafīʿ Tabrizi.

Neben den Koranen gibt es hier auch Gegenstände, die zur Buchkunst gehören: reich verzierte Federmäppchen, Metallplaketten, Tintenbehälter (Dawāt) aus Metall aus der Zeit der Qadscharen (19. Jahrhundert), eine Messingschale mit eingravierten Koranversen (datiert 1110 n. H. / 1698 n. Chr.) sowie Keramik- und Porzellanwaren mit Koraninschriften. Früher trugen Ärzte bei der offiziellen Eid-Leistung und Richter bei Gerichtsverhandlungen ein spezielles Gewand namens „pirowhan-e qasam“ (Eidschwur-Hemd) mit aufgedruckten Koranversen. Im Museum ist ein solches Hemd aus dem 13. oder 14. Jahrhundert n. H. (19. Jahrhundert n. Chr.) zu sehen, mit Versen in Nesḵ-Schrift.

 Außerdem gibt es eine alt-elamische Steinplatte aus der Herrschaftsepoche der Elamer (3. Jahrtausend v. Chr.) und Überreste aus Marmor des ursprünglichen Moscheebaus – ebenfalls sehenswerte Stücke.

Museen

Die Sammlung von Hedayat Aghaei: Eine Kollektion von allem!

Die Sammlung von Hedayat Aghaei: Eine Kollektion von allem!

Sammler sind kulturbegeisterte Menschen, die im Lauf ihres Lebens Gegenstände zusammentragen, die für viele andere wertlos erscheinen – und ihnen durch ihre Sammelleidenschaft besonderen Wert verleihen. Das Sammeln konserviert Aspekte der Identität, Erinnerung und Kultur jedes Landes. Oft unterschätzen die Menschen einer Epoche diese Dinge wegen ihres monotonen Alltags, ohne deren Bedeutung für kommende Generationen zu erfassen.

Heutzutage genießt das Sammeln weltweit hohe Anerkennung. Viele berühmte Museen – etwa das Museum Guimet in Paris – stammen aus privaten Sammlungen. Auch im Iran entstanden Museen wie das Reza-Abbasi-Museum und das Glas- und Keramikmuseum (Ābgīneh) aus privaten Kollektionen. Daher sieht man das Sammeln als Keimzelle für die Entstehung von Museen an.

Der Besuch einer solchen Privatsammlung kann besonders spannend und vielfältig sein, da sie sich – anders als viele Museen – nicht auf ein bestimmtes Ausstellungskonzept festlegt. Wer eine Sammlung betritt, weiß meist gar nicht genau, was ihn erwartet; das verleiht der Besichtigung einen Hauch von Abenteuer.

Im Iran stellen zahlreiche Sammler ihre Kollektionen in Form von Ausstellungen oder kleinen Museen vor. Unter ihnen ragt die Sammlung von Hedayat Aghaei in Osku hervor: Sie zählt zweifellos zu den vielseitigsten Sammlungen, in der es im Wortsinn „alles Mögliche“ zu entdecken gibt!

 

Wo befindet sich die Sammlung von Hedayat Aghaei?

Diese Sammlung ist im historischen Badehaus Maḥmūd Behārī in Osku untergebracht. Osku gehört zum westlichen Teil der Provinz Ost-Aserbaidschan und liegt zwischen dem Urmiasee im Westen und dem Sahand-Gebirge im Osten. Experten halten Osku für eine der ältesten Städte der Region. Nach ihren Recherchen erwähnte Sargon II., ein assyrischer König aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., den Namen dieser Stadt in einer Inschrift. Später, so wird vermutet, hätten die Urartäer Osku (damals „Ushkaya“ genannt) nach einem Überfall niedergebrannt. In der Gegend befinden sich die Dörfer Hīlevar und Kandovān, die für ihre spektakuläre Felsarchitektur bekannt sind und viele Touristen anziehen.

Das historische Badehaus Maḥmūd Behārī stammt aus der Zeit der Kadscharen-Dynastie (19. Jahrhundert) und wurde 2007 (1386 nach dem iranischen Kalender) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans eingetragen. Kürzlich wurde das Gebäude restauriert.

 

Objekte in der Sammlung von Hedayat Aghaei

Hedayat Aghaei stammt aus Osku und begann bereits vor vielen Jahren damit, verschiedenste Dinge zu sammeln, angetrieben von seinem Interesse an iranischer Kultur und Geschichte. Heute kann man diese Schätze in seiner Sammlung bewundern, die eine breite Palette an Alltagsobjekten umfasst. Von Petrol- und Dochtlampen über alte Fotoapparate und Dekortafeln – hier findet sich wirklich alles. In einem Teil der Ausstellung sieht man historische Töpferwaren, Koch- und Essgeschirr aus vergangenen Zeiten. Daneben stehen alte Werkzeuge wie Zangen, Türklopfer, Küchenutensilien, Waagen, Handmühlen, Grammophone und frühe Tonbandgeräte, Dekorationsobjekte, Nähmaschinen, Bügeleisen und Stoffbearbeitungsgeräte, Samoware und Öllampen, antike Truhen, Musikinstrumente, Qalyān und Tschopaq (Wasserpfeifen), ein Rechenschieber (Tschortke), Radios, Schlösser und kupferne Gießkannen.

In einem anderen Teil der Sammlung findet man eine Kollektion antiker Zigarettenschachteln. Einige von ihnen sind über 70 Jahre alt und tragen längst verschwundene Markennamen. Eine der interessantesten Abteilungen der Sammlung widmet sich alten Büchern, darunter einige Schulbücher aus den 1960er-Jahren (1340er nach dem iranischen Kalender). Zudem gibt es mehrere alte Telefone, von denen einige über 60 Jahre alt sind. Ein Besuch dieser einzigartigen Kollektion in einem Gebäude, das mehr als ein Jahrhundert alt ist, garantiert ein ebenso überraschendes wie erinnerungswürdiges Erlebnis.

Museen

Opfer- und Martyriumsschatz von Ardakan: Einblick in Irans neuere Geschichte ( Gandschine-ye Isar wa Schahadat Ardakan)

Opfer- und Martyriumsschatz von Ardakan: Einblick in Irans neuere Geschichte ( Gandschine-ye Isar wa Schahadat Ardakan)

Angriff der Baath-Armee und Irans Verteidigung

Der Überfall der irakischen Baath-Armee auf den Iran im September 1980 (Monat Schahrivar 1359 nach iranischem Kalender) löste einen der längsten Kriege des 20. Jahrhunderts aus. Der Irak erhielt umfangreiche Unterstützung von den USA, der Sowjetunion und verschiedenen europäischen Staaten und setzte sogar verbotene chemische Waffen ein. Der Iran wiederum hatte nach seiner großen Revolution, bei der er den Schah und eine über 2.000 Jahre alte Monarchie abgeschafft hatte, militärische Schwächen und unterlag strengen Embargos, die die Beschaffung von Rüstungsgütern erschwerten.

Trotzdem gelang es den iranischen Jugendlichen mit Entschlossenheit und Opferbereitschaft, einen beispiellosen Widerstand zu leisten. In den acht Jahren der sogenannten „Heiligen Verteidigung“ durchbrachen sie den Einfluss sowohl östlicher als auch westlicher Mächte und erzielten beachtliche Erfolge. Heute, über 30 Jahre nach dem Kriegsende, werden die Gefallenen und Kriegsteilnehmenden als Heldinnen und Helden dieses großen Ereignisses geehrt. Im gesamten Land entstanden Museen und Gedenkstätten für sie. Zu diesen gehört der Opfer- und Martyriumsschatz von Ardakan: Eine Gedenkstätte in einer Stadt, die im Iran-Irak-Krieg überdurchschnittlich viele Gefallene zu beklagen hatte.

 

Wo liegt Ardakan?

Ardakan ist ein Landkreis in der Provinz Yazd. Die Stadt Ardakan als dessen Verwaltungssitz liegt 61 Kilometer nordwestlich von Yazd. Der Name „Ardakan“ setzt sich aus „Ard“ (heilig) und „kan“ (Land) zusammen, was „heiliges Land“ bedeutet. Manche Historiker vermuten, der Name stamme aus dem Mittelpersischen („Artakan“ oder „Artaken“) und könne mit „Aufrichtigkeit“ übersetzt werden.

Die Geschichte der Region reicht in die Zeit nach der islamischen Eroberung (7. Jahrhundert n. Chr.) zurück. Verschiedene Burgen und historische Häuser machen sie zu einem lohnenden Reiseziel. Das durchgehend trockene, wüstenhafte Klima ist typisch für die Provinz Yazd, und wie viele andere Orte dieser Region war Ardakan traditionell auf Qanate (unterirdische Wasserkanäle) angewiesen.

 

Der Opfer- und Martyriumsschatz von Ardakan: Bereiche und Besonderheiten

Diese Sammlung (Gandschine) entstand 2012 (1391 nach iranischem Kalender) und setzt sich aus mehreren Abteilungen zusammen, die persönliche Gegenstände, Dokumente und Gedenkelemente zu Gefallenen, Veteranen und weiteren Einsatzkräften (Isar-garan) aus Ardakan zeigen.

Gleich zu Beginn begegnet man der „Gasse der 420 Gefallenen“ (Kuče-ye 420 Šahid), die den 420 Gefallenen des Landkreises gewidmet ist. Dieser Teil ist im traditionellen Wüstenbaustil gehalten, was zur Architektur Ardakans passt.

Im Anschluss folgen einige Räume, die auch die Geschichte des Iran und speziell Ardakans beleuchten. Einer ist der Pahlavi-Ära (1925–1979) gewidmet, angefangen bei Reza Schah (bis 1941) bis zu Mohammad Reza Schah (bis zur Islamischen Revolution 1979). Die autoritäre Politik der Pahlavis führte zu massivem Druck auf Gesellschaft und Religion. Dieser Ausstellungsbereich dokumentiert insbesondere Verbrechen des Regimes, vor allem durch den Geheimdienst SAVAK.

Ein weiterer Abschnitt, die „Revolutionsgasse Ardakan“ (Kuče-ye Enqelāb-e Ardakan), zeigt Dokumente zur Rolle der Stadt in der Islamischen Revolution. Ebenfalls wird auf die frühen Ereignisse im „auferlegten Krieg“ verwiesen, besonders auf die Eroberung von Chorramschahr durch irakische Truppen.

Eine Treppe, der „Aufstieg“ (Pelekān-e ʿorudsch), führt vom Erdgeschoss ins Obergeschoss. An deren Decke hängen rund 10.000 Erkennungsmarken – ein Symbol für die etwa 10.000 Menschen aus Ardakan, die im Krieg kämpften. An den Wänden dieses Treppenhauses finden sich mit Patronenhülsen gestaltete Dekors.

Der Eingang zum Obergeschoss ist wie der eines traditionellen iranischen Sporthauses (Zurkhāneh) angelegt, mit geringerer Höhe der Tür, einem Gong (Zang) und einer Zarb-Trommel. Dies verweist einerseits auf die alte persische Sportkultur, andererseits auf die Tapferkeit und den Heldenmut der Gefallenen. In der oberen Etage sind Fotos und Erinnerungsstücke der Gefallenen von Ardakan nach Themenbereichen geordnet. Verschiedene Gänge und Ausstellungsräume veranschaulichen das Opfer, das Ardakani-Kämpfer und -Gefallene während der „Heiligen Verteidigung“ (Krieg gegen den Irak) erbrachten.

Museen

Rundgang durch die ländlichen Häuser Nordirans im Ländlichen Erbe-Museum von Gilan

Rundgang durch die ländlichen Häuser Nordirans im Ländlichen Erbe-Museum von Gilan

Allgemeines

Das „Mūze-ye Mīrās-e Rustā'ī-ye Gīlān“ (Ländliche Erbe-Museum von Gilan) umfasst ein 263 Hektar großes Gelände und ist Teil des Waldparks Sarāvān. Dieses Museum ist ein Ökomuseum, dessen Hauptziel es ist, die natürlichen und kulturellen Werte der örtlichen Landbevölkerung Gilans in einer Umgebung zu präsentieren, die dem ländlichen Kontext der Region möglichst nahekommt.

 

Geschichte des Ländlichen Erbe-Museums von Gilan

Nach dem schweren Erdbeben von 1990 (1369 nach dem iranischen Kalender), bei dem einige Dörfer in der Provinz Gilan zerstört wurden, entstand die Idee, Wohnhäuser zu errichten, die der traditionellen Dorfarchitektur Gilans entsprechen. So sollten nicht nur die Bauten erhalten, sondern auch der Lebensstil und die Geräte der Bewohner gezeigt werden. Im Jahr 2002 (1381) begannen erste Machbarkeitsstudien; schließlich wurde 2005 (1384) der praktische Teil mit einem Workshop namens „Architektur der Tieflandregion östlich des Sefidrud“ aufgenommen. 2006 konnte der erste Teil des Museums in Betrieb gehen.

 Kurze Zeit später konzentrierten sich die Projektplaner auf den Waldpark Sarāvān, der sich wegen seiner Topografie hervorragend eignete. Daraufhin startete ein Team Forschungsreisen in verschiedene Dörfer der Provinz Gilan, um erhaltenswerte Häuser aufzuspüren und zu dokumentieren. Die dort ausgewählten und abgetragenen Gebäude wurden ins Sarāvān-Gelände transportiert und dort originalgetreu wieder aufgebaut. Diese aufwendige Vorgehensweise erreichte 2007 (1386) bei der 21. Chārzamī-Festivalrunde (Wissenschaftsfestival) in Iran unter mehr als 610 Beiträgen den zweiten Preis.

 

Bereiche und Besonderheiten des Ländlichen Erbe-Museums von Gilan

Der gesamte Waldpark Sarāvān ist 1.480 Hektar groß; 263 Hektar davon nutzt das Ländliche Erbe-Museum von Gilan. Jedes Jahr ist dieses Museum eine der am häufigsten besuchten Einrichtungen in Iran. In den Museumsbereichen wurden die Wohngebäude verschiedener Regionen Gilans originalgetreu nachempfunden. Die möglichst originalgetreue Umsetzung und der Auf- und Abbau der Dorfhäuser kennzeichnen dieses Museum – die Gäste können die Lebensweise der ländlichen Bevölkerung Gilans hautnah erleben. Darüber hinaus werden hier wertvolle Erkenntnisse über das traditionelle Wissen der Menschen in Gilan bewahrt. Einige der Häuser, die im Museum rekonstruiert sind, sind über 150 Jahre alt.

Zudem versucht das Museum, auch die kulturellen Aspekte und den Lebensstil der Dorfbewohner darzustellen. Deshalb sind an vielen Stellen Küchen- und Haushaltsutensilien sowie Geräte zu sehen, die zur Herstellung von Speisen und Textilien notwendig waren. Ein Basar präsentiert Handwerksprodukte aus Gilan. Insgesamt ist das Museum in neun Bereiche gegliedert:

  1. Tieflandregion Ost
  1.  Hier sind Gebäude wie die Häuser Čančo, Mīr-Siār, Montazerī und Rafīʿī zu sehen, die aus dem östlichen Tieflandgebiet des Sefidrud stammen. Holzfundamente und umlaufende Holzbalkone mit Gali-Dach (vierseitig geneigt) bestimmen die Bauweise. Daneben gibt es Flächen für Gemüse- und Kräutergärten, einen Reis-Speicher (kandud), einen Stall, einen Seidenraupentrakt (tallambār), eine Moschee und ein Teehaus.
  1. Tieflandregion West

 Diese Region umfasst Gemeinden von Shaft bis Astārā. Dort bauen die Bewohner ihre Häuser mit Mauerwerk, dazu Dächer aus Reisstroh. Sie leben von Viehzucht, dem Anbau und der Weiterverarbeitung von Reis und Tee. Die Häuser Mūsīzādeh, Haqīqatī, Maḥmūdī, Mūsavī, Ḥasanī und Moḥtašam-Ṭalab gehören zu dieser Gruppe. Auch ein Stadel für Reis, Viehställe, ein Hühnerstall, ein Brunnen und ein WC sind hier zu sehen.

  1. Tieflandregion Mitte

 Im mittleren Tiefland findet man die Häuser Amīnī, Morādī, Bayālvā, Dāneš und Ṣādeqī. Hier gehören ein Reis-Speicher, ein Seidenraupentrakt, ein Stall, ein Hühnergehege, eine Schule, ein Teehaus, eine Schmiede und Felder für Nassreisanbau zum Ensemble. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge sind die Dächer mit Schilf- oder Reisstroh bedeckt. Bisweilen verwendet man neben Baumästen und -stämmen auch Lehm (Kāh-gel). Diese Bauart ist als „zagālī“ oder „zagameʾī“ bekannt.

  1. Gebirgsregion Ost

 Dort bestehen die Häuser aus Stein- oder „zagameʾī“-Mauern. Die Häuser Moḥammadnežād und Maḥsenīān repräsentieren diesen Bautyp. Die Bewohner leben in erster Linie von Viehzucht.

  1. Gebirgsregion West

 Nur das Haus Ḥojjatpūr ist hier zu sehen. Daneben befinden sich ein Backofen und ein Hühnerstall. Die Häuser dieser Gegend haben eine „zagameʾī“-Bauweise (Lehm/Stroh) und ein „ozlat“-Dach (etwa ein Schilf- oder Strohdeck).

  1. Bergfuß Ost

 Hier stehen die Häuser Behzādī, Jāmeʿ und Rastamī. Ihre Bauweise gleicht denen des östlichen Tieflands des Sefidrud.

  1. Bergfuß West

 Diese Sektion zeigt die Häuser Raḥmānī, Ṭarafī und Loṭfī, allesamt aus Holzfachwerk, mit Steinfundament und steilem Dach.

  1. Küstenstreifen Ost

 Nur das Mūsavī-Haus ist vorhanden. Seine Architektur ähnelt der der tiefländischen Region östlich des Sefidrud.

  1. Küstenstreifen West

 Hier ist lediglich das Aṣafī-Haus zu sehen.

 

Volkskundliche Darbietungen im Ländlichen Erbe-Museum von Gilan

Das Museum stellt mehrere traditionelle Tänze und Spiele vor, darunter „ʿArous-e Gulī“, „Keschti-ye Gilamard“ und „Lāfandbāzī“. „ʿArous-e Gulī“ ist eine Neujahrsvorstellung („Norūz“), die ab Mitte März in Dörfern aufgeführt wurde. „Keschti-ye Gilamardī“ (Gilamard-Ringkampf) ist ein uralter Kampfsport, der während Norūz und bei Hochzeiten praktiziert wurde. Darüber hinaus war von Juni bis Ende September in einigen Dörfern so eine Art „Freistilringen“ üblich, bei dem ein Kämpfer, sobald er auf den Boden fällt oder seine Hände den Boden berühren, als Verlierer gilt. „Lāfandbāzī“ ist eine alte Form des Seiltanzes, bei der unterschiedliche artistische Elemente eingesetzt werden. Sie wird vor allem im Hochsommer, frühen Herbst und zu Norūz aufgeführt.

 

Wo ist das Ländliche Erbe-Museum von Gilan zu finden?

Das Museum befindet sich im Waldpark Sarāvān, 18 Kilometer hinter dem Abzweig Sarāvān nach Schaft. Wegen seiner großen Bedeutung wurde das Museum 2007 (1386) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans aufgenommen.

Museen

Das Naturwissenschaftliche Museum von Yazd: Lernen durch Besuch eines sehenswerten Museums

Das Naturwissenschaftliche Museum von Yazd: Lernen durch Besuch eines sehenswerten Museums

Das Naturwissenschaftliche Museum von Yazd ist eines der sehenswerten Museen der Stadt, das sich in der Traditionsschule (Dabīrestān-e Māndegār) Iranšahr befindet. Ein Rundgang durch die verschiedenen Bereiche des Museums verbindet die Freude am Entdecken spannender Objekte mit der Freude am Lernen und Kennenlernen unterschiedlichster Aspekte der Welt.

Die Iranšahr-Schule – Gastgeber des Naturwissenschaftlichen Museums von Yazd

Die Iranšahr-Schule gilt als die älteste Oberschule (Dabīrestān) von Yazd und wurde 1998 (1377 nach dem iranischen Kalender) ins Nationalregister für Kulturgüter Irans aufgenommen. Sie liegt in der Šahīd Raǧaʾī-Straße (Iranšahr) in Yazd und ist bis heute als Bildungseinrichtung aktiv. Die Geschichte der Schule reicht zurück bis 1927 (1306 nach dem iranischen Sonnenkalender), also in die Zeit von Reżā Schah Pahlavī. Allerdings zog sich die Bauphase sieben Jahre hin, und die Eröffnung erfolgte schließlich Anfang 1313 (1934). Seither ist die Schule als „Iranšahr“ bekannt.

Was gleich ins Auge fällt, ist ihr ausgewogenes und eindrucksvolles Design. An Bau und Ausgestaltung der Schule waren zahlreiche namhafte Handwerker aus Yazd beteiligt. Als Hauptarchitekt des Gebäudes wird André Godard (1881–1965) genannt, ein französischer Architekt und Archäologe, der im frühen 20. Jahrhundert nach Iran kam und dort in verschiedenen Ämtern arbeitete. Das Iran-e Bāstān-Museum, das Ḥāfezieh in Širāz, das Āzarbāidžān-Museum und die Iranšahr-Schule zählen zu seinen bedeutsamen Werken in Iran.

Architektur der Iranšahr-Schule

Das Schulgebäude steht auf einem stabilen, aus Ablagerungen und Schwemmsand entstandenen Erdgrund. Hauptbaustoffe sind Lehmziegel (ḫešt o gel) und gebrannte Ziegel (āǧur). Um die Menschen vor der gleißenden Wüstensonne zu schützen, wurde darauf geachtet, möglichst viele Schattenflächen zu schaffen – zum Beispiel gibt es vor den Klassenzimmern einen Säulengang (rāwāq). Der Schulhof ist mit Ziegeln gepflastert, und entlang der Wände erkennt man eine steinerne Sockelzone (āzāreh). Für die Fassadengestaltung wurden über 11.000 Quadratmeter farbiger Glasurziegel verarbeitet. Die schlanken und hohen Fenster sind ebenfalls ein charakteristisches Element. In der Gesamtanlage findet man Spuren der Safawiden- (16.–18. Jahrhundert) und Sasanidenarchitektur (3.–7. Jahrhundert), die hier auf moderne Weise verschmolzen wurden.

Als die Iranšahr-Schule erbaut wurde, gab es in Yazd noch kein städtisches Wasserversorgungsnetz. Daher legte man im zweiten Stock einen Wassertank an, um Toiletten und Trinkwasserbrunnen mit Wasser zu versorgen. Dieser Tank war nach den seinerzeit höchsten hygienischen Standards konstruiert und wurde mittels eines traditionellen „Tscharch-e Čāh“ (Kettenbrunnen) aus einer Brunnenquelle gespeist. Das Naturwissenschaftliche Museum Yazd befindet sich im Kellergeschoss dieser Schule.

Das Naturwissenschaftliche Museum von Yazd: Bereiche und Besonderheiten

Das Museum nahm seinen Betrieb in den späten 1980er-Jahren (1360 nach dem iranischen Kalender) auf. Auf einer Fläche von etwa 3.500 Quadratmetern finden sich vier Hauptsäle zu den Themen Geologie, Biologie, Physik und Astronomie. Der Reiz dieses Museums liegt nicht nur an der spannenden Ausstellung, sondern auch an der geschichtsträchtigen Architektur der Schule, in der es untergebracht ist.

Da das Museum auf dem Gelände einer renommierten Schule von Yazd liegt, ziehen seine Sammlungen jedes Jahr zahlreiche Schülergruppen an. Laut Statistiken von 2023 haben rund 15.000 Schüler das Museum besucht. Somit dient das Naturwissenschaftliche Museum Yazd nicht nur der Präsentation besonderer Objekte, sondern auch der pädagogischen Vermittlung lokaler Flora und Fauna sowie grundlegender Themen aus Physik und Astronomie.

In der Biologie-Abteilung sind etwa 250 Arten einheimischer und wüstenangepasster Pflanzen sowie 150 Proben von Insekten, Vögeln und Reptilien ausgestellt. Außerdem sieht man präparierte Tierkörper (Taxidermie) und Exponate zur Embryonalentwicklung. Ein weiteres Glanzstück ist das Skelett einer Frau, die Experten zufolge vor rund 800 Jahren lebte. Auch ein Observatorium, diverse Rechen- und Messinstrumente sowie ein Planetarium gehören zu den besonderen Attraktionen des Museums. Darüber hinaus kann man einige Fossilien besichtigen.

Museen

Die Vaziri-Bibliothek und ihr Museum: Wertvolle Schätze in einer bemerkenswerten Sammlung

Die Vaziri-Bibliothek und ihr Museum: Wertvolle Schätze in einer bemerkenswerten Sammlung

Die Vaziri-Bibliothek in Yazd

Die Vaziri-Bibliothek in Yazd zählt zu den reichsten Bibliotheken Irans. Mit mehreren tausend wertvollen handschriftlichen und gedruckten Büchern ist sie bei Forschenden als wertvolle Quelle bekannt. Die Vaziri-Bibliothek besteht aus mehreren Abteilungen, darunter ein eigenes Museum, in dem neben alten Büchern und Schriften auch Gegenstände aus dem historischen Alltag der Einwohner von Yazd ausgestellt werden.

Entstehungsgeschichte der Vaziri-Bibliothek

Die Gründung der Vaziri-Bibliothek geht auf das Jahr 1955 (1334 nach dem iranischen Kalender) zurück. Initiiert wurde sie von ʿAli-Mohammad Vaziri, geboren 1895 (1274) in Yazd. Er entstammte einer alteingesessenen, angesehenen Familie in Yazd. Vaziri studierte früh theologische Fächer und wurde ein anerkannter religiöser Gelehrter, der der Bevölkerung Yazds bedeutende Dienste leistete. Nach dem Sturz Reza Schahs (1941) und einer Auflockerung der Restriktionen für religiöse Aktivitäten spielte er eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der Religionsschule (Hauza) von Yazd. Neben der Gründung der Vaziri-Bibliothek ist auch die Etablierung eines Predigerverbandes (Anjoman-e Wāʿeẓīn) auf ihn zurückzuführen. Er verstarb 1977 (1356) und wurde in der Jameʿ-Moschee (Masdschid-e ǧāmeʿ) neben seiner berühmten Bibliothek beigesetzt.

Zu Beginn umfasste die Vaziri-Bibliothek rund 1.600 Bücher und befand sich im nördlichen Teil der Jameʿ-Moschee von Yazd, um insbesondere den Studierenden der religiösen Wissenschaften zu dienen. Im Lauf der Jahre wurden umliegende Grundstücke aufgekauft, sodass sich die Fläche heute auf etwa 6.000 Quadratmeter beläuft. Einer der ersten Erweiterungsschritte war der Bau eines Gebäudes mit einer Grundfläche von 600 Quadratmetern im Jahr 1965 (1344), verwirklicht mit Hilfe eines angesehenen Geschäftsmanns aus Yazd.

 1969 (1348) wurde die Bibliothek samt ihrer 3.300 Handschriften dem Āstān-e Qods-e Raẓawī vermacht und untersteht seither dessen Bibliotheks-, Museums- und Archivverwaltung. In der Stiftungsurkunde, die zur Zeit der Schenkung ausgestellt wurde, ist die Gesamtanzahl der Bücher mit 21.267 Bänden angegeben.

Bestände der Vaziri-Bibliothek in Yazd

Über 4.800 handschriftliche Werke, fast 6.000 lithografische Bücher, rund 235.000 gedruckte Bände und mehr als 6.000 Zeitschriftenexemplare machen die Vaziri-Bibliothek zu einem der kostbarsten Archive für historische und handschriftliche Literatur in Iran. Sie ist in folgende Abteilungen gegliedert:

  1. Handschriften
  2. Lithografische Bücher
  3. Gedruckte Bücher und Presseerzeugnisse

Zudem verfügt die Bibliothek über mehrere Lesesäle, eine Informationsabteilung und eine Werkstatt zur Restauration alter Manuskripte.

Das Vaziri-Museum in Yazd

Einer der sehenswerten Bereiche der Vaziri-Bibliothek ist das ihr angegliederte Museum, in dem in einem eigenen Ausstellungssaal historische Objekte und Bücher zusammengetragen wurden. Zu den Museumsbeständen zählen beispielsweise Münzen, antike Schlösser und Beschläge, ein kostbarer Pelz, der einst einem Khan von Yazd gehörte, sowie eine Glocke namens „Šīḥa-Koš“, die früher auf dem bekannten Meydān-e Waqt-e Sāʿat (Zeit-Platz) von Yazd hing. Darüber hinaus umfasst die Sammlung Haushaltsgegenstände und Kunsthandwerk wie Vasen, Surme-Dosen, Samoware, Porzellan, Kannen und Qalīān (Wasserpfeifen). Auch Beleuchtungsgeräte wie Hängelampen und Öllampen, traditionelle Kleidungsstücke und Textilien (darunter Brokatstoffe, Golddrahtstickereien und Taft), Schreibwerkzeuge und Badeutensilien (wie Becken und Schüsseln aus Kupfer) finden sich hier.

Zu den bedeutenden schriftlichen Exponaten gehören mehrere uralte Koranausgaben, Kauf- und Heiratsverträge sowie Kalligrafien bedeutender Meister wie Mīr ʿImād, Ostād Neyrīzī und Darwīš ʿAbd al-Maǧīd Ṭālaqānī. Ein Heiratsvertrag aus dem Jahr 1779 (1157) ist eines der bemerkenswertesten Dokumente. Der Großteil dieser Museumsstücke wurde von den Einwohnern von Yazd gespendet, und noch immer werden dem Museum von den Stadtbewohnern neue wertvolle Objekte zur Verfügung gestellt. Dadurch weist das Museum mitunter auch Ähnlichkeiten mit einem Volkskundemuseum auf, da dort Gegenstände des einstigen Alltagslebens der Menschen in Yazd erhalten sind.

Museen

Das Kambrian Museum von Yazd: Eine Reise in die Meere vor 150 Millionen Jahren

Das Kambrian Museum (Mūze-ye Kāmberīān) in Yazd ist ein paläontologisches Museum, das seit 2018 (1397 nach iranischem Kalender) in Betrieb ist.

Als Irans Wüsten einst vom Meer bedeckt waren

Vor Millionen von Jahren sah die Erde ganz anders aus: Große Teile der heutigen Kontinente befanden sich unter Wasser – einschließlich Gebieten, die wir heute als Wüsten kennen. Vor rund 150 Millionen Jahren lag ein Großteil des Irans im Ozean Tethys. Mit der Bewegung der Kontinentalplatten entstanden neue Landmassen. Man nimmt an, dass das Kaspische Meer und der Urmiasee, im Norden Irans gelegen, Überreste des einst riesigen Tethys sind, aus dem der Großteil des heutigen Irans emporstieg.

 Der Rückgang des Tethys hinterließ in vielen Teilen Irans, selbst in den ariden Regionen der Provinz Yazd, Fossilien vorwiegend mariner Lebewesen. Um diese untergegangene Unterwasserwelt zu präsentieren, wurde in der Stadt Yazd das „Kambrian Museum“ gegründet, das sich auf Paläontologie spezialisiert hat und Fossilien aus Jahrmillionen zuvor zeigt.

Das Kambrian Museum: Geschichte und Besonderheiten

Das Kambrian Museum in Yazd ist eines der wenigen Museen in Iran, die sich vollständig der Paläontologie widmen. Paläontologie behandelt Vorgänge, die mehrere hundert Millionen Jahre zurückreichen, und erschließt ihre Erkenntnisse über Fossilien, in denen sich oft noch unentdeckte Geheimnisse verbergen! Häufig handelt es sich um Reste von Meeresbewohnern, die auf dem Meeresboden versanken und von Sedimenten eingeschlossen wurden.

 Nach wissenschaftlicher Auffassung bestand das Leben auf der Erde rund drei Milliarden Jahre lang aus Einzellern, bis vor etwa 570 Millionen Jahren plötzlich komplexere Organismen entstanden und damit eine Epoche rasanter Entwicklung begann, die als „kambrische Explosion“ bekannt ist. Über dieses Zeitalter gibt es zahlreiche Rätsel; je mehr Forscher entdecken, desto mehr Fragen entstehen!

Die Fossilien, die im Kambrian Museum ausgestellt sind, stammen vorwiegend aus Yazd und Umgebung. Darunter finden sich einige äußerst bedeutsame Funde aus dem Kambrium, deren Dimensionen bei lediglich vier Zentimetern liegen und die zu den frühen vielzelligen Organismen dieser Ära zählen. Später, in folgenden Epochen, entwickelten sich größere Fossilien (sogenannte „Makrofossilien“). Einige Exponate im Museum messen bis zu 67 cm Durchmesser bzw. 135 cm Länge. Die Zuordnung dieser Versteinerungen geschieht anhand ihrer biologischen Einordnung. Mit rund 400 Fossilien bietet das Museum eine erstaunliche Vielfalt, die für Geologen und Paläontologen wertvolle Hinweise auf den geologischen Aufbau von Yazd liefert.

Das Kambrian Museum ist ein Privatmuseum, das 2018 (1397) von Mojtaba Pežmānpur ins Leben gerufen wurde. Pežmānpur begann schon in seiner Jugend, Fossilien zu sammeln und zu studieren. Bis heute kümmert er sich selbst um ihre Pflege, etwa durch Freilegung aus dem umgebenden Gestein.

Fossilien im Kambrian Museum

Die meisten Fossilien im Museum stammen von Nautiloiden, einer Gruppe von Kopffüßern (Cephalopoden) aus dem Tierstamm der Weichtiere (Mollusken). Noch heute existieren verwandte Arten im Meer, darunter Nautilus. Da ihr Bauplan sich seit Jahrmillionen kaum verändert hat, sprechen Wissenschaftler vom „lebenden Fossil“. Vor 470 Millionen Jahren waren Nautiloiden die Spitzenprädatoren der Meere. Im Lauf der Zeit formte sich das Gehäuse vom Kugel- zum Spiralgewinde; der Grund für diese Veränderung ist bis heute ungeklärt. Vor ungefähr 65,5 Millionen Jahren verschwanden etliche Nautiloiden-Arten gleichzeitig mit vielen Dinosaurierarten.

Auch Schnecken (Gastropoden) finden sich häufig unter den Exponaten. Diese Tiere sind den meisten Menschen vertraut, da sie sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Im Museum sind marine Gastropoden ausgestellt, die vor rund 500 Millionen Jahren existierten und eine große Formenvielfalt aufweisen.

Muscheln (Bivalvia) zählen zu den weiteren Hauptgruppen der Weichtiere im Museum. Sie besitzen zwei Schalenhälften, haben keine Augen und sind Filtrierer, die das Meerwasser reinigen. Da sie keine Fortbewegungsorgane haben, leben sie fest auf dem Meeresgrund. Man unterscheidet über 30.000 Muschelarten, die teils symmetrisch, teils asymmetrisch ausgebildet sind. Ein besonders auffälliges Exemplar im Museum heißt „Pina“ und kann wegen seines spitzen Randes leicht mit einem Dinosaurierzahn verwechselt werden. Diese scharfe Kante drang ins Meeresbodensediment ein und verankerte die Muschel dort.

Auch Armfüßer (Brachiopoden) sind im Kambrian Museum vertreten. Sie existieren seit vielen geologischen Zeitaltern. Anders als bei symmetrischen Muscheln unterscheiden sich die Schalenhälften der Armfüßer in Größe und Form. Darüber hinaus beherbergt das Museum fossile Stachelhäuter mit blumenartigem Muster, vor allem Seelilien (Crinoiden), und pflanzliche Fossilien, die rund 150 Millionen Jahre alt sind.

Museen

Das Museum „Didaniha-ye Yazd“ (Sehenswürdigkeiten von Yazd): Ein Rundgang zwischen nostalgischen Autos und Erinnerungsstücken

Das markanteste Exponat im Museum Didaniha-ye Yazd sind die Oldtimer, von denen die meisten zwischen 1952 und 1992 hergestellt wurden.

Museen sind besondere Orte, an denen antike, technische, künstlerische oder anderweitig wertvolle Objekte aufbewahrt werden. Die Idee, wichtige Gegenstände systematisch in einem Museum zu zeigen, ist eine Errungenschaft der Moderne und bietet Reisenden eine einzigartige Möglichkeit, sich kurz und anschaulich über Wissenschaft, Kultur und Geschichte verschiedener Völker zu informieren. Daher sind Museen heute sehr beliebt: Berühmte Museen weltweit begrüßen jährlich Millionen von Gästen. Auch in Iran gibt es viele Museen mit oft ungewöhnlichen Themen, die das Interesse ganz bestimmter Besuchergruppen wecken. Das Museum Didaniha-ye Yazd (Mūze-ye Dīdanīhā-ye Yazd) ist eines davon. Vor allem Automobilfans sowie Liebhaber von Meteoriten und Mineralien sollten sich diesen Ort nicht entgehen lassen. Was auf den ersten Blick vielleicht zusammenhanglos wirkt, liegt in der Sammelleidenschaft des Museumsgründers begründet!

Das Museum Didaniha-ye Yazd

Das Museum Didaniha-ye Yazd nahm 2024 in der Nähe des Amir-Chaqmaq-Platzes der Stadt Yazd seinen Betrieb auf. Zuvor war es seit 2017 (1396 nach iranischem Kalender) als „Museum historischer, klassischer und handgefertigter Autos“ im traditionellen „Dschonub-Werksgelände“ in der Āyatullāh-Kāschānī-Straße, gegenüber dem Park Ḥaft-e Tīr, beheimatet. Dort standen ihm 1.800 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Ein Jahr nach Gründung, 2018, zeichnete der Internationale Museumsrat (ICOM) dieses Museum als beste Museumsinitiative Irans im Bereich Innovation und Kreativität aus.

 Während seiner bisherigen Tätigkeit gehörte das damals sogenannte „Automuseum“ zu den meistbesuchten Museen Yazds.

 

Autos, Motorräder und mehr

Der Kern der Sammlung im Museum Didaniha-ye Yazd besteht aus Oldtimern, Motorrädern und Fahrrädern. Insgesamt zeigt die Ausstellung rund 40 Autos sowie 30 Motorräder und Fahrräder, die allesamt schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Für ältere Iraner ist der Anblick vieler dieser Fahrzeuge mit persönlichen Erinnerungen verknüpft, während jüngere Besucher bei einem Rundgang durch das Museum die historische Entwicklung der Automobilindustrie entdecken können.

Im Museum gibt es sechs handgebaute Autos. Außerdem sind manche Modelle Unikate in Iran, darunter einCitroën 2CV (Deux Chevaux)der ersten Generation oder einCitroën Méharivon „Sipak“ mit GFK-Karosserie. „Sipak“ war die erste Namensgebung von „Saipa“, einem iranischen Autobauer, der 1965 (1344) in Zusammenarbeit mit dem französischen Konzern Citroën gegründet wurde. Zu den ersten und bekanntesten Produkten dieser Fabrik zählten Modelle der Marken Citroën und Renault; entsprechend dominieren im Museum Didaniha-ye Yazd Citroën-Fahrzeuge. Weitere sehenswerte Exponate sind der Benz 350 von Meister Mohammad-Reza Schadscharian (ein berühmter Sänger Persiens) und ein Dodge Monaco. Zudem gibt es mehrere alte „Zhian“-Autos (Citroën Dyane), die für viele Iraner nostalgisch sind. Daneben stehen Schilder mit technischen Daten und Infos zu Baujahr und Besonderheiten. Die meisten Fahrzeuge im Museum stammen aus dem Zeitraum 1952 bis 1992 (1331–1371 nach iranischem Kalender).

Fossilien, Meteoriten und Steine

Das Museum Didaniha-ye Yazd bietet allerdings noch mehr als Automobile: Die Brüder Ardāni, Sammler und Betreiber des Museums, haben zusätzlich einen spannenden Bereich geschaffen, in dem Meteoriten und Gesteine in mehreren zwei- oder dreistöckigen Vitrinen präsentiert werden. Zu sehen sind hier 60 Meteoriten, von denen der größte rund 7.600 Gramm wiegt. Einige der gezeigten Steine sind wertvolle Edelsteine. Auch ein Bereich mit antiken und nostalgischen Gegenständen bereichert die Ausstellung. Dadurch erhält das Museum ein Flair, das über ein reines Automuseum hinausgeht und Elemente eines Technik- und Naturkundemuseums in sich vereint.

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Eine seltene Sammlung von Karikaturen im Karikaturmuseum Tabriz

„Haus der Kunst“ oder „Karikaturmuseum“ Tabriz – eines der besonderen und ungewöhnlichen Museen Irans

Tabriz wird als „Stadt der Ersten“ bezeichnet. In vielen Bereichen war diese Stadt im Iran Vorreiter: Verschiedene soziale, bildungs- und kulturbezogene Einrichtungen wie Baladiye (Rathaus), Atfaiye (Feuerwehr), ein öffentliches Kino, Kindergarten, eine Druckerei und eine Gehörlosenschule wurden hier erstmals gegründet. Doch in manchen Bereichen kann man diese Stadt nicht nur im Iran, sondern sogar auf kontinentale oder weltweite Ebene als einzigartig betrachten – zum Beispiel durch die Gründung eines Fachmuseums für Karikatur. Das „Karikaturmuseum Tabriz“, das sich im Haus der Kunst dieser Stadt befindet, gilt als das erste Museum in Asien, das sich diesem Thema widmet. Als es gegründet wurde, existierten weltweit erst vier andere Spezialmuseen für Karikatur. Gemessen an der Fläche ist das Karikaturmuseum Tabriz nach einem vergleichbaren Museum in Bulgarien sogar das zweitgrößte Karikaturmuseum der Welt.

 

Geschichte des Hauses der Kunst (Karikaturmuseum Tabriz)

Der Bau dieses Gebäudes, das später als „Bāgh Golestān-Gebäude“ bekannt wurde, begann im Jahr 1934 (1313 nach dem iranischen Kalender). Ab 1949 (1318) wurde es genutzt und diente in den ersten Jahren als Offiziersclub und Festsaal. Nach der Islamischen Revolution (1979) war das Gebäude für einige Jahre Verwaltungsstandort verschiedener Regierungsstellen. In den 1980er-Jahren (1360) fungierte es kurzzeitig als Nationalbibliothek Tabriz.

Die Idee zur Gründung dieser Bibliothek entstand in den 1950er-Jahren (1330), als Mohammad Ali Tarbiyat Bürgermeister von Tabriz war. Damals versammelten sich kulturbegeisterte Bürger, um ein Gebäude im heutigen Zentrum von Tabriz als künftigen Bibliotheksstandort zu errichten. Dank der breiten Unterstützung in der Bevölkerung wurde die Bibliothek zu einem Ort, an dem bedeutende Werke und Dokumente gesammelt wurden. Eines der wichtigsten Bücher darin ist das „Evangelium der Apostel“, die älteste handschriftliche Ausgabe in syrischer Sprache auf Fischhaut.

In den 1980er-Jahren (1360) wurde die Nationalbibliothek Tabriz mit ihrem damaligen Bestand von etwa 55.000 Büchern in das Bāgh Golestān-Gebäude verlegt. Nach dem Bau des neuen Standorts der Nationalbibliothek Tabriz in der Azadi-Straße (2001/1380) zog man alle Bücher und Dokumente dorthin um, sodass das Bāgh Golestān-Gebäude in das „Haus der Kunst“ umgewandelt werden konnte. Im Jahr 2006 (1385) nahmen das Haus der Kunst und das Karikaturmuseum Tabriz ihren Betrieb auf.

 

Besonderheiten und Architektur des Hauses der Kunst (Karikaturmuseum Tabriz)

Das Haus der Kunst in Tabriz umfasst rund 2860 Quadratmeter Fläche. Das Gebäude ist in drei Bereiche unterteilt: einen großen mittleren Saal und zwei Seitenflügel im Norden und Süden mit mehreren Räumen. Da es zeitgleich mit dem Rathaus von Tabriz errichtet wurde, zeigen beide Bauten deutliche Ähnlichkeiten in der Architektur, vor allem in der Fassade aus dem lokalen „Sperakhun“-Stein.

Angesichts des Alters des Gebäudes und seiner Abnutzung waren mehrfach Renovierungsarbeiten notwendig, zum Beispiel an der südlichen Terrasse und den Sälen. Heute verfügt das Haus der Kunst über drei Galeriebereiche für Kunstausstellungen und einen Amphitheatersaal mit 350 Sitzplätzen für künstlerische Veranstaltungen.

Das Karikaturmuseum Tabriz, das sich im westlichen Teil des Hauses der Kunst befindet, bewahrt rund 14.000 Karikaturen, Poster, Postkarten, Briefmarken, Visitenkarten und Bücher mit Karikaturbezug von Künstlern aus aller Welt. Diese Sammlung stammt aus vielen Jahrzehnten und beruht auf der Durchführung zahlreicher Festivals und Ausstellungen in Tabriz, darunter über zehn internationale Wettbewerbe. In zwei Galerien des Museums werden 60 Originalwerke bedeutender Karikaturisten gezeigt. Auch der Karikaturistenverein Tabriz hat hier seinen Sitz und organisiert regelmäßig regionale, nationale und internationale Wettbewerbe. Zudem bietet ein Facharchiv zu Karikaturen umfangreiche Literatur. Im Museum sind außerdem einige skulpturale Darstellungen im Karikaturstil zu sehen. Eines davon, am Eingangsbereich des Museums, geht auf eine humoristische Figur aus der Zeitschrift „Molla Nasreddin“ zurück.

 

Wo befindet sich das Karikaturmuseum Tabriz?

Das Karikaturmuseum ist Teil des Hauses der Kunst, das am nördlichen Ende des Bāgh Golestān-Parks in Tabriz liegt. Die Anreise ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich; in direkter Nähe befindet sich die U-Bahn-Station Qotqa (auch „Bāgh Golestān“ genannt).

 

Nationaler Denkmalstatus des Hauses der Kunst (Karikaturmuseum Tabriz)

Im Jahr 2008 (1387) wurde das Gebäude in die Liste der nationalen Kulturgüter Irans eingetragen.

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Das Süd-Sahand-Volkskundemuseum: Das erste ethnografische Museum in Ost-Aserbaidschan

Das Süd-Sahand-Volkskundemuseum präsentiert in zwölf Abteilungen verschiedene Aspekte des Alltagslebens der Menschen in dieser Region.

Volkskundemuseen dienen der Vorstellung von Glauben, Bräuchen, Sprache, Lebensunterhalt, Essgewohnheiten, Bekleidung, Wohnformen, Handwerk, Kunst und Werkzeugen einer Bevölkerung. Was dort ausgestellt wird, zeigt Ausschnitte aus dem Leben der Menschen, die für sie so alltäglich geworden sind, dass sie deren Bedeutung gar nicht wahrnehmen. Der Iran weist so viele Unterschiede im Lebensstil der verschiedenen Regionen auf, dass man ihn beinahe als „Regenbogen“ an Bräuchen und Vorstellungen bezeichnen kann. Diese Vielfalt resultiert aus klimatischen, geografischen, ethnischen und kulturellen Unterschieden. Deshalb gibt es in ganz Iran Volkskundemuseen, die jeweils das Leben der örtlichen Bevölkerung darstellen. Das Süd-Sahand-Volkskundemuseum ist ein Beispiel für eine solche Präsentation des Lebens von fleißigen Menschen, die über Jahrhunderte hinweg im Einklang mit der Natur gelebt haben.

 

Wo befindet sich das Süd-Sahand-Volkskundemuseum?

Das Museum ist in einem historischen Gebäude namens Ḥammām-e Mehrābād (Badehaus Mehrābād) untergebracht. In der Zeit, als den Menschen noch keine ausgebauten städtischen Infrastrukturen zur Verfügung standen – insbesondere kein flächendeckendes Leitungswasser und keine eigenen Bäder –, war es eines der bedeutenden Zentren für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung von Bonāb. Früher waren Heizmaterialien teuer und der Transport von Wasser mühsam, sodass Bäder so konstruiert wurden, dass sie möglichst effizient Wasser und Wärme nutzen konnten. Aufgrund der in der islamischen Religion betonten Hygiene kam den Bädern eine wichtige gesellschaftliche Rolle zu, weshalb man großen Wert auf Architektur und bauliche Stabilität legte. Außerdem führte die hohe Luftfeuchtigkeit in solchen Gebäuden zu erhöhten Anforderungen an Bauweise und Konstruktion.

 All diese Aspekte zeigen sich anschaulich beim Ḥammām-e Mehrābād, das auf 324 Quadratmetern mit Ziegelstein, Naturstein und Sārūj (einem traditionellen Baustoff) errichtet wurde. Durch den Einsatz von Sārūj und einer Kalkbeschichtung sämtlicher Bauteile erreichte man eine enorme Stabilität. Die äußere Fassade sticht durch einen steinernen Sockel (Azāre) und rötliche Ziegel hervor.

 Nach manchen Berichten stammt das Ḥammām-e Mehrābād aus der Safawidenzeit (16. Jahrhundert). Anschließend erfolgten mehrmals Restaurierungsarbeiten. 1996 (1375 iranischer Kalender) erwarb die Stadtverwaltung von Bonāb das Badehaus von dessen Eigentümer und stellte es der staatlichen Denkmalbehörde zur Verfügung. Die Restaurierung endete 2003 (1382), und das Gebäude wurde als Museum umfunktioniert und damit zum ersten ethnografischen Museum in der Provinz Ost-Aserbaidschan. Es liegt gegenüber der Moschee Mehrābād, deren Bau einer Inschrift zufolge auf das Jahr 951 nach der islamischen Zeitrechnung (1544 n. Chr.) zurückgeht und in die Herrschaftsepoche von Schah Tahmāsp I. fällt. Besonders bekannt ist diese Moschee für ihre eindrucksvollen Kapitelle, die zu den schönsten Werken iranischer Kunst im Safawidenreich zählen sollen. Die Moschee Mehrābād wurde 1968, das Badehaus Mehrābād 1999 (1378) in die Liste des nationalen Kulturerbes Irans aufgenommen.

 

Das Süd-Sahand-Volkskundemuseum: Abteilungen und Besonderheiten

Wie andere ethnografische Museen veranschaulicht auch dieses die Bräuche und Lebensweise der Bevölkerung. In dem Gebäude sind Gegenstände, Kleidung und Alltagstätigkeiten der Bewohner in den Landkreisen Hashtrood, Marāgheh, Bonāb, ʿAjab-Schir und Malekān ausgestellt. Insgesamt umfasst das Museum zwölf Abteilungen, die nach der thematischen Zuordnung von Werkzeugen und Gegenständen sowie der Lebenstätigkeiten der Menschen geordnet sind. Diese zwölf Abteilungen lauten wie folgt:

  1. Musikinstrumente
  2. Textilherstellung
  3. Beleuchtung
  4. Schmuck
  5. Bekleidung
  6. Bestattungsbräuche
  7. Traditionelle Medizin
  8. Gebete und Amulette
  9. Landwirtschaftliche Geräte
  10. Handgewebte Stoffe
  11. Schmiedehandwerk
  12. Wassergeschirr

All dies kann man im Süd-Sahand-Volkskundemuseum entdecken.

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Das Zeitmuseum Teheran: Mit nur einem Ticket ein Museum, einen Garten und ein historisches Haus besichtigen!

Bewundern Sie in Teherans Zeitmuseum (Tamašāgah-e Zamān) einige der schönsten Gipsreliefs der persischen Architektur!

Museen zählen zu den spannendsten Sehenswürdigkeiten einer Stadt. In der Regel präsentieren sie eine Sammlung besonderer Objekte, sodass Besucher in kurzer Zeit einen informativen Überblick erhalten. Heute sind Museen in unzähligen Formen und Themenbereichen präsent und werden jährlich von Millionen von Menschen besucht. Dennoch zieht es viele Reisende eher zu historischen oder natürlichen Attraktionen, ohne an einen Museumsbesuch zu denken – womöglich weil sie die Museen ihrer Zielstadt nicht kennen! Deshalb ist es sinnvoll, sich vor der Reise nicht nur über historische, natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten zu informieren, sondern auch über die Museen. In Teheran, der iranischen Hauptstadt, gibt es eine Vielzahl an Museen. Mit etwas Recherche findet man sicher mindestens ein bis zwei Museen, die den eigenen Interessen entsprechen.

 Eines der schönsten Museen Teherans, das neben seinen Ausstellungsstücken auch ein sehenswertes Gebäude und eine ansprechende Gartenanlage bietet, ist das „Zeitmuseum“. Dieses Museum, das auch „Tamašāgah-e Zamān“ oder „Uhrenmuseum“ genannt wird, ist, wie der Name vermuten lässt, der Geschichte der Zeitmessung gewidmet.

 

Wo befindet sich das Zeitmuseum?

Das Museum liegt im Stadtteil Zaferāniyeh, einem der nördlichen Bezirke Teherans, an der Ecke der Perzin-Baɣdādi-Straße. Es steht auf einem Teil des ehemaligen Areals von Bāɣ-e Ferdows in einem Garten, der einst im Besitz von Moʿīr-al-Mamālek war, einem Schwiegersohn von Nāser ad-Din Schāh (Regentschaft von 1831 bis 1896). Nach dessen Tod fällte sein Sohn die Bäume des Gartens und nutzte das Holz als Brennmaterial! Im Jahr 1925 (1304 iranischer Sonnenkalender) erwarb ein gewisser ʿAbdollāh Ḵān Manṣur das Gelände und bewahrte es so vor weiterer Zerstörung.

 1967 (1346) gelangte der Garten schließlich in den Besitz von Hossein Ḵodādād. Dieser restaurierte das Lehmziegelhaus gründlich und machte es zu einem beachtlichen Kunstwerk. Die prachtvollen Gipsreliefs am Gebäude sind ausschlaggebend für seine Anmut und entstanden durch die Arbeit von 40 Handwerksmeistern innerhalb von rund elf Jahren. Ḵodādād, ein Teppichhändler, ließ die typischen Ornamente persischer Teppiche in die Decken und Wände des Gebäudes übertragen. Wer das Zeitmuseum Teheran besucht, kann dort einige der schönsten Beispiele persischer Gipsreliefs bewundern. Darüber hinaus bestechen andere kunsthandwerkliche Elemente wie die Holzgitternetz- und Intarsienarbeiten an Türen und Fenstern.

 Zu den markantesten Räumen des Gebäudes gehört das „Eṣfahāni-Zimmer“ im ersten Stock, an dem drei Jahre lang gearbeitet wurde. Drei Brüder entwarfen dieses Zimmer, um den Stil des ʿĀlī-Qāpū-Palasts in Eṣfahān nachzuahmen. Die Deckenverzierungen bestehen aus Kupfer und Gold. In diesem Raum befindet sich auch ein berühmtes Gipsrelief, bekannt als „Tāblow-e Āfarineš“ (Schöpfungspanel), das von Meister ʿĪsā Ḵān Bahādorī, einem renommierten Künstler der traditionellen iranischen Kunst, geschaffen wurde.

 

Thema und Besonderheiten des Zeitmuseums

Zeit ist ein Schlüsselfaktor im Leben der Menschen, und viele Gelehrte haben im Lauf der Geschichte Methoden zu ihrer Messung entwickelt. In Zeiten, da moderne Uhren allgegenwärtig sind, ist uns kaum noch präsent, wie mühsam es einst war, die Zeit zu bestimmen oder Uhren aufeinander abzustimmen. Wer das Zeitmuseum Teheran besucht, entdeckt dort einige der kühnsten Ideen zur Zeitmessung, etwa Kerzen- und Seiluhren, die nach besonderen Verfahren hergestellt wurden und durch ihr Abbrennen einen Zeitablauf anzeigten. Auch Beispiele für Öl-, Wasser-, Sand- und Sonnenuhren sind auf dem Museumsgelände zu sehen. Der weitläufige, grüne Garten mit seinem stimmungsvollen Café-Restaurant verschafft den Besuchenden ein unvergleichliches Erlebnis.

Das Zeitmuseum umfasst etwa 5.000 Quadratmeter Gesamtfläche, von denen 700 Quadratmeter das Gebäude einnehmen. Im ersten Geschoss werden europäische Uhren aus dem 17. bis 20. Jahrhundert präsentiert: mechanische und aufziehbare Tisch-, Stand-, Wand- oder Pendeluhren und Uhren mit Schlagwerk. Den besonderen Reiz dieser Sammlungsstücke machen ihre kunstvollen Verzierungen aus: Sie erinnern an Bildhauerei, Emailkunst und Holzintarsien. Manche der ausgestellten Uhren stammen von bekannten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur.

In der oberen Etage findet man Kunstwerke, die durch Verwendung einzelner Uhrenteile entstanden und einer Collage ähneln. Diese Werke stammen von dem Künstler Hušang Forutan, der 1988 (1367) begann, sie anzufertigen. Auch Werkzeuge der Uhrmacherei wie Zeigerabzieher, Ölnadeln, Uhrmacherstichel und -hämmer werden hier gezeigt. Darüber hinaus sieht man dort Armband-, Taschen- und Spezialanfertigungen von Uhren sowie Dokumente zur Chronologie und astronomischen Forschung.